Nvidia: Neue Exportbeschränkungen nach China kosten uns Milliarden

Der US-Chiphersteller Nvidia rechnet mit riesigen Umsatz­ausfällen, die von den jüngsten Verschärfungen der Exportbestimmungen in Richtung China verursacht werden. Die neuen Beschränkungen betreffen dabei vor allem den KI-Chip H20.
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Große Bestellungen sind nichtig

Beim H20 handelt es sich um eine weniger starke Variante des Beschleunigermoduls, das vor allem für KI-Berechnungen eingesetzt wird. Während der deutlich bessere H100 schon lange nicht mehr nach China verkauft werden darf, war dies beim H20 bisher durchaus noch möglich. Nun aber wurde auch dieses Produkt auf die Sanktionsliste gesetzt.

Nvidia gab daraufhin bekannt, dass die neuen Vorschriften erhebliche Auswirkungen auf Lagerbestände, bestehende Kaufverpflichtungen und Rückstellungen haben werden. In den Bilanzen hat man dies jetzt mit einer Sonderbelastung von rund 5,5 Milliarden Dollar berücksichtigt - was zeigt, wie umfangreich der Handel mit chinesischen Kunden zuletzt war.


Laut Nvidia waren chinesische Technologieunternehmen wie Tencent, Alibaba und ByteDance zuletzt dabei, ihre Bestellungen für H20-Chips stark auszuweiten. Grund war die hohe Nachfrage nach günstigen KI-Modellen, etwa von Startups wie DeepSeek. Obwohl der H20 beim Training von KI-Modellen nicht mit den fortschrittlichsten Chips mithalten kann, bietet er im Bereich der sogenannten Inferenz - also dem Einsatz bereits trainierter Modelle - eine starke Leistung. Gerade dieser Bereich wird zunehmend zum wichtigsten Markt für KI-Chips.

Kurs fällt

Ein Grund für das Exportverbot liegt in der Fähigkeit des H20, Hochgeschwindigkeitsverbindungen zu Speicher- und Recheneinheiten aufzubauen - eine Eigenschaft, die für den Bau von Supercomputern entscheidend ist. Bereits seit 2022 untersagt die US-Regierung den Export von Chips, die für chinesische Supercomputer verwendet werden könnten. Ein Thinktank aus Washington warnte zuletzt, dass Unternehmen wie Tencent und DeepSeek diese Vorgaben womöglich bereits verletzen.

Infolge der Ankündigung fiel der Aktienkurs von Nvidia im nachbörslichen Handel um rund sechs Prozent. Analysten sehen die Maßnahme als weiteren Beleg für die zunehmende Technologiekonfrontation zwischen den USA und China. Parallel hatte Nvidia erst Anfang der Woche Pläne angekündigt, gemeinsam mit Partnern wie TSMC bis zu 500 Milliarden Dollar in den Aufbau von KI-Servern in den USA zu investieren - ganz im Sinne der US-Initiative zur Stärkung der heimischen Chipproduktion.

Zusammenfassung
  • Nvidia erwartet Milliardenverluste durch neue Exportbeschränkungen
  • H20-Chip für KI-Berechnungen nun auch auf US-Sanktionsliste für China
  • Sonderbelastung von 5,5 Milliarden Dollar in Nvidias Bilanzen verbucht
  • Chinesische Techfirmen planten Ausweitung der H20-Chip-Bestellungen
  • H20-Chip bietet starke Leistung im Bereich der KI-Inferenz
  • Exportverbot begründet durch mögliche Nutzung in Supercomputern
  • Nvidias Aktienkurs fiel nach Ankündigung um etwa sechs Prozent

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