Warum wird jetzt ein 25-kg-Stein für Mio. versteigert? Er ist vom Mars

Ein Stück Mars kommt unter den Hammer - und zwar das größte, das je auf der Erde gefunden wurde. Der 25 Kilogramm schwere Meteorit wurde vor zwei Jahren entdeckt und soll nun bei Sotheby's Millionen Dollar einbringen.
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Das größte Stück Mars auf der Erde wird versteigert

Der rote, braun-graue Brocken wiegt exakt 24,67 Kilogramm. Auf den ersten Blick unscheinbar - doch laut Sotheby's ist es "bei weitem" das größte Marsfragment, das je auf der Erde geborgen wurde. Der Stein ist rund 70 Prozent größer als das bisherige Rekordstück und macht allein 6,5 Prozent des bekannten Marsmaterials auf unserem Planeten aus. Das Startgebot? 1,6 Millionen US-Dollar.

Sein Weg begann vermutlich vor Millionen Jahren mit einem gewaltigen Asteroideneinschlag auf dem Mars. Der Aufprall schleuderte Gestein ins All - darunter auch dieses Exemplar, das rund 225 Millionen Kilometer zurücklegte, bevor es in der Sahara niederging. Sotheby’s: Martian Meteorite - NWA 16788Interessiert? Der Endpreis wird auf 4 Mio. Dollar geschätzt (Credit: Sotheby's) Entdeckt wurde es am 16. November 2023 in Niger - von einem Meteoritenjäger, wie Sotheby's berichtet. Wann es genau auf die Erde traf, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Doch die Analysen deuten darauf hin: erst vor wenigen Jahren. Interessante Randnotiz: Nur 19 bekannte Marskrater sind überhaupt groß genug, um Material ins All zu schleudern.

Zur Bestätigung wurde ein kleines Fragment abgetrennt und im Labor untersucht. Die chemische Signatur stimmt mit jener der Marsproben überein, die 1976 durch die Viking-Mission auf dem Planeten nachgewiesen wurden. Genauer gesagt handelt es sich um einen sogenannten "olivine-microgabbroic shergottite" - ein Vulkangestein, das langsam aus Magma erstarrt ist und typische Marsmineralien wie Pyroxen und Olivin enthält. Nur 5,4 % aller Marsmeteoriten gehören zu dieser Gesteinsgruppe, das macht das Stück noch wertvoller. Die Oberfläche wirkt glasig - ein Hinweis auf das Verglühen beim Eintritt in die Erdatmosphäre.

Sotheby’s: Martian Meteorite - NWA 16788Sotheby’s: Martian Meteorite - NWA 16788Sotheby’s: Martian Meteorite - NWA 16788Sotheby’s: Martian Meteorite - NWA 16788

Teil der "Geek-Week"

"Das war der erste Hinweis, dass es sich nicht einfach um irgendeinen Fels handelte", erklärt Sotheby's-Expertin Cassandra Hatton. Zuvor war der Meteoritenblock Teil einer Ausstellung der italienischen Raumfahrtbehörde in Rom. Der aktuelle Eigentümer bleibt anonym.

Sotheby's versteigert das außergewöhnliche Marsstück am 16. Juli 2025 im Rahmen der naturwissenschaftlich ausgerichteten "Geek Week"-Auktion in New York. Insgesamt 122 Objekte sind gelistet - darunter weitere Meteoriten, Fossilien und Mineralien von musealer Qualität. Doch das größte bekannte Fragment vom Mars dürfte als spektakulärster Posten im Katalog gelten. Sotheby’s: Martian Meteorite - NWA 16788Mondsphäre. Startpreis: 200.000 USD (Credit: Sotheby's) Wer das nötige Kleingeld für den Marsbrocken gerade nicht locker hat, bekommt noch eine andere kosmische Gelegenheit: Auch ein Stück Mond steht am 16. Juli zur Auktion. Die "größte bekannte Mondsphäre", in einem komplexen Prozess geschliffen aus einem Mondmeteorit, misst 12 Zentimeter im Durchmesser, wiegt 2,54 Kilogramm - und hat mit rund 200.000 US-Dollar Startgebot auf jeden Fall kein ganz so astronomisches Preisschild wie der Mars-Felsen.

Woher wissen wir, dass sie vom Mars stammen?
Marsmeteoriten enthalten Gasblasen mit einer Zusammensetzung, die exakt der Mars-Atmosphäre entspricht, wie sie von NASA-Sonden gemessen wurde. Diese einzigartige chemische Signatur ist der eindeutige Beweis für ihre Herkunft.

Zudem weisen diese Meteoriten charakteristische Sauerstoffisotopenverhältnisse auf, die sie von anderen Meteoritenklassen unterscheiden. Wissenschaftler können anhand dieser und weiterer mineralogischer Merkmale mit hoher Sicherheit feststellen, dass diese Gesteine tatsächlich vom Roten Planeten stammen.
Wie gelangen Marsmeteoriten zur Erde?
Große Asteroideneinschläge auf dem Mars schleudern Gesteinsbrocken mit solcher Wucht ins All, dass sie der Schwerkraft des Planeten entkommen können. Diese Gesteine umkreisen dann die Sonne, bis einige davon nach Jahrmillionen von der Erdanziehung eingefangen werden.

Berechnungen zeigen, dass nur etwa 0,1 Prozent aller Marsmeteoriten überhaupt die Erde erreichen. Die meisten verglühen beim Eintritt in die Atmosphäre, weshalb die wenigen gefundenen Exemplare als außerordentlich selten und wissenschaftlich wertvoll gelten.
Gibt es Leben in Marsmeteoriten?
Der berühmteste Fall ist ALH84001, ein 1984 in der Antarktis gefundener Marsmeteorit, bei dem NASA-Wissenschaftler 1996 mögliche Spuren von fossilem Leben entdeckten. Diese Strukturen, die wurmartigen Bakterienfossilien ähneln, lösten heftige wissenschaftliche Debatten aus.

Die wissenschaftliche Gemeinschaft betrachtet diese Strukturen heute überwiegend als nicht biologischen Ursprungs. Dennoch haben Marsmeteoriten unser Verständnis für die Möglichkeit außerirdischen Lebens revolutioniert und bleiben wichtige Studienobjekte in der Astrobiologie.
Was macht Marsmeteoriten so wertvoll?
Marsmeteoriten sind extrem selten - von über 70.000 katalogisierten Meteoriten stammen weniger als 300 vom Mars. Diese Seltenheit treibt die Preise auf dem Sammlermarkt in astronomische Höhen, wobei Gramm-Preise von mehreren tausend Euro keine Seltenheit sind.

Für die Wissenschaft sind sie unbezahlbar, da sie die einzigen direkten Gesteinsproben vom Mars darstellen, die wir besitzen. Sie liefern entscheidende Informationen über die geologische Geschichte des Planeten und sind deutlich kostengünstiger zu untersuchen als Proben durch Mars-Missionen zu gewinnen.
Wo findet man Marsmeteoriten?
Die ergiebigsten Fundorte sind die Eiswüsten der Antarktis und die Sandwüsten Nordafrikas und der arabischen Halbinsel. In diesen Regionen heben sich die dunklen Gesteine deutlich vom hellen Untergrund ab und werden durch natürliche Prozesse konzentriert.

In der Antarktis sorgt die Eisbewegung dafür, dass Meteoriten an bestimmten Stellen an die Oberfläche transportiert werden. In Wüstengebieten wie der Sahara oder in Oman werden sie durch Winderosion freigelegt und bleiben aufgrund des trockenen Klimas gut erhalten. Professionelle Meteoritenjäger durchkämmen diese Regionen systematisch.
Zusammenfassung
  • Der 24,67 Kilogramm schwere Marsmeteorit soll bei Sotheby's versteigert werden
  • Das größte je auf der Erde gefundene Marsfragment macht 6,5 % des bekannten Materials aus
  • Vor Millionen Jahren durch Asteroideneinschlag auf dem Mars ins All geschleudert
  • Am 16. November 2023 in Niger von einem Meteoritenjäger entdeckt
  • Chemische Analyse bestätigt die Herkunft vom Mars durch Vergleich mit Viking-Proben
  • Der Stein ist ein seltener olivine-microgabbroic shergottite vulkanischen Ursprungs
  • Die Versteigerung erfolgt am 16. Juli 2025 bei der Geek Week-Auktion in New York

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