Künstliche Netzhaut im Einsatz:
Mikrochip bringt Durchbruch für Blinde
Eine neue Technologie verspricht Hoffnung für Millionen von Menschen mit altersbedingtem, fast vollständigem Sehverlust. Ein winziger Chip, der als künstliche Netzhaut fungiert, könnte Blinden helfen, wieder zu lesen und Gesichter zu erkennen.
Der Chip enthält fast 400 lichtempfindliche Pixel und wird in einem 80-minütigen Eingriff eingesetzt. In Kombination mit einer speziellen Kamerabrille wandelt er Bildinformationen in elektrische Signale um, die das Gehirn verarbeiten kann.
Erste Ergebnisse sind vielversprechend. Die Teilnehmer, die zu Beginn eine durchschnittliche Sehschärfe von 0,044 (20/450) hatten, konnten bei Sehtests durchschnittlich fünf Zeilen mehr lesen. Ein Patient verbesserte sich sogar um 59 Buchstaben - mehr als 11 Zeilen. Die Kamerabrille mit "Zoom-and-Enhance"-Funktion ermöglichte einigen, längere Texte in gedämpftem Licht zu lesen.
Darstellung des PRIMA-Systems
Frank Holz von der Universität Bonn, wissenschaftlicher Koordinator der Studie, bezeichnet die Ergebnisse in einer Stellungnahme zur Studie als "Meilenstein" für die Behandlung der geografischen Atrophie, eine fortschreitende Augenkrankheit, bei der Zellen in der Netzhaut absterben und das zentrale Sehvermögen zunehmend verloren geht. "Vor dieser Entwicklung gab es für diese Patienten keine echten Behandlungsmöglichkeiten", so Holz.
Siehe auch:
Durchbruch: Mikrochip lässt Blinde wieder lesen
Die sogenannte PRIMAvera-Studie, geleitet von Science Corporation, einem in Kalifornien ansässigen Unternehmen für Gehirn-Computer-Schnittstellen, implantierte 38 nahezu blinden Teilnehmern einen zwei Millimeter großen Chip unter die Netzhaut.Der Chip enthält fast 400 lichtempfindliche Pixel und wird in einem 80-minütigen Eingriff eingesetzt. In Kombination mit einer speziellen Kamerabrille wandelt er Bildinformationen in elektrische Signale um, die das Gehirn verarbeiten kann.
PRIMAvera Klinische Studie: Patienten-Clips
Erste Ergebnisse sind vielversprechend. Die Teilnehmer, die zu Beginn eine durchschnittliche Sehschärfe von 0,044 (20/450) hatten, konnten bei Sehtests durchschnittlich fünf Zeilen mehr lesen. Ein Patient verbesserte sich sogar um 59 Buchstaben - mehr als 11 Zeilen. Die Kamerabrille mit "Zoom-and-Enhance"-Funktion ermöglichte einigen, längere Texte in gedämpftem Licht zu lesen.
Darstellung des PRIMA-Systems
Frank Holz von der Universität Bonn, wissenschaftlicher Koordinator der Studie, bezeichnet die Ergebnisse in einer Stellungnahme zur Studie als "Meilenstein" für die Behandlung der geografischen Atrophie, eine fortschreitende Augenkrankheit, bei der Zellen in der Netzhaut absterben und das zentrale Sehvermögen zunehmend verloren geht. "Vor dieser Entwicklung gab es für diese Patienten keine echten Behandlungsmöglichkeiten", so Holz.
Netzhaut 2.0
Die Studie läuft noch bis 2026, um Langzeiteffekte und Lebensqualität der Teilnehmer zu untersuchen. Trotz einiger behandelbarer Nebenwirkungen sieht Science Corp-CEO Max Hodak, ehemaliger Präsident von Elon Musk's Neuralink, großes Potenzial: "Unseres Wissens nach ist dies das erste Mal, dass die Wiederherstellung der Fähigkeit, flüssig zu lesen, bei blinden Patienten eindeutig nachgewiesen wurde."
Zusammenfassung
- Künstliche Netzhaut könnte Blinden helfen, wieder zu lesen
- Winziger Chip mit fast 400 lichtempfindlichen Pixeln wird implantiert
- Kamerabrille wandelt Bildinformationen in elektrische Signale um
- Studienteilnehmer konnten durchschnittlich fünf Zeilen mehr lesen
- Ergebnisse als 'Meilenstein' für Behandlung der geografischen Atrophie
- Erstmals flüssiges Lesen bei blinden Patienten nachgewiesen
- Die Studie läuft bis 2026, um Langzeiteffekte und Lebensqualität zu prüfen
Siehe auch:
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