Blue Ghost empfing vor und nach Mondlandung Navi-Signale wie GPS

Ein Experiment auf dem Mond zeigt: GPS funktioniert auch auf unserem Nachbarn. Die NASA-Technologie LuGRE empfing erfolg­reich Signale aus 360.000 Kilometern Entfernung. Das eröffnet neue Möglichkeiten für die Raumfahrt und künftige Mondmissionen.
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GPS-Empfang auf dem Mond

Die Navigation im Weltraum könnte künftig auf quasi-irdischen Beinen stehen: Erstmals konnten GPS- und Galileo-Signale von der Erde auf dem Mond empfangen werden. Das gelang mit dem Lunar GNSS Receiver Experiment (LuGRE) der NASA, das am 2. März 2025 mit der privaten Mondlandefähre Blue Ghost auf dem Erdtrabanten landete. Der von Firefly Aerospace entwickelte Lander machte das Unternehmen damit zum ersten kommerziellen Anbieter, dem eine erfolgreiche Mondlandung gelang.

Bereits auf dem Weg zum Mond stellte LuGRE neue Rekorde auf. In einer Entfernung von 337.000 Kilometern zur Erde empfing es noch GPS-Signale - die bisher größte Distanz für einen solchen Empfang. Nach der Landung gelang dann der entscheidende Durchbruch: LuGRE konnte seine Position auf der Mondoberfläche anhand von GPS- und Galileo-Signalen bestimmen, obwohl diese über 360.000 Kilometer durch den Weltraum reisen mussten.

NASA teste "irdische" Navigationssysteme auf dem Mond

Wie die NASA schreibt, hat diese Technologie enorme Bedeutung für künftige Mondmissionen. Bisher mussten Raumfahrzeuge außerhalb der Erdumlaufbahn aufwendig von der Erde aus verfolgt und navigiert werden. Mit LuGRE wird nun eine autonome Navigation möglich - ein wichtiger Schritt für bemannte Langzeitmissionen auf dem Mond.

Neue Perspektiven für die Raumfahrt

Jetzt zeigt uns LuGRE, dass wir GNSS-Signale auf dem Mond erfolgreich empfangen und verfolgen können. Das ist eine sehr aufregende Entdeckung für die lunare Navigation, und wir hoffen, diese Fähigkeit für zukünftige Missionen nutzen zu können.
Kevin Coggins, NASA

Die Technologie könnte eventuell auch für Reisen zum Mars relevant werden. Durch die größere Autonomie der Raumfahrzeuge würde sich der Bedarf an menschlicher Unterstützung von der Erde aus reduzieren. Das vereinfacht nicht nur die Abläufe, sondern spart auch Kosten.

LuGRE ist Teil einer größeren NASA-Mission mit insgesamt zehn wissenschaftlichen Nutzlasten, die per Blue Ghost auf den Mond gekommen sind. Die Landung erfolgte im Mare Crisium, einem 500 Kilometer breiten Becken, das von der Erde aus sichtbar ist. Die Mission ist Teil des Commercial Lunar Payload Services (CLPS) Programms der NASA und unterstützt die Vorbereitungen für bemannte Mondmissionen im Rahmen des Artemis-Programms.

In den kommenden zwei Wochen werden weitere Daten gesammelt, um das volle Potenzial der Technologie zu erforschen. Dabei geht es auch um die Frage, wie zuverlässig die Signale über längere Zeiträume empfangen werden können. Die Mission ist auf eine Dauer von 14 Erdtagen (einem Mondtag) ausgelegt, bevor die extreme Kälte der Mondnacht mit Temperaturen von bis zu -173 Grad Celsius die Arbeit der Instrumente beendet.

Zusammenfassung
  • NASA-Experiment LuGRE empfing erstmals GPS-Signale auf dem Mond
  • Empfang gelang in 337.000 km Entfernung und nach der Mondlandung
  • Technologie ermöglicht autonome Navigation für künftige Missionen
  • Landung erfolgte am 2. März 2025 mit privatem Lander Blue Ghost
  • LuGRE ist Teil einer NASA-Mission mit zehn wissenschaftlichen Nutzlasten
  • Datensammlung über zwei Wochen zur Erforschung des vollen Potenzials
  • Technologie könnte auch für Mars-Missionen relevant werden

Siehe auch:


Bresser National Geographic
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