Social-Media-Influencer für Anstieg von Hai-Attacken verantwortlich

Selfie-Jagd und Social-Media-Inszenierung führen zu mehr Hai-Angriffen, warnen Forscher. Eine neue Studie zeigt: Viele vermeintliche Attacken sind tatsächlich Abwehrreaktionen auf übergriffige Touristen, die für das perfekte Foto zu nah kommen.
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WinFuture/KI-generiert

Influencer mitverantwortlich für steigende Hai-Angriffe

Wer kennt sie nicht - die Social-Media-Fotos, auf denen Menschen scheinbar furchtlos mit Haien schwimmen, ihre Flossen berühren oder sogar ihre Nasen greifen? Eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt nun, dass genau dieses Verhalten zu einem Anstieg von Hai-Angriffen führt. Laut einer Studie, die im Fachjournal Frontiers in Conservation Science veröffentlicht wurde, sind viele vermeintliche Hai-Attacken tatsächlich Abwehrreaktionen der Tiere, nachdem Menschen ihnen zu nahe gekommen sind.

Die Forscher analysierten 74 dokumentierte Hai-Begegnungen in den Gewässern um Französisch-Polynesien. Etwa fünf Prozent dieser Vorfälle wurden als Selbstverteidigungsreaktionen der Haie eingestuft. Diese erfolgten unmittelbar, nachdem die Tiere durch menschliche Interaktionen bedroht wurden. Bei der Untersuchung einer globalen "Shark Attack Files"-Datenbank, identifizierten die Wissenschaftler mehr als 300 ähnliche Vorfälle, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen.

Professor Eric Clua von der PSL Universität in Frankreich, der die Studie leitete, sieht einen klaren Zusammenhang mit dem Verhalten von Social-Media-Influencern. Wie er gegenüber der britischen Tageszeitung The Times (via derStandard) erklärte: "Ich ermutige nicht, wie es viele Influencer in sozialen Netzwerken tun, sich an die Rückenflosse eines Hais zu klammern oder ihn zu streicheln, unter dem Vorwand zu beweisen, dass sie harmlos sind und diese Leute angeblich für ihren Schutz arbeiten."

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass Haie von Natur aus nicht dazu neigen, Menschen zu beißen. Erst wenn sie bedrängt oder gestört werden, reagieren sie aggressiv oder besser gesagt defensiv. Besonders problematisch ist dabei, dass viele Menschen den Unterschied zwischen verschiedenen Haiarten nicht kennen. "Die Menschen kennen den Unterschied zwischen einem Yorkshire Terrier und einem Pitbull, während sie den Unterschied zwischen einem Schwarzspitzen-Riffhai und einem Bullenhai, ihren marinen Äquivalenten, nicht kennen", erläutert Clua.

Verzerrte Wahrnehmung und reale Gefahr

Haie haben in der öffentlichen Wahrnehmung einen schlechten Ruf, der laut Experten mehr auf Blockbuster-Filme wie "Der weiße Hai" und reißerische Schlagzeilen zurückzuführen ist als auf marine Biologie. Die Studie zeigt, dass die defensiven Reaktionen typischerweise plötzlich erfolgen und mehrere Bisse umfassen können, die Verletzungen für Menschen jedoch meist oberflächlich sind.

Im Gegensatz zu Hunden, die laut Clua weltweit für mehr als 10.000 Todesfälle jährlich verantwortlich sind, werden Haien weniger als zehn menschliche Todesfälle pro Jahr zugeschrieben. Dennoch werden Hunde positiv wahrgenommen, während Haie gefürchtet werden.

Empfehlungen für sicheres Verhalten

Der Rat des Wissenschaftlers an alle, die mit Haien schwimmen: "Berühren Sie sie nicht. Betrachten Sie einfach ihre Schönheit, aber denken Sie daran, dass sie wilde Tiere sind, Raubtiere, die als solche handeln können. Es ist nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch des Respekts."

Experten empfehlen zudem, beim Schwimmen in für Haie bekannten Gewässern auf glänzenden Schmuck zu verzichten, da dieser von Haien mit Fischschuppen verwechselt werden könnte. Auch sollte man nicht allein schwimmen und Gewässer mit schlechter Sicht meiden. In Regionen mit bekannter Haipräsenz ist es ratsam, sich vor dem Baden über lokale Warnungen und Verhaltensregeln zu informieren.

Was haltet ihr von diesem Phänomen? Sollten Social-Media-Plattformen strengere Richtlinien für Inhalte einführen, die potenziell gefährliches Verhalten mit Wildtieren zeigen? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Studie: Viele Hai-Angriffe sind Abwehrreaktionen auf übergriffige Touristen
  • Analyse von 74 Hai-Begegnungen in Französisch-Polynesien durchgeführt
  • Social-Media-Influencer tragen zur Zunahme gefährlicher Interaktionen bei
  • Haie beißen Menschen normalerweise nicht, reagieren aber bei Bedrängung
  • Experten: Menschen kennen Unterschiede zwischen Haiarten oft nicht
  • Haie töten jährlich weniger als 10 Menschen, Hunde über 10.000
  • Empfehlung: Haie nicht berühren, nur aus sicherer Entfernung beobachten

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