Intel will jetzt mit dem Abstoßen von Konzernteilen beginnen

Intel beginnt damit, verschiedene Geschäftsbereiche des Unter­neh­mens abzustoßen. Was nicht zu den Kernbereichen gehört, soll ver­kauft werden. Welche genau das sind, musste vom neuen Intel-Chef Lip-Bu Tan erst herausgearbeitet werden.
Logo, Intel, Mainboard, Platine, Leiterplatte, Intel Logo, Neues Intel Logo, Intel Logo 2020

Produktion bleibt bei Intel

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Chef auf der Intel Vision Konferenz in Las Vegas räumte Tan ein, dass das Unternehmen in mehreren Bereichen hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Er betonte, dass Intel dringend verlorenes Ingenieurstalent ersetzen, die Finanzlage stabilisieren und die Produktions­prozesse optimieren müsse, um den Anforderungen der Kunden zu entsprechen.

Welche Geschäftsbereiche genau als nicht mehr zentral gelten und ausgegliedert werden sollen, spezifizierte er hier allerdings nicht. "Wir haben viel harte Arbeit vor uns", sagte Tan vor den versammelten Kunden auf der Veranstaltung, wie Bloomberg berichtet. "Es gibt Bereiche, in denen wir Ihre Erwartungen nicht erfüllt haben."


Das Unternehmen, das jahrzehntelang die Halbleiterbranche dominierte, hat in den letzten Jahren zunehmend Marktanteile an Konkurrenten verloren. Eine zentrale Herausforderung für die Führung ist die Frage, ob Intel seine verschiedenen Sparten unter einem Dach behalten oder eine Aufspaltung in Betracht ziehen sollte. Tan gab jedoch keine Hinweise darauf, dass er eine Trennung von Schlüsselbereichen wie der Chipfertigung anstrebt, wie es teils vermutet wurde.

Stattdessen konzentriere er sich darauf, die bestehenden Probleme zu lösen und sowohl die Produktentwicklung als auch die Fertigung leistungsfähiger zu machen, erklärte er. Besonders die Chips für Rechenzentren und Künstliche Intelligenz seien aktuell nicht wettbewerbsfähig genug. "Wir haben bei der Innovation den Anschluss verloren", gab der Konzernchef zu. "Wir waren zu langsam, um uns anzupassen."

"Es wird Zeit brauchen"

Tan, der das Amt am 18. März übernahm, hatte zuvor als Intel-Aufsichtsratsmitglied gearbeitet. Seine Ernennung sorgte zunächst für Optimismus. Sein Vorgänger Pat Gelsinger musste gehen, weil er es nicht schaffte, Intels Produktportfolio zu erneuern. Besonders im Bereich der Künstlichen Intelligenz hinkt Intel hinterher: Während Nvidia durch den KI-Boom enorme Umsatz- und Wertsteigerungen verzeichnen konnte, fehlt Intel ein konkurrenzfähiger Beschleunigerchip für diese Technologie.

Ein weiteres ungelöstes Problem ist der Ausbau Intels als Auftragsfertiger für andere Unternehmen - eine Strategie, die Gelsinger eingeführt hatte, die aber noch in den Anfängen steckt. Tan betonte, dass Intel künftig verstärkt auf Kundenwünsche eingehen werde: Statt eigene Standards vorzugeben, sollen externe Kunden die Spezifikationen ihrer Chips selbst bestimmen können. Der neue Intel-Chef stellte klar, dass die Herausforderungen nicht von heute auf morgen gelöst werden können. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich: "Es wird Zeit brauchen, aber ich bin überzeugt, dass wir es schaffen können."

Zusammenfassung
  • Intel stößt Geschäftsbereiche ab, die nicht zum Kerngeschäft gehören
  • Neuer CEO Lip-Bu Tan räumt Rückstände in mehreren Bereichen ein
  • Verlorenes Ingenieurstalent soll ersetzt und die Finanzlage stabilisiert werden
  • Intel hat in den letzten Jahren Marktanteile an Konkurrenten verloren
  • Besonders KI-Chips und Rechenzentren-Produkte sind nicht wettbewerbsfähig
  • Tan möchte verstärkt auf Kundenwünsche eingehen und Innovationen vorantreiben
  • Lösung der Probleme wird Zeit in Anspruch nehmen, CEO bleibt zuversichtlich

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Intels Aktienkurs in Euro
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!