Forscher: Terraforming des Mars sollte eher heute als morgen starten
Forscher haben sich dafür ausgesprochen, mit der Umsetzung von Terraforming-Maßnahmen auf dem Mars so früh wie möglich zu beginnen. Dabei geht es nicht einmal zwingend darum, den Planeten als neues Siedlungsgebiet zu erschließen, sondern ums Lernen.
"Vor 30 Jahren war Terraforming noch völlig undenkbar. Heute ist es technisch erstmals in greifbarer Nähe", erklärte Erika DeBenedictis, Chefin von Pioneer Labs und Hauptautorin des zugrundeliegenden Papers. Dabei räumt die Publikation auch gleich mit der ethischen Frage auf: Der Mars sei einst lebensfreundlich gewesen - eine Wiederherstellung dieser Bedingungen sei daher kein Eingriff in eine unberührte Natur, sondern eine Art Rückführung in seinen früheren Zustand.
Co-Autor Edwin Kite argumentiert: "Lebendige Planeten sind besser als tote." Zudem könnten die beim Terraforming gewonnenen Erkenntnisse dazu dienen, auch auf der Erde neuartige Ansätze zur Klima- und Umweltregeneration zu erproben - nur eben ohne die Risiken, die ein solcher Eingriff auf unserem Heimatplaneten mit sich brächte. Und da die Klimakrise auf der Erde immer schneller voranschreitet, wäre es entsprechend sinnvoll, mit entsprechenden Projekten auf dem Mars schnell zu beginnen.
In einem zweiten Schritt sollen spezielle Mikroorganismen wie anaerobe Bakterien eingebracht werden, die auch in extremen Bedingungen Sauerstoff produzieren. Langfristig soll daraus eine stabile Biosphäre entstehen - mit höherem Luftdruck und lebensfreundlichen Bedingungen für Pflanzen, Tiere und Menschen.
Obwohl eine vollständige Umsetzung wohl noch viele Jahrzehnte dauern wird, fordern die Forschenden bereits kurzfristige Schritte. Erste Experimente könnten schon mit den nächsten geplanten Marsmissionen 2028 oder 2031 beginnen.
Siehe auch:
- Forscher befürworten einen zeitnahen Start von Terraforming-Maßnahmen
- Neue Technologien in Raumfahrt und Biotechnologie machen das Projekt möglich
- Mars war früher lebensfreundlich und soll in diesen Zustand zurückgeführt werden
- Erkenntnisse könnten zur Klima- und Umweltregeneration auf der Erde beitragen
- Dreistufiger Plan: Erwärmung, Einführung von Mikroorganismen, Biosphäre schaffen
- Erste Experimente könnten mit Marsmissionen 2028 oder 2031 beginnen
Ein Planet als Studienobjekt
Die Idee, den Mars in einen bewohnbaren Planeten zu verwandeln, ist nicht neu. Seit Jahrzehnten beschäftigt sie Wissenschaft und Science-Fiction gleichermaßen. Technologisch jedoch war das Unterfangen bisher kaum denkbar. Nun aber behauptet das Forscherteam, dass mit neuen Entwicklungen in der Raumfahrt-Technik und in synthetischer Biotechnologie entscheidende Voraussetzungen geschaffen seien."Vor 30 Jahren war Terraforming noch völlig undenkbar. Heute ist es technisch erstmals in greifbarer Nähe", erklärte Erika DeBenedictis, Chefin von Pioneer Labs und Hauptautorin des zugrundeliegenden Papers. Dabei räumt die Publikation auch gleich mit der ethischen Frage auf: Der Mars sei einst lebensfreundlich gewesen - eine Wiederherstellung dieser Bedingungen sei daher kein Eingriff in eine unberührte Natur, sondern eine Art Rückführung in seinen früheren Zustand.
Co-Autor Edwin Kite argumentiert: "Lebendige Planeten sind besser als tote." Zudem könnten die beim Terraforming gewonnenen Erkenntnisse dazu dienen, auch auf der Erde neuartige Ansätze zur Klima- und Umweltregeneration zu erproben - nur eben ohne die Risiken, die ein solcher Eingriff auf unserem Heimatplaneten mit sich brächte. Und da die Klimakrise auf der Erde immer schneller voranschreitet, wäre es entsprechend sinnvoll, mit entsprechenden Projekten auf dem Mars schnell zu beginnen.
Drei Etappen
Der von den Forschern vorgeschlagene Plan gliedert sich in drei Etappen. Zunächst sollen durch Solarsegel und Nanopartikel gezielt Erwärmungseffekte ausgelöst werden, sodass die Durchschnittstemperatur um rund 30 Grad Celsius angehoben wird. Dadurch könnte gefrorenes Kohlendioxid an den Polen schmelzen und die Atmosphäre verdichten.In einem zweiten Schritt sollen spezielle Mikroorganismen wie anaerobe Bakterien eingebracht werden, die auch in extremen Bedingungen Sauerstoff produzieren. Langfristig soll daraus eine stabile Biosphäre entstehen - mit höherem Luftdruck und lebensfreundlichen Bedingungen für Pflanzen, Tiere und Menschen.
Obwohl eine vollständige Umsetzung wohl noch viele Jahrzehnte dauern wird, fordern die Forschenden bereits kurzfristige Schritte. Erste Experimente könnten schon mit den nächsten geplanten Marsmissionen 2028 oder 2031 beginnen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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