Forscher haben den ersten Transportbehälter für Antimaterie entwickelt
Antimaterie kann man sich zukünftig auch ins Haus liefern lassen. Am Forschungszentrum CERN wurde ein Behälter entwickelt, mit dem sie sich auch über längere Distanzen in andere Länder transportieren lässt.
Doch das stellt eine enorme technische Herausforderung dar: Antimaterie darf mit gewöhnlicher Materie nicht in Kontakt kommen, da sich die beiden dann augenblicklich gegenseitig auslöschen.
Schema des Transportbehälters
Der neue, etwa zwei Meter lange Transportbehälter enthält daher eine supraleitende Magnetfalle, ein extrem hohes Vakuum und ein aufwendiges Kühlsystem mit flüssigem Helium. Letzteres hält die supraleitenden Magnete auf Temperaturen unter 7 Kelvin (rund -266 °C). Ein Batteriepaket sorgt für unterbrechungsfreie Stromversorgung, auch während der Fahrt.
Zum ersten Praxistest wurden zunächst gewöhnliche Protonen eingesetzt. Diese wurden im bestehenden CERN-Beschleuniger erzeugt, in den mobilen Container geladen und mithilfe eines Spezialwagens auf einen LKW verfrachtet. Die rund vier Kilometer lange Testfahrt führte sogar über die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich. Dabei blieb der Behälter durchgehend funktionstüchtig - kein einziges Teilchen ging verloren.
Das nächste große Ziel der Antimaterie-Logistiker ist ein neues Antiprotonen-Labor in Düsseldorf, rund 800 Kilometer entfernt. Dort könnten Forscher zukünftig mit einer Messgenauigkeit arbeiten, die die bisher Erreichte um den Faktor 100 übertrifft.
Siehe auch:
Komplexes Problem
Normalerweise wird Antimaterie am CERN durch Teilchenbeschuss erzeugt und mit elektromagnetischen Feldern in Vakuumfallen gehalten. Dabei entstehen allerdings starke Störfelder, die empfindliche Messinstrumente stark einschränken. Daher kam die Idee auf, Antimaterie aus dem unmittelbaren Produktionsbereich zu entfernen und beispielsweise in ein anderes Labor mit besserer Messumgebung zu transportieren.Doch das stellt eine enorme technische Herausforderung dar: Antimaterie darf mit gewöhnlicher Materie nicht in Kontakt kommen, da sich die beiden dann augenblicklich gegenseitig auslöschen.
Schema des Transportbehälters
Der neue, etwa zwei Meter lange Transportbehälter enthält daher eine supraleitende Magnetfalle, ein extrem hohes Vakuum und ein aufwendiges Kühlsystem mit flüssigem Helium. Letzteres hält die supraleitenden Magnete auf Temperaturen unter 7 Kelvin (rund -266 °C). Ein Batteriepaket sorgt für unterbrechungsfreie Stromversorgung, auch während der Fahrt.
Zum ersten Praxistest wurden zunächst gewöhnliche Protonen eingesetzt. Diese wurden im bestehenden CERN-Beschleuniger erzeugt, in den mobilen Container geladen und mithilfe eines Spezialwagens auf einen LKW verfrachtet. Die rund vier Kilometer lange Testfahrt führte sogar über die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich. Dabei blieb der Behälter durchgehend funktionstüchtig - kein einziges Teilchen ging verloren.
Ziel ist Düsseldorf
Die größte Hürde beim Transport war der Verlust von flüssigem Helium durch die Turbulenzen beim Fahren. Der Füllstand sank am Ende auf nur noch 30 Prozent. Dennoch zeigt der Versuch, dass der Transport prinzipiell funktioniert - mit weiterem Ausbau der Kühlung könnte Antimaterie bald auch über längere Strecken befördert werden.Das nächste große Ziel der Antimaterie-Logistiker ist ein neues Antiprotonen-Labor in Düsseldorf, rund 800 Kilometer entfernt. Dort könnten Forscher zukünftig mit einer Messgenauigkeit arbeiten, die die bisher Erreichte um den Faktor 100 übertrifft.
Zusammenfassung
- CERN entwickelt zwei Meter langen Transportbehälter für Antimaterie
- Spezialbehälter nutzt Magnetfalle, Vakuum und Heliumkühlung bei -266 °C
- Erstmaliger erfolgreicher Test über vier Kilometer mit normalen Protonen
- Transport zwischen der Schweiz und Frankreich ohne Verlust von Teilchen
- Hauptproblem ist Kühlmittelverlust während der Fahrt auf 30 Prozent
- Nächstes Ziel: 800 Kilometer Transport zu Labor in Düsseldorf
- Neue Technik könnte hundertfach genauere Messungen ermöglichen
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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