2 Mio. km/h: Extrem schneller Stern mit zugehörigem Planeten entdeckt
Astronomen haben einen außergewöhnlichen Stern entdeckt: Dieser bewegt sich nicht nur mit einer ungewöhnlich hohen Geschwindigkeit durch unsere Milchstraße, sondern hat dabei auch noch mindestens einen Planeten im Schlepptau.
Die Beobachtung gelang einem Forschungsteam eher zufällig. Die Wissenschaftler durchforsteten Archivdaten des Projekts MOA (Microlensing Observations in Astrophysics), die 2011 mit dem Mount John Observatory der University of Canterbury in Neuseeland aufgezeichnet wurden. Das Projekt nutzt die sogenannte Mikrolinsen-Methode, um nach Exoplaneten zu suchen. Die dabei genutzte Technik beruht auf dem Prinzip der gravitativen Lichtablenkung: Die Masse eines Objekts krümmt den Raum, wodurch das Licht eines dahinterliegenden Sterns verstärkt und vergrößert wird.
Die MOA-Daten enthüllten Hinweise auf zwei Himmelskörper, deren Masseverhältnis zueinander ermittelt werden konnte. Das schwerere Objekt besitzt etwa 2300-mal mehr Masse als das leichtere. Die genaue Masse der beiden Objekte lässt sich jedoch schwer bestimmen, da sie davon abhängt, wie weit sie von der Erde entfernt sind.
Um die Natur des Systems weiter zu untersuchen, verglich das Team neue Daten aus dem Keck-Observatorium auf Hawaii und von der Gaia-Mission der ESA mit den MOA-Daten. Dies ließ dann die Rückschlüsse auf die Geschwindigkeit zu. Genauere Analysen und Bahnberechnungen müssen nun noch folgen. Diese könnten zu dem Schluss führen, dass das System unsere Milchstraße irgendwann verlassen und in den intergalaktischen Raum fliegen könnte.
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Größe noch unklar
Der fragliche Stern bewegt sich laut den bisher vorliegenden Daten und Berechnungen mit einer Geschwindigkeit von rund 540 Kilometern pro Sekunde, das wären fast 2 Millionen Kilometer pro Stunde. Sollte sich dies bestätigen, wäre das System fast doppelt so schnell unterwegs, wie unser eigenes Sonnensystem in der Milchstraße.Die Beobachtung gelang einem Forschungsteam eher zufällig. Die Wissenschaftler durchforsteten Archivdaten des Projekts MOA (Microlensing Observations in Astrophysics), die 2011 mit dem Mount John Observatory der University of Canterbury in Neuseeland aufgezeichnet wurden. Das Projekt nutzt die sogenannte Mikrolinsen-Methode, um nach Exoplaneten zu suchen. Die dabei genutzte Technik beruht auf dem Prinzip der gravitativen Lichtablenkung: Die Masse eines Objekts krümmt den Raum, wodurch das Licht eines dahinterliegenden Sterns verstärkt und vergrößert wird.
Die MOA-Daten enthüllten Hinweise auf zwei Himmelskörper, deren Masseverhältnis zueinander ermittelt werden konnte. Das schwerere Objekt besitzt etwa 2300-mal mehr Masse als das leichtere. Die genaue Masse der beiden Objekte lässt sich jedoch schwer bestimmen, da sie davon abhängt, wie weit sie von der Erde entfernt sind.
Es wird gerechnet
Zwei Szenarien sind möglich: Entweder handelt es sich um einen kleinen Stern mit etwa 20 Prozent der Sonnenmasse, umkreist von einem Planeten, der 29-mal so schwer ist wie die Erde. Oder das System besteht aus einem sogenannten "Rogue-Planeten" - also einem frei durch den Raum wandernden Planeten - mit der vierfachen Jupitermasse und einem kleineren Begleiter.Um die Natur des Systems weiter zu untersuchen, verglich das Team neue Daten aus dem Keck-Observatorium auf Hawaii und von der Gaia-Mission der ESA mit den MOA-Daten. Dies ließ dann die Rückschlüsse auf die Geschwindigkeit zu. Genauere Analysen und Bahnberechnungen müssen nun noch folgen. Diese könnten zu dem Schluss führen, dass das System unsere Milchstraße irgendwann verlassen und in den intergalaktischen Raum fliegen könnte.
Zusammenfassung
- Astronomen entdecken rasanten Stern mit mindestens einem Planeten
- Stern bewegt sich mit ca. 2 Mio. km/h durch die Milchstraße
- Die Entdeckung erfolgte zufällig bei Analyse von Archivdaten des MOA-Projekts
- Mikrolinsen-Methode enthüllte zwei Himmelskörper mit Masseverhältnis 1:2300
- Zwei mögliche Szenarien: Kleiner Stern mit Planet oder 'Rogue-Planet'
- Geschwindigkeit durch Vergleich mit Daten von Keck und Gaia ermittelt
- Das System könnte möglicherweise die Milchstraße in Zukunft verlassen
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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