Noch mehr Mondschrott: Privater japanischer Lander crasht zweites Mal

Erneuter Rückschlag für die japanische Raumfahrt: Der private Mondlander Resilience des Unternehmens Ispace ist bei seinem Landeversuch abgestürzt. Bereits zum zweiten Mal scheitert das Unternehmen mit einer Mondlandung.
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Der japanische Mondlander Resilience des Tokioter Unternehmens Ispace ist in der Nacht auf Freitag bei seinem Landeversuch auf dem Mond abgestürzt. Kurz vor der geplanten Landung im Mare Frigoris, dem "Meer der Kälte" im nördlichen Teil des Mondes, brach der Kontakt zum Kontrollzentrum ab. Firmenchef Takeshi Hakamada bestätigte etwas später, dass die Mission als gescheitert betrachtet werden muss, da eine Wiederherstellung der Kommunikation nicht mehr möglich sei.

Der Absturz bedeutet einen herben Rückschlag für Ispace, das bereits zum zweiten Mal mit einer Mondlandemission scheitert. Vorläufige Daten deuten darauf hin, dass der Laserreichweitenmesser des Landers Verzögerungen bei der Messung der Entfernung zur Mondoberfläche hatte. "Infolgedessen konnte der Lander nicht ausreichend abbremsen, um die für die geplante Mondlandung erforderliche Geschwindigkeit zu erreichen", erklärte das Unternehmen. Die Folge war vermutlich eine "harte Landung" - was natürlich ein Euphemismus für einen Absturz ist.

Déjà-vu im Kontrollzentrum

Wie die New York Times berichtete, schien während des Landemanövers zunächst alles nach Plan zu laufen. Doch plötzlich verstummte das Kontrollzentrum, als die Telemetriedaten ausblieben. Die Gesichter der Mitarbeiter spiegelten die wachsende Sorge wider - eine Szene, die an die erste gescheiterte Mission von Ispace im Jahr 2023 erinnerte. Bei diesem ersten Versuch war der Lander "Hakuto-R" auf den Kraterrand des Atlas-Kraters gestürzt, nachdem die Navigationssoftware verwirrt wurde und das Fahrzeug fälschlicherweise angenommen hatte, es befände sich bereits am Boden, während es noch etwa fünf Kilometer über der Oberfläche schwebte.

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Das Mare Frigoris, das Zielgebiet der aktuellen Mission, ist eine der geologisch interessantesten Regionen des Mondes. Das etwa 1596 Kilometer breite Basaltbecken entstand vor rund 4,2 bis 3,8 Milliarden Jahren während der sogenannten "Späten schweren Bombardierung". Die Region zeichnet sich durch ihre relativ ebene Oberfläche und die Nähe zu Wassereis-Vorkommen an den Mondpolen aus, was sie zu einem attraktiven Ziel für zukünftige Mondbasen macht.

Lange Reise zum Mond

Der Resilience-Lander war am 15. Januar mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet. Er teilte sich den Flug mit dem Mondlander "Blue Ghost" des US-Unternehmens Firefly Aerospace, der bereits Anfang März erfolgreich auf dem Mond landete. Im Gegensatz dazu wählte Resilience eine längere, energieeffizientere Route zum Mond und erreichte erst am 6. Mai die Mondumlaufbahn - die Landung blieb den Japanern aber eben verwehrt.

Die Mission hatte mehrere wissenschaftliche Instrumente an Bord, darunter ein Wasserelektrolyse-Experiment zur Aufspaltung von Wassermolekülen in Wasserstoff und Sauerstoff, ein Nahrungsmittelproduktionsexperiment und eine Strahlungssonde für den tiefen Weltraum. Besonders bedauerlich ist der Verlust des kleinen Rovers "Tenacious", der von der europäischen Tochtergesellschaft von Ispace entwickelt wurde und auf der Mondoberfläche Bodenproben sammeln sollte.

Trotz des Rückschlags plant Ispace bereits weitere Missionen. Für 2027 sind zwei weitere Mondlandungen mit einem größeren, leistungsfähigeren Lander namens Apex 1.0 geplant. Eine dieser Missionen soll im Auftrag der NASA wissenschaftliche Experimente zur Rückseite des Mondes bringen. Der Verlust der zweiten Mission könnte jedoch dazu führen, dass die NASA ihre Pläne überdenkt. "Wir wollen weiterhin mit der NASA sprechen, aber das hängt auch von der NASA ab, also wissen wir es bisher nicht", sagte Hakamada auf der Pressekonferenz.

Was haltet ihr von privaten Mondmissionen? Glaubt ihr, dass Ispace beim dritten Versuch erfolgreich sein wird, oder sollten sie die Technologie grundlegend überarbeiten? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren mit uns!

Zusammenfassung
  • Japanischer Mondlander Resilience stürzte bei Landeversuch im Mare Frigoris ab
  • Kontaktabbruch zum Kontrollzentrum führte zum zweiten Fehlschlag für Ispace
  • Fehlerhafte Lasermessung verhinderte ausreichendes Abbremsen des Landefahrzeugs
  • Die Mission startete am 15. Januar 2025 mit einer SpaceX Falcon-9-Rakete
  • Wissenschaftliche Experimente und der kleine Rover Tenacious gingen verloren
  • Ispace plant trotz Rückschlag für 2027 zwei weitere Mondlandungen
  • Späterer NASA-Auftrag könnte durch wiederholten Misserfolg gefährdet sein

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