Corning im Wettbewerbs-Visier:
EU untersucht Gorilla-Glass-Deals

Die EU eröffnet eine Untersuchung gegen Corning wegen möglicher wett­be­werbs­widriger Praktiken. Der Hersteller des bekannten Gorilla Glass für Smartphones könnte seine Marktposition missbraucht haben, um Konkurrenten auszuschließen und Verbraucher zu benachteiligen.
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Ermittlungen gegen Gorilla Glass-Hersteller

Die Europäische Kommission hat eine formelle Untersuchung gegen den US-Konzern Corning eingeleitet. Der Grund: Der Hersteller des weitverbreiteten Gorilla Glass für Smartphones steht im Verdacht, seine marktbeherrschende Stellung missbraucht zu haben. Die Brüsseler Behörde prüft, ob Corning durch Exklusivverträge mit Smartphone-Herstellern und Glasverarbeitern Wettbewerber vom Markt ausgeschlossen und damit gegen EU-Kartellrecht verstoßen hat.

Cornings Gorilla Glass ist in der Smartphone-Branche allgegenwärtig. Das extrem widerstandsfähige Glas schützt die Displays der meisten Top-Smartphones vor Kratzern und Stürzen. Im Wesentlichen setzen alle renommierten Hersteller auf die Technologie von Corning. Doch genau diese Marktdominanz könnte dem Unternehmen nun zum Verhängnis werden.


Bedenken der EU-Wettbewerbskommissarin

Wie Bloomberg berichtet, äußerte die scheidende EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in der offiziellen Mitteilung der EU Bedenken hinsichtlich möglicher wettbewerbswidriger Praktiken: Wir untersuchen, ob Corning als Hauptproduzent dieses Spezialglases versucht haben könnte, konkurrierende Glashersteller auszuschließen und dadurch Verbraucher von günstigem und bruchfestem Glas fernzuhalten."

Die Kommission konzentriert sich bei ihren Ermittlungen auf mehrere Aspekte:

  • Verpflichtung von Smartphone-Herstellern, ihren gesamten oder fast gesamten Glasbedarf von Corning zu beziehen
  • Rabatte für Exklusivdeals
  • Verpflichtung für Gerätehersteller, Angebote von Konkurrenten zu melden und diese nur anzunehmen, wenn Corning preislich nicht mithalten kann

Mögliche Konsequenzen

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen Corning empfindliche Strafen von bis zu zehn Prozent des globalen Jahresumsatzes. Allerdings hat das Unternehmen auch die Möglichkeit, die EU-Bedenken durch Zugeständnisse auszuräumen und so die Untersuchung von sich aus zu beenden.

Corning, gegründet 1851 als Corning Glass Works, blickt auf eine lange Geschichte in der Glasherstellung zurück. Das Unternehmen entwickelte Gorilla Glass im Jahr 2007 in Zusammenarbeit mit Apple, genauer gesagt für das erste iPhone. Seitdem hat sich die Technologie zum Industriestandard entwickelt und wird in Milliarden von Geräten weltweit eingesetzt. Trotz dieser Dominanz gibt es allerdings auch Konkurrenzprodukte wie Dragontrail von AGC Inc. oder Xensation von Schott AG.
Zusammenfassung
  • EU untersucht Corning wegen möglichen Missbrauchs der Marktposition
  • Gorilla Glass dominiert den Markt für Smartphone-Displayschutz
  • Verdacht auf Exklusivverträge und Wettbewerbsbehinderung
  • Untersuchung fokussiert auf Verpflichtungen und Rabatte für Hersteller
  • Bei Bestätigung der Vorwürfe drohen empfindliche Geldstrafen
  • Corning entwickelte Gorilla Glass 2007 in Zusammenarbeit mit Apple
  • Trotz Dominanz existieren Konkurrenzprodukte wie Dragontrail und Xensation

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