Stellantis: Erster Autokonzern testet Werbeeinblendungen im Cockpit

Software spielt im Auto eine immer größere Rolle. Das mündet nun wohl, ähnlich wie auf dem PC und dem Smartphone, darin, dass der Nutzer auch Werbeeinblendungen im Cockpit akzeptieren soll. Stellantis hat einen entsprechenden Vorstoß bereits gestartet.
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Anzeige poppt beim Halten auf

Der Mutterkonzern von Marken wie Jeep, Chrysler, Fiat, Citroën, Peugeot und Opel testet diesen Weg, neue Einnahmen zu generieren, aktuell wohl aus. Insbesondere Jeep-Besitzer berichten laut dem Auto-Kanal CarEdge, dass sie während der Fahrt mit Werbung für erweiterte Garantieangebote gelockt werden. Die Anzeigen tauchten demnach jedes Mal auf dem Bildschirm des Infotainment-Systems auf, wenn das Fahrzeug zum Stillstand kommt.

Praktisch bedeutet dies, dass das Auto beispielsweise an einer roten Ampel zum Stillstand kommt und der Fahrer einen Blick auf die Navigation werfen will. Plötz­lich wird der gesamte Bildschirm aber von einer Werbung blockiert. Genau das ist dem Vernehmen nach vielen Jeep-Fahrern passiert. Die Anzeigen ver­schwan­den auch nicht von allein, sondern mussten manuell geschlossen werden.

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Ein verärgerter Jeep 4xe-Besitzer äußerte seine Frustration daraufhin in einem Online-Forum. Stellantis reagierte über seinen "JeepCares"-Kundendienst darauf und bestätigte, dass diese Werbung Teil einer vertraglichen Vereinbarung mit dem Radio-Netzwerk SiriusXM sei. Die Lösung: Nutzer sollen einfach auf das "X" tippen, um die Anzeigen zu schließen.

Adblocker im Auto?

Die Automobilbranche bewegt sich oh­ne­hin zunehmend in Richtung abon­ne­ment­ba­sier­ter Dienste - sehr zum Miss­fal­len der Kun­den. BMW sorgte be­reits für Auf­se­hen, als man eine zu­sätz­li­che Ge­bühr für be­heiz­ba­re Sitze ver­lang­te, wäh­rend Mer­ce­des Leis­tungs­sper­ren hin­ter ei­ner Pay­wall ver­steck­te. Jetzt geht Stel­lan­tis noch ei­nen Schritt wei­ter und mone­ta­ri­siert Info­tain­ment-Bild­schir­me mit Werbung.

Einige technikaffine Fahrer suchen bereits nach Möglichkeiten, die Pop-ups dauer­haft zu deaktivieren, sei es durch Software-Hacks oder Dritt­an­bie­ter-Lö­sun­gen. Ver­brau­cher könnten also bald in eine Situation kommen, in der es zur Nor­ma­li­tät wird, neue Autos erst einmal mit einem Jailbreak zu hacken, um an­schlie­ßend einen Wer­be­blo­cker in­stal­lie­ren zu können.

Zusammenfassung
  • Stellantis testet Werbeeinblendungen im Cockpit von Jeep-Fahrzeugen
  • Werbung erscheint bei Stillstand auf dem Infotainment-Bildschirm
  • Anzeigen müssen manuell geschlossen werden und stören die Navigation
  • Stellantis begründet dies mit vertraglicher Vereinbarung mit SiriusXM
  • Trend zu Abo-Modellen und Monetarisierung von Fahrzeugfunktionen
  • Kunden suchen nach Möglichkeiten, die Werbung dauerhaft zu deaktivieren
  • Jailbreaks und Werbeblocker könnten für Neuwagen zur Normalität werden

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