Uran-Infusion statt Bergbau:
Chinas neue Offensive bei der Kernenergie

China hat einen Durchbruch in der Uranproduktion erzielt: Im Or­dos-Becken der Inneren Mongolei wurde das erste Fass aus dem größten inländischen Uranprojekt gewonnen. Die neue Technologie verspricht eine umweltfreundlichere Förderung ohne Tunnelbau.
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Meilenstein für Chinas Uranproduktion

China hat einen wichtigen Schritt zur Sicherung seiner strategischen Energieressourcen gemacht. Am vergangenen Samstag meldete die China National Nuclear Corporation (CNNC) die erfolgreiche Gewinnung des ersten Fasses Uran aus dem "National No.1 Uranium"-Demonstrationsprojekt in Ordos in der autonomen Region Innere Mongolei.

Das Projekt markiert einen Wendepunkt in Chinas Uranproduktion und soll die Fähigkeit des Landes stärken, strategische Energieressourcen unabhängig zu sichern. Das Demonstrationsprojekt ist nicht nur Chinas größte und modernste Uranproduktionsbasis, sondern setzt auch neue Maßstäbe in der Entwicklungs­geschwindigkeit. Infografik Investitionen in grüne Energie: China bleibt unerreichtInvestitionen in grüne Energie: China bleibt unerreicht

Verlagerung von Süd nach Nord

Zum ersten Mal verlagert China sein Zentrum der Uranproduktion von der zentralen Provinz Jiangxi in die nördlichen Regionen des Landes. Während sich der Uranabbau in China traditionell auf vulkanische und Granitlagerstätten rund um Lean konzentrierte, wurden in den letzten zwei Jahrzehnten große Sandstein-Uranlagerstätten in Nordchina entdeckt, insbesondere in der Inneren Mongolei.

Diese Lagerstätten galten aufgrund technischer Einschränkungen einst als "uninteressante Minen" ohne wirtschaftliches Potenzial. Die In-situ-Laugungstechnologie hat es jedoch möglich gemacht, diese Herausforderungen zu überwinden. Sandsteinlagerstätten enthalten typischerweise niedrigere und stärker verteilte Urankonzentrationen, was die Extraktion mit älteren Technologien unwirtschaftlich machte.


Revolutionäre Technologie

Experten der China National Uranium Corporation vergleichen die In-situ-Laugung mit einer Infusion: Eine Lösung wird über Bohrlöcher in das unterirdische Erzbett injiziert, löst das Uran direkt auf, und die uranreiche Flüssigkeit wird dann zur Verarbeitung an die Oberfläche gepumpt. Während traditionelle Säure- oder Alkalilaugungsverfahren erhebliche Umweltschäden verursachten, verwendet dieser neue Ansatz eine wässrige Kohlendioxid-Sauerstoff-Lösung.

Die Experten betonen, dass der Prozess ohne Tunnelbau auskommt und keine radioaktiven Abfälle freisetzt. Allerdings bleiben Fragen zur langfristigen Umweltverträglichkeit und möglichen Grundwasserbelastungen offen, die erst durch jahrelange Beobachtung beantwortet werden können.

Der Bau des Projekts begann im Juli 2024 und erreichte die Produktionsphase innerhalb eines Jahres - ein neuer nationaler Maßstab für die Entwicklungsgeschwindigkeit von Uranprojekten. Das Projekt wendet eine vollständige Palette modernster Techniken an, darunter Uran-Kohle-Abbau, digitaler Schachtbau, visualisierte Laugung und intelligente Fernsteuerung.

Strategische Bedeutung für die Energiezukunft

Die nationale Politik Chinas zielt darauf ab, etwa ein Drittel des Uranbedarfs im Inland zu decken, ein Drittel durch chinesische Beteiligungen an ausländischen Minen und ein Drittel auf dem freien Markt. Der Uranbedarf Chinas wurde 2023 auf über 11.000 Tonnen geschätzt und soll bis 2040 auf über 40.000 Tonnen ansteigen.

Laut der China Energy Research Society steht China weltweit an erster Stelle, was die gesamte Kernkraftwerkskapazität betrifft, einschließlich der Einheiten in Betrieb, im Bau oder offiziell genehmigt. Die im Demonstrationsprojekt entwickelten Technologien sollen nun in weiteren nördlichen Becken angewendet werden, um zusätzliche große Uranproduktionsbasen zu etablieren.

Was haltet ihr von dieser Entwicklung? Glaubt ihr, dass diese neue Abbautechnologie tatsächlich so umweltfreundlich ist, wie behauptet wird? Teilt eure Meinungen zu Chinas wachsender Rolle in der Kernenergie gerne in den Kommentaren mit.

Zusammenfassung
  • China gewinnt erstes Fass Uran aus neuem Großprojekt in der Inneren Mongolei
  • In-situ-Laugungstechnologie ermöglicht umweltschonenden Abbau ohne Tunnelbau
  • Ehemals unrentable Sandstein-Uranlagerstätten werden wirtschaftlich nutzbar
  • Das Projekt wurde in Rekordzeit von nur einem Jahr fertiggestellt
  • Chinas Uranbedarf könnte bis 2040 von 11.000 auf 40.000 Tonnen ansteigen
  • Neue Technologie nutzt wässrige Kohlendioxid-Sauerstoff-Lösung statt Säure
  • China plant weitere Uranproduktionsbasen in nördlichen Regionen des Landes

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