Microsoft testet Scareware-Blocker mit KI-Bildanalyse im Edge-Browser

Microsoft hat die Erprobung einer neuen Sicherheitsfunktion in seinem Browser Edge begonnen, bei der "Scareware" mittels einer fortlaufenden Analyse der Bildschirminhalte erkannt und geblockt werden soll. Das Kalkül: die Nutzer sollen Privatsphäre gegen Sicherheit tauschen.
Microsoft, Edge, Microsoft Edge, Microsoft Browser, Blocker, Scareware
Microsoft

Scareware-Blocker für alle Edge-User als Preview

In Microsoft Edge steht in den Sicherheitseinstellungen ab sofort ein sogenannter Scareware-Blocker als Preview zur Verfügung. Die neue Funktion nutzt ein "lokal auf dem Computer laufendes Machine-Learning-Modell", das mit einer Bilderkennung den jeweils angezeigten Bildschirminhalt im Browser des Nutzers mit zuvor "erlernten" Beispielen für bekannte Betrugsversuche und Scareware-Taktiken abgleicht.

Im Grunde nutzt man also eine Art "Künstliche Intelligenz", um die vom Nutzer aufgerufenen Seiten zu prüfen und dabei neu auftretende Scareware-Betrügereien zu erkennen. Microsoft betonte in einem Blog-Eintrag zu dem Thema, dass das Machine-Learning-Modell nur lokal auf dem jeweiligen PC läuft und keine Screenshots in die Cloud hochgeladen werden. Scareware-Blocker in Microsoft EdgeThumbnail und Warnung: Scareware-Blocker erkennt Bedrohungen Erkennt der Scareware-Blocker in Edge einen möglichen Betrugsversuch, verschafft man dem Nutzer wieder die volle Kontrolle über den Browser. Dies bedeutet, dass unter anderem der in vielen Fällen von Scareware-Angreifern ausgelöste Vollbildmodus oder die auch gern erzwungene Audiowiedergabe beendet werden. Dem Anwender wird dann eine Warnung zusammen mit einem Thumbnail der jeweiligen Website angezeigt.

Im Anschluss bekommt man die Möglichkeit, die erkannte Scareware-Bedrohung mit einem Screenshot und einigen anderen Daten an Microsoft zu übermitteln. Diese Informationen nutzt der Konzern dann zur Aktualisierung des Defender SmartScreen-Service, der auf zahllosen Windows-PCs weltweit dauernd zur Malware-Erkennung im Einsatz ist und mit den neuen Daten andere Nutzer vor der neuen Bedrohung schützen kann.

Microsoft hatte den neuen Scareware-Blocker zur Ignite 2024 erstmals offiziell angekündigt. Das Unternehmen will damit vor allem Business-Kunden helfen, ihre Nutzer besser gegen Scareware- und Phishing-Kampagnen zu schützen. Dass man dabei auf Technologie setzt, die dem Softwaregiganten im Fall des umstrittenen Features Recall für Windows bereits massive Kritik einbrachte, muss man dabei wohl in Kauf nehmen.

Zusammenfassung
  • Microsoft Edge erhält neue KI-gestützte Sicherheitsfunktion gegen Scareware
  • Lokales Machine-Learning-Modell analysiert Bildschirminhalte auf Betrugsversuche
  • System erkennt Scareware und deaktiviert erzwungenen Vollbildmodus automatisch
  • Nutzer können verdächtige Websites mit Screenshots an Microsoft übermitteln
  • Defender SmartScreen wird durch gemeldete Bedrohungen kontinuierlich aktualisiert
  • Feature nutzt umstrittene Bildschirmanalyse-Technologie aus Windows Recall

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!