Bitcoin-Höhenflug geht weiter, durchbricht erstmals 90.000 Dollar

Die Kryptowährung Bitcoin hat einen neuen Höchststand erreicht und durchbrach die 90.000-Dollar-Marke. Das hängt mit Donald Trumps Wahlsieg und seinen kryptofreundlichen Versprechen zusammen. Doch Analysten mahnen angesichts der hohen Volatilität zur Vorsicht.
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Bitcoin auf Rekordjagd

Der Kurs der weltweit größten Kryptowährung Bitcoin hat am Mittwoch einen neuen Rekordwert erreicht. Zeitweise stieg der Preis auf über 93.400 Dollar (etwa 88.505 Euro), bevor er sich dann wieder bei knapp über 88.000 Dollar einpendelte. Seit dem Wahltag am 5. November 2024 verzeichnet Bitcoin damit einen Anstieg von über 30 Prozent.

Experten sehen - wenig überraschend - einen Zusammenhang zwischen dem Kursanstieg und dem überraschenden Wahlsieg von Donald Trump. Der designierte US-Präsident hatte im Wahlkampf mehrere kryptofreundliche Versprechen gemacht, die nun für Optimismus, ja Euphorie, unter Anlegern sorgen. So kündigte Trump an, einen Krypto-Beraterstab im Weißen Haus einzurichten, den amtierenden SEC-Vorsitzenden Gary Gensler zu entlassen und eine "strategische nationale Bitcoin-Reserve" aufzubauen.

Wie Reuters berichtet, profitieren nicht nur Bitcoin, sondern auch andere Kryptowährungen von der aktuellen Entwicklung. So legte Ethereum seit der Wahl um 37 Prozent zu, während der von Tesla-CEO Elon Musk unterstützte Dogecoin sogar um mehr als 150 Prozent zulegte. Trump hatte angekündigt, Musk gemeinsam mit dem ehemaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Vivek Ramaswamy mit der Leitung einer neuen "Abteilung für Regierungseffizienz" zu betrauen - passenderweise mit der Abkürzung DOGE.


Regulatorische Unsicherheit

Viele Marktbeobachter sehen in der möglichen Regulierungsreform unter Trump den Hauptgrund für den aktuellen Kursanstieg. Damon Polistina, Forschungsleiter beim Beratungsunternehmen Eaglebrook, erklärte gegenüber Reuters:

Was Sie seit der Wahl gesehen haben, ist die Hoffnung oder Erkenntnis des Marktes, was das für Bitcoin auf mittlere bis lange Sicht bedeuten könnte - eine Pro-Bitcoin-Regierung, einen entsprechenden Senat und mögliche Gesetze, die nicht nur US-Bürgern das Recht auf Bitcoin-Selbstverwahrung geben, sondern Bitcoin potenziell auch zu einem strategischen Reservevermögen für das US-Finanzministerium machen könnten.
Damon Polistina
Die regulatorische Unsicherheit galt bisher als großes Hindernis für institutionelle Anleger. Zach Pandl, Forschungsleiter bei Grayscale Investments, sieht nun die Möglichkeit, dass "die Wahlergebnisse es großen, regulierten Unternehmen wie Banken, Verwahrern und Börsen ermöglichen werden, sich mit öffentlicher Blockchain-Technologie in einer Weise zu beschäftigen, wie sie es in der Vergangenheit nicht konnten."

Warnung vor Euphorie

Trotz der positiven Stimmung mahnen einige Experten zur Vorsicht. Georgi Koreli, CEO der Blockchain-basierten Handelsplattform Hinkal, warnt: "Mit Bitcoin (...) sollten Anleger vorsichtig sein, was die mögliche Volatilität in der Zukunft angeht. Das bedeutet nicht, dass wir nicht bald 95.000 oder sogar 100.000 Dollar sehen werden, sondern eher, dass Bitcoin möglicherweise eine Pause einlegt oder zurückgeht, um seine Stärke wiederzugewinnen."

Auch die UBS Global Wealth Management bleibt skeptisch. In einer Notiz vom Dienstag bezeichnete Chef-Anlagestrategin Solita Marcelli Krypto-Assets als "spekulativen Handel" und nicht als "strategische Investition in Portfolios". Sie wies darauf hin, dass es seit 2014 drei große Kurseinbrüche von über 70 Prozent bei Bitcoin gab, von denen sich die Währung im Durchschnitt erst nach drei Jahren erholen konnte.

Zusammenfassung
  • Bitcoin erreicht Rekordwert von über 93.400 Dollar am 13. November 2024
  • 30-prozentiger Anstieg seit Trumps überraschendem Wahlsieg am 5. November
  • Trumps kryptofreundliche Versprechen sorgen für Optimismus unter Anlegern
  • Andere Kryptowährungen wie Ethereum und Dogecoin legen ebenfalls stark zu
  • Experten sehen mögliche Regulierungsreform als Hauptgrund für Kursanstieg
  • Hoffnung auf Pro-Bitcoin-Regierung und strategische nationale Reserve
  • Trotz positiver Stimmung mahnen einige Experten zur Vorsicht vor Volatilität

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