Super-Erden sind im Universum wohl viel verbreiteter als gedacht

Eine neue Entdeckung im All lässt Astronomen weltweit aufhorchen: Sogenannte "Super-Erden" - also felsige Planeten mit der bis zu zehnfachen Masse unserer Erde - sind bei anderen Sternen viel häufiger zu finden als bisher angenommen.
Nasa, Planet, exoplanet, TESS, Transiting Exoplanet Survey Satellite, HD 63433 d
NASA

Auch auf großer Distanz

Grundlage dieser Erkenntnis ist die Feststellung, dass diese Planeten viel weiter von ihren Heimatsternen entfernt kreisen können als man dachte. Entsprechend haben sie viel mehr Raum zur Verfügung. Ausgangspunkt dieser bahnbrechenden Erkenntnis war ein Mikrolinsenereignis namens OGLE-2016-BLG-0007. Dabei wurde ein Exoplanet aufgespürt, der in einer ähnlich weiten Umlaufbahn um seinen Stern kreist wie Saturn um unsere Sonne.

Das Verhältnis der Masse zwischen Planet und Stern lag dabei deutlich über dem Erde-Sonne-Verhältnis - ein klares Indiz für einen massereichen, aber dennoch erdähnlichen Planeten. "Wir haben einen kleinen Planeten entdeckt, dessen Umlaufbahn vergleichbar mit der von Saturn ist", erklärt Jennifer Yee vom Center for Astrophysics Harvard & Smithsonian gegenüber Space.com. Diese Entdeckung sei Teil einer größeren Untersuchung, die nahelege, dass Super-Erden zwischen den Umlaufbahnen von Erde und Saturn in großer Zahl existieren. "Das war eine echte Überraschung", so Yee.


Bislang stützten sich viele Annahmen auf Daten des Kepler-Weltraumteleskops, das Super-Erden meist in geringem Abstand zu ihren Sternen erfasste - typischerweise innerhalb von einem astronomischen Einheit (1 AE), also der Entfernung Erde-Sonne. Die neuen Daten zeigen jedoch, dass auch größere Distanzen von etwa 10 AE typische Positionen für diese Planeten sein können.

Habitable Zonen

Das hat auch Auswirkungen auf unser Verständnis von "habitablen Zonen" - also Regionen um Sterne, in denen flüssiges Wasser existieren könnte. Während Saturn und Jupiter in unserem Sonnensystem außerhalb dieses Bereichs liegen, könnten Super-Erden in ähnlicher Entfernung um heißere Sterne durchaus lebensfreundliche Bedingungen bieten.

Die Ergebnisse deuten zudem auf zwei unterschiedliche Planetenpopulationen hin: eine aus Super-Erden und Neptun-ähnlichen Planeten sowie eine aus massereichen Gasriesen. Diese Trennung könnte auf verschiedene Entstehungsprozesse der Planeten hindeuten. "Die Natur überrascht uns immer wieder", so Yee. "Indem wir die Eigenschaften dieser Super-Erden genauer untersuchen, erhalten wir neue Puzzleteile zur Definition bewohnbarer Welten."

Zusammenfassung
  • Super-Erden sind häufiger als bisher angenommen und kreisen weiter entfernt
  • Entdeckung basiert auf Mikrolinsenereignis OGLE-2016-BLG-0007
  • Super-Erden können bis zu 10 AE von ihrem Stern entfernt sein
  • Neue Erkenntnisse erweitern das Verständnis von habitablen Zonen
  • Zwei unterschiedliche Planetenpopulationen wurden identifiziert
  • Entdeckung liefert neue Einblicke in die Definition bewohnbarer Welten
  • Kepler-Daten zeigten bisher nur Super-Erden in Sternnähe

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