"Streit" unter Forschern:
Wieviel wiegt eigentlich das Internet?

Das Internet ist riesig. Es verbindet Milliarden Menschen, verarbeitet unvorstellbare Datenmengen - aber hat es auch eine Masse? Über diese Frage gibt es unter Physikern und Philosophen tatsächlich eine recht rege Diskussion.
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Was wiegt ein Bit?

Gemeint ist dabei nicht die physische Infrastruktur aus Serverfarmen und Glasfaserkabeln, sondern das Internet an sich - die Daten, die Informationen, die Energie, die sie am Laufen hält. Bereits 2006 stellte der Harvard-Physiker Russell Seitz eine erste Schätzung auf: Er berechnete, dass das Internet - unter Berücksichtigung der Energie, die Server verbrauchen - etwa 50 Gramm wiege. Eine Zahl, die bis heute gerne zitiert wird, meist mit dem augenzwinkernden Hinweis: Wir verbringen unser Leben mit etwas, das so viel wie zwei Erdbeeren wiegt.

Doch seitdem hat sich einiges getan, wie das US-Magazin Wired berichtet: Soziale Netzwerke, Smartphones, KI-Systeme - das Internet ist explodiert. Würde man Seitz' Rechnung auf heutige Daten übertragen, käme man wohl auf das Gewicht einer mittelgroßen Kartoffel. Andere Ansätze fokussierten sich auf die nötigen Elektronen, um Bits zu codieren. Das Ergebnis wäre her ein Gewicht von nur fünf Millionstel Gramm - eher ein Tropfen Erdbeersaft als die ganze Frucht.


Beide Methoden stießen jedoch auf Kritik. Christopher White, Präsident von NEC Laboratories America, hält die 50-Gramm-Schätzung für "völlig falsch". Auch der Teilchenphysiker Daniel Whiteson bemängelt die simplifizierte Herangehensweise - vergleichbar mit dem Versuch, den Preis eines Donuts zu berechnen, indem man das weltweite BIP durch die Zahl aller Donuts teilt.

Praktisch nichts

White schlägt stattdessen eine präzisere Methode vor: Man könnte die gesamte gespeicherte Internet-Datenmenge - laut Schätzung 175 Zettabyte bis 2025 - in Energie umrechnen, die nötig wäre, um diese Information auf physikalischem Minimum zu speichern. Ergebnis: 5,32 x 10⁻¹⁴ Gramm. Das entspricht 53 Billiardstel Gramm - also praktisch nichts.

Doch auch wenn das Internet physikalisch kaum Masse besitzt, ist sein Einfluss auf unser Leben gewaltig. Philosophisch betrachtet ist es "im Grunde nicht fassbar", so White. Und wenn man die gespeicherte Datenmenge in DNA umrechnen würde - also jene biologische Speicherform, die Forscher zunehmend interessiert - käme man auf rund 960 Kilogramm. Oder, anschaulicher: zehn erwachsene Männer - oder etwa 64.000 Erdbeeren.

Zusammenfassung
  • Diskussion unter Forschern über die Masse des Internets
  • Frühere Schätzung von 50 Gramm wird heute als zu niedrig angesehen
  • Neuere Berechnungen ergeben ein Gewicht von 53 Billiardstel Gramm
  • Kritik an vereinfachten Berechnungsmethoden für Internetmasse
  • Umrechnung in DNA-Speicher ergäbe ein Gewicht von ca. 960 Kilogramm
  • Trotz geringer physischer Masse hat das Internet enormen Einfluss
  • Philosophisch betrachtet ist das Internet kaum fassbar

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