Nordkorea zeigt sein erstes gewaltiges atombetriebenes U-Boot

Nuklearer Antrieb, strategische Raketen, globale Reichweite: Nord­koreas erstes Atom-U-Boot nimmt Form an. Kim Jong-un präsen­tierte die Baufortschritte des 7000-Tonnen-Kolosses. Die Entwick­lung könnte die maritime Machtbalance im Pazifik verändern.
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Aufrüstung auf hoher See

Nordkorea macht Ernst mit seinen Plänen für eine nuklear betriebene U-Boot-Flotte. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet, besichtigte Machthaber Kim Jong-un kürzlich den Bau des ersten atomgetriebenen U-Boots des Landes.

Nordkorea hat bereits im September 2023 ein U-Boot namens "Hero Kim Kun Ok" in Dienst gestellt, das als "taktisches nukleares Angriffs-U-Boot" bezeichnet wurde. Trotz dieser Bezeichnung handelte es sich dabei jedoch um ein konventionell angetriebenes Modell, bei dem sich "nuklear" lediglich auf die Bewaffnung bezog. Das jetzt angekündigte Projekt wäre daher tatsächlich das erste nuklear angetriebene U-Boot des Landes.


Erste offizielle Bestätigung und Fotos

Die New York Times berichtet, dass es sich um das erste Mal handelt, dass Nordkorea offiziell den Bau eines nuklear betriebenen U-Boots bestätigt und Fotos davon veröffentlicht. Bisher hatten Experten die technischen Fähigkeiten des Landes für ein solches Projekt angezweifelt. Es wird spekuliert, dass Russland Nordkorea möglicherweise technologische Unterstützung leistet - im Austausch für Truppen und konventionelle Waffen für den Ukraine-Krieg.


Das neue U-Boot soll laut KCNA in der Lage sein, strategische Lenkraketen zu tragen. Experten gehen davon aus, dass es sich um ein Modell der 6000- bis 7000-Tonnen-Klasse handeln könnte, das bis zu zehn atomwaffenfähige Raketen befördern kann. Bislang verfügt Nordkorea nur über eine Flotte von geschätzten 90 dieselelektrischen U-Booten, die größtenteils veraltet sind und lediglich Torpedos und Minen abfeuern können.

Kim Jong-uns "Byungjin"-Politik

Das U-Boot-Projekt fügt sich in Kim Jong-uns "Byungjin"-Politik ein, die er seit seiner Machtübernahme verfolgt. Diese Strategie, die an die Politik seines Großvaters Kim IL-Sung aus den 1960er Jahren angelehnt ist, sieht die parallele Entwicklung der Wirtschaft und des Nuklearwaffenprogramms vor.

Ein nuklear betriebenes U-Boot würde Nordkoreas Fähigkeiten erheblich erweitern. Im Gegensatz zu den konventionellen Modellen könnte es lange Strecken zurücklegen, ohne auftauchen zu müssen. Dies würde es dem Regime ermöglichen, weit entfernte Ziele wie die USA unentdeckt anzunähern und ggf. mit Atomraketen anzugreifen.

Experten schätzen, dass Nordkorea derzeit über ein Arsenal von etwa 50 Atomwaffen verfügt und jährlich Material für sechs bis sieben weitere Sprengköpfe produzieren kann. Seit 2023 verfolgt das Regime zudem einen transparenteren Umgang mit seinen nuklearen Aktivitäten und hat mehrfach Einrichtungen zur Waffenproduktion öffentlich präsentiert.

Die Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter Spannungen in der Region. Die USA und Südkorea halten regelmäßig gemeinsame Militärübungen ab, die Nordkorea als Bedrohung wahrnimmt. Gleichzeitig hat Pjöngjang in den letzten Jahren sein Raketen- und Atomwaffenprogramm trotz internationaler Sanktionen vorangetrieben.

Zusammenfassung
  • Nordkorea bestätigt erstmals Bau eines atomgetriebenen U-Boots
  • Kim Jong-un besichtigt Baufortschritte des 7000-Tonnen-Kolosses
  • Das U-Boot soll bis zu zehn atomwaffenfähige Raketen tragen können
  • Das Projekt könnte maritime Machtbalance im Pazifik verändern
  • Spekulationen über russische technologische Unterstützung
  • Das U-Boot fügt sich in Kims parallele Wirtschafts- und Nuklearstrategie ein
  • Nordkorea verfolgt seit 2023 transparenteren Umgang mit Nuklearprogramm

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