Kein Algorithmus, keine Influencer:
Tumblr erlebt ein Comeback
Die einst so große Blogging-Plattform Tumblr erlebt derzeit eine erstaunliche Wiedergeburt. Vor allem junge Nutzer entdecken den Dienst neu - als Gegenentwurf zu einem zunehmend durch Algorithmen gesteuerten und von Influencern dominierten Netz.
Jetzt allerdings kehrt Tumblr zurück - und das mit frischem Schwung, berichtet das US-Magazin Fast Company. Laut aktuellen Zahlen machen Nutzer der sogenannten Generation Z mittlerweile die Hälfte der aktiven monatlichen Nutzer aus und stellen 60 Prozent aller Neuanmeldungen. Ein spürbarer Anstieg an Nutzerzahlen war zuletzt im Januar zu verzeichnen, als ein TikTok-Verbot im Raum stand.
Tumblr-Nutzer reagierten schnell und gründeten Gruppen, um populäre Inhalte von TikTok zu archivieren und weiterzuverbreiten. Gleichzeitig wandten sich viele junge, progressive Nutzer von den großen Tech-Plattformen wie Facebook und X ab, deren politische Ausrichtung unter den Milliardären Zuckerberg und Musk zunehmend kritisch gesehen wird. Sie finden in Tumblr eine unkonventionelle, chaotisch-freie Nische des Internets.
Was Tumblr jedoch besonders macht, ist gerade das, was es nicht ist: Es ist nicht TikTok, nicht Facebook - insbesondere beruht die eigene Timeline tatsächlich auf den Beiträgen interessanter User und nicht der Laune eines Algorithmus. Zwar rangiert Tumblr derzeit nur auf Platz zehn der beliebtesten sozialen Plattformen in den USA, doch für seine Nutzer ist es genau dieser Außenseiterstatus, der die Plattform wieder so attraktiv macht.
Siehe auch:
Einst so groß
Ursprünglich 2007 gegründet, bot Tumblr mit seinem offenen Blog-Format Raum für kreative Selbstentfaltung, persönliche Ästhetik und spezialisierte Communitys. In den frühen 2010er Jahren war die Plattform mit über 100 Millionen Nutzern ein fester Bestandteil der sozialen Medienlandschaft. Doch trotz des Aufkaufs durch Yahoo für 1,1 Milliarden Dollar im Jahr 2013 gelang es Tumblr nie, sich wirtschaftlich nachhaltig zu etablieren. Während andere Plattformen wie Instagram oder YouTube zunehmend auf Werbung und Creator-Ökonomie setzten, verblasste Tumblr.Jetzt allerdings kehrt Tumblr zurück - und das mit frischem Schwung, berichtet das US-Magazin Fast Company. Laut aktuellen Zahlen machen Nutzer der sogenannten Generation Z mittlerweile die Hälfte der aktiven monatlichen Nutzer aus und stellen 60 Prozent aller Neuanmeldungen. Ein spürbarer Anstieg an Nutzerzahlen war zuletzt im Januar zu verzeichnen, als ein TikTok-Verbot im Raum stand.
Tumblr-Nutzer reagierten schnell und gründeten Gruppen, um populäre Inhalte von TikTok zu archivieren und weiterzuverbreiten. Gleichzeitig wandten sich viele junge, progressive Nutzer von den großen Tech-Plattformen wie Facebook und X ab, deren politische Ausrichtung unter den Milliardären Zuckerberg und Musk zunehmend kritisch gesehen wird. Sie finden in Tumblr eine unkonventionelle, chaotisch-freie Nische des Internets.
Neue Features
Um mit dem wachsenden Interesse Schritt zu halten, hat Tumblr neue Funktionen eingeführt: Seit Dezember 2024 gibt es Communitys nach Reddit-Vorbild, im Januar folgte "Tumblr TV", ein Mix aus GIF-Suchmaschine und Kurzvideoplattform, inspiriert von TikTok.Was Tumblr jedoch besonders macht, ist gerade das, was es nicht ist: Es ist nicht TikTok, nicht Facebook - insbesondere beruht die eigene Timeline tatsächlich auf den Beiträgen interessanter User und nicht der Laune eines Algorithmus. Zwar rangiert Tumblr derzeit nur auf Platz zehn der beliebtesten sozialen Plattformen in den USA, doch für seine Nutzer ist es genau dieser Außenseiterstatus, der die Plattform wieder so attraktiv macht.
Zusammenfassung
- Tumblr erlebt unerwartetes Comeback, besonders bei jungen Nutzern
- Plattform bietet Gegenentwurf zu Algorithmen-basierten sozialen Medien
- Generation Z macht Hälfte der aktiven Nutzer und 60 % der Neuanmeldungen aus
- Neue Funktionen wie Communitys und 'Tumblr TV' wurden eingeführt
- Nutzer schätzen die unkonventionelle und Algorithmen-freie Umgebung
- Tumblr gilt als Alternative zu großen Tech-Plattformen wie Facebook und X
- Außenseiterstatus macht die Plattform für viele Nutzer attraktiv
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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