Parker Solar Probe fliegt zu Weihnachten quasi direkt in die Sonne
Eine NASA-Raumsonde wird Heiligabend einen Meilenstein erreichen: Sie nähert sich der Sonne bis auf 6,1 Millionen Kilometer - so nah wie nie ein von Menschen gebautes Objekt zuvor. Mit 690.000 Kilometern pro Stunde durchquert sie dabei die äußere Atmosphäre unseres Sterns.
Die rund eine Tonne schwere Sonde musste und muss bei ihrer Mission beispiellose Herausforderungen überwinden. An der Vorderseite des Hitzeschilds werden Temperaturen von über 1370 Grad Celsius erwartet. Eine speziell entwickelte weiße Beschichtung reflektiert dabei einen Großteil der Hitze. Dies ermöglicht den wissenschaftlichen Instrumenten im Inneren, bei ansatzweise normaler Raumtemperatur zu arbeiten.
Die Parker Solar Probe, die 2018 gestartet wurde, trug als erste NASA-Sonde den Namen einer noch lebenden Person - des Physikers Eugene Parker. Seine bahnbrechende Vorhersage des Sonnenwinds in den 1950er Jahren stieß zunächst auf Skepsis in der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Erst die Mariner-2-Mission bestätigte 1962 seine Theorie.
Siehe auch:
Rekordflug zur Sonne steht bevor
Die NASA steht vor einem außergewöhnlichen Weltraum-Experiment: Am 24. Dezember 2024 wird die Parker Solar Probe der Sonne so nahe kommen, dass man fast schon von "in der Sonne" sprechen kann. Mehr als das: Mit einer Geschwindigkeit von etwa 690.000 km/h ist sie auch das schnellste, je von Menschen gebaute Objekt aller Zeiten. Diese enorme Geschwindigkeit entspricht theoretisch einer Reise von New York nach Tokio in unter einer Minute.Die rund eine Tonne schwere Sonde musste und muss bei ihrer Mission beispiellose Herausforderungen überwinden. An der Vorderseite des Hitzeschilds werden Temperaturen von über 1370 Grad Celsius erwartet. Eine speziell entwickelte weiße Beschichtung reflektiert dabei einen Großteil der Hitze. Dies ermöglicht den wissenschaftlichen Instrumenten im Inneren, bei ansatzweise normaler Raumtemperatur zu arbeiten.
Die Parker Solar Probe wird uns Einblicke in die Sonnenphysik gewähren, von denen wir bisher nur träumen konnten.
Neue Erkenntnisse über Sonnenwind
Nach Angaben von Ars Technica konzentriert sich die Mission darauf, den Ursprung des Sonnenwinds zu erforschen - jenes Stroms geladener Teilchen, der von der äußersten Schicht der Atmosphäre, der Sonnencorona, ausgeht. Die Sonde wird durch Plasmawolken fliegen, die noch direkt mit der Sonne verbunden sind, und sogar solare Eruptionen durchqueren - hoffentlich unbeschadetDie Parker Solar Probe, die 2018 gestartet wurde, trug als erste NASA-Sonde den Namen einer noch lebenden Person - des Physikers Eugene Parker. Seine bahnbrechende Vorhersage des Sonnenwinds in den 1950er Jahren stieß zunächst auf Skepsis in der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Erst die Mariner-2-Mission bestätigte 1962 seine Theorie.
Technische Besonderheiten der Mission
Die wichtigsten Aspekte im Überblick:- Geschwindigkeit: 690.000 km/h - schnellstes von Menschen gebautes Objekt
- Hitzebelastung: Über 1.370 Grad Celsius am Hitzeschild
- Entfernung zur Sonne: Nur 6,1 Millionen Kilometer
- Navigationstechnik: Swing-by-Manöver an der Venus
Präzise Navigation
Für ihre Mission nutzte die Sonde im November 2023 ein letztes Mal die Schwerkraft der Venus für ein Swing-by-Manöver. Diese Technik, die erstmals bei der Mariner-10-Mission 1974 zum Merkur eingesetzt wurde, ermöglicht der Sonde eine Anpassung ihrer Flugbahn bei minimalem Treibstoffverbrauch. Eugene Parker wird den finalen Erfolg "seiner" Sonde allerdings nicht mehr erleben, denn der Physiker verstarb im März 2022 im Alter von 94 Jahren.
Zusammenfassung
- NASA-Sonde Parker Solar Probe erreicht am 24. Dezember 2024 Rekordnähe zur Sonne
- Mit 690.000 Kilometern pro Stunde ist die Sonde das schnellste Menschenobjekt
- Spezielle Hitzeschilde schützen die Sonde vor Temperaturen über 1370 Grad Celsius
- Swing-by-Manöver an der Venus ermöglichen treibstoffsparende Kursanpassungen
- Mission erforscht Sonnenwind und durchquert dabei direkt solare Plasmawolken
- Benannt nach Eugene Parker, der in den 1950ern den Sonnenwind vorhersagte
Siehe auch:
- Extreme Sonnenstürme: Erhöhtes Risiko für solare Superflares entdeckt
- Proba-3: ESA wird bald künstliche Sonnenfinsternisse im All erschaffen
- Solar Orbiter liefert die bisher detailliertesten Bilder unserer Sonne
- Interstellarer Tunnel führt von unserem Sonnensystem nach Zentaurus
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