Psylo-Browser gegen Fingerprinting:
Jeder Tab mit eigener IP-Adresse
Der neue Psylo-Browser treibt den Schutz der Privatsphäre ziemlich konsequent auf die Spitze: Um das Tracking des Nutzungsverhaltens über das Browser-Fingerprinting zu verhindern, bekommt jeder Tab sogar eine eigene IP-Adresse.
Besonders relevant wird diese Technik durch Erkenntnisse eines Forschungsteams der Texas A&M University. Die Wissenschaftler wiesen jüngst nach, dass Browser-Fingerprinting in der Online-Werbebranche systematisch zur Verfolgung von Nutzerverhalten eingesetzt wird - selbst dann, wenn Nutzer Cookies oder Tracking per Gesetz wie der DSGVO oder dem CCPA explizit abgelehnt haben.
Beim Fingerprinting greifen die Werbefirmen auf Merkmale wie gleiche IP-Adressen, Browser-Kennungen und Informationen zu Betriebssystem und Bildschirmauflösung zurück, um einen Nutzer auch über verschiedene Online-Angebote hinweg zu identifizieren. Auf diesem Weg kann das Nutzungsverhalten umfassend nachvollzogen werden, der Einsatz klassischer Schutzmechanismen wie VPNs hilft dagegen nicht.
Psylo kontert diese Praktiken mit gezielter Tarnung: Der Browser nutzt ein eigenes Proxy-Netzwerk, um IP-Adressen zu verschleiern, verschlüsselt den gesamten Datenverkehr per TLS und blockiert unverschlüsselte HTTP-Verbindungen konsequent. Zusätzlich werden Zeitzonen und Browsersprachen an den Standort des jeweiligen Proxys angepasst, um das Tracking weiter zu erschweren.
Der Schutz der Privatsphäre in diesem Ausmaß hat allerdings seinen Preis: Psylo ist derzeit ausschließlich für iOS- und iPadOS-Geräte verfügbar und kostet im Abo 10 Euro im Monat bzw. 100 Euro bei der Buchung einer Jahreslizenz. Zum Start kann der Browser eine Woche lang kostenlos getestet werden. Sollte die App Anklang finden, ist eine Android-Version nicht ausgeschlossen.
Siehe auch:
Maximaler Datenschutz
Psylo wurde von den Softwareentwicklern und Sicherheitsforschern Talal Haj Bakry und Tommy Mysk für iOS und iPadOS entwickelt. Ihr Ziel: den Datenschutz im mobilen Web deutlich zu verbessern. Im Gegensatz zu herkömmlichen mobilen Browsern isoliert Psylo jeden einzelnen Browser-Tab vollständig in sogenannte Silos - und versieht diese mit individuellen Anti-Fingerprinting-Maßnahmen. So erscheinen zwei Tabs mit derselben Webseite aus Sicht des Servers wie zwei verschiedene Geräte.Besonders relevant wird diese Technik durch Erkenntnisse eines Forschungsteams der Texas A&M University. Die Wissenschaftler wiesen jüngst nach, dass Browser-Fingerprinting in der Online-Werbebranche systematisch zur Verfolgung von Nutzerverhalten eingesetzt wird - selbst dann, wenn Nutzer Cookies oder Tracking per Gesetz wie der DSGVO oder dem CCPA explizit abgelehnt haben.
Beim Fingerprinting greifen die Werbefirmen auf Merkmale wie gleiche IP-Adressen, Browser-Kennungen und Informationen zu Betriebssystem und Bildschirmauflösung zurück, um einen Nutzer auch über verschiedene Online-Angebote hinweg zu identifizieren. Auf diesem Weg kann das Nutzungsverhalten umfassend nachvollzogen werden, der Einsatz klassischer Schutzmechanismen wie VPNs hilft dagegen nicht.
Psylo kontert diese Praktiken mit gezielter Tarnung: Der Browser nutzt ein eigenes Proxy-Netzwerk, um IP-Adressen zu verschleiern, verschlüsselt den gesamten Datenverkehr per TLS und blockiert unverschlüsselte HTTP-Verbindungen konsequent. Zusätzlich werden Zeitzonen und Browsersprachen an den Standort des jeweiligen Proxys angepasst, um das Tracking weiter zu erschweren.
Es hat seinen Preis
Dabei legt Mysk nach eigenen Angaben großen Wert auf Datensparsamkeit. Persönliche Informationen oder Browserverläufe werden nicht gespeichert. Auch Zahlungsinformationen bleiben beim App Store-Anbieter Apple. Das einzige gespeicherte Nutzungsmerkmal ist das über ein zufällig generiertes Kennzeichen aggregierte Datenvolumen, um Missbrauch zu verhindern.Der Schutz der Privatsphäre in diesem Ausmaß hat allerdings seinen Preis: Psylo ist derzeit ausschließlich für iOS- und iPadOS-Geräte verfügbar und kostet im Abo 10 Euro im Monat bzw. 100 Euro bei der Buchung einer Jahreslizenz. Zum Start kann der Browser eine Woche lang kostenlos getestet werden. Sollte die App Anklang finden, ist eine Android-Version nicht ausgeschlossen.
Zusammenfassung
- Neuer Psylo-Browser schützt mit eigener IP-Adresse pro Tab vor Tracking
- Entwickelt für iOS und iPadOS von Talal Haj Bakry und Tommy Mysk
- Tabs werden komplett isoliert und erscheinen wie verschiedene Geräte
- Schutz gegen Fingerprinting, das trotz DSGVO häufig eingesetzt wird
- Nutzt eigenes Proxy-Netzwerk und TLS-Verschlüsselung für Datenverkehr
- Speichert keine persönlichen Daten oder Browserverläufe der Nutzer
- Kostet 10 Euro monatlich oder 100 Euro jährlich mit Testphase
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