AMD stellt neue Rechenzentren-Prozessoren mit bis zu 192 Kernen vor

AMD präsentiert seine neue Epyc-Prozessor-Generation (Codename "Turin") mit bis zu 192 Kernen und (bis zu) 5-GHz-Taktrate. Die Zen-5-Architektur verspricht deutliche Leistungssteigerungen gegenüber Intels Xeon und soll AMDs Marktposition in Rechenzentren weiter stärken.
Cpu, Prozessor, Amd, Prozessoren, Zen 5, AMD EPYC, Turin
AMD

Leistungssprung im Rechenzentrum

AMD hat seine 5. Generation der Epyc Server-Prozessoren offiziell vorgestellt: Die neue Epyc 9005-Serie umfasst insgesamt 27 Modelle und deckt eine breite Palette von Anwendungsfällen ab. Das Flaggschiff Epyc 9965 stellt mit 192 Kernen und 384 Threads einen neuen Rekord auf. Der Chip bietet einen Basistakt von 2,25 GHz und einen Boost von bis zu 3,7 GHz, bei einer TDP (Thermal Design Power) von 500 Watt. Mit einem Preis von 14.813 Dollar (etwa 13.500 Euro) ist das zugleich AMDs bisher teuerster Prozessor.
AMD EpycAMD Epyc
AMD betont, dass die neue Epyc-Generation in diversen Benchmarks deutlich vor Intels aktuellem Xeon-Portfolio liegt. So soll der 192-Kerner Epyc 9965 im SPEC CPU 2017 Integer Throughput Test eine 2,7-fache Leistung gegenüber Intels Flaggschiff-Modell erzielen. Auch in Anwendungen wie Videotranscodierung, Datenbanken und Rendering verspricht AMD Leistungsvorteile von bis zu 300 Prozent.

5 GHz für KI-Workloads

Für Anwendungen, die von hohen Taktraten profitieren, bietet AMD erstmals einen Epyc-Prozessor mit 5 GHz an. Das Modell 9575F verfügt über 64 Kerne und einen Basistakt von 3,3 GHz. Mit einer TDP von 400 Watt zielt es besonders auf KI-Workloads und die Orchestrierung von GPU-Clustern ab.

Die neue Zen 5-Architektur liefert laut AMD einen IPC-Zuwachs (Instructions Per Cycle; Instruktionen pro Taktzyklus) von bis zu 17 Prozent gegenüber der Vorgänger-Generation. In bestimmten HPC- und KI-Anwendungen soll der Leistungssprung sogar bis zu 37 Prozent betragen. Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Unterstützung von AVX-512 Instruktionen mit voller 512-Bit Datenpfadbreite.

Plattform-Upgrades und Fertigungsprozesse

Die neuen Prozessoren nutzen weiterhin den bestehenden SP5-Sockel, was Kunden einen einfachen Upgrade-Pfad ermöglichen soll. Die Plattform unterstützt nun DDR5-6400 Speicher mit bis zu 6 TB Kapazität pro Sockel sowie 128 PCIe 5.0 Lanes. Neu ist auch die offizielle Unterstützung für CXL 2.0.

Die Epyc-Prozessoren sind in zwei Varianten aufgeteilt:
  • Standard-Modelle mit bis zu 128 Zen 5-Kernen werden im 4nm-Verfahren gefertigt
  • Für besonders hohe Kerndichten kommen zusätzlich kompaktere Zen 5c-Kerne zum Einsatz, die im 3nm-Prozess produziert werden

Wachstumsmarkt Rechenzentren

AMD sieht in den neuen Epyc-Prozessoren einen wichtigen Schritt zur Modernisierung von Rechenzentren. Laut Berechnungen des Unternehmens könnten 1000 ältere Server durch nur 131 neue Turin-basierte Systeme ersetzt werden. Dies würde den Stromverbrauch um bis zu 68 Prozent und den Platzbedarf um 87 Prozent reduzieren.

Mit der 5. Epyc-Generation will AMD seinen Marktanteil im lukrativen Server-Segment weiter ausbauen. Seit der Einführung der ersten Epyc-Prozessoren im Jahr 2017 konnte das Unternehmen seinen Anteil am Serverprozessor-Markt von zwei auf 34 Prozent steigern.

Zusammenfassung
  • AMD stellt neue Epyc-Prozessor-Generation "Turin" vor
  • Flaggschiff Epyc 9965 bietet 192 Kerne und 384 Threads
  • Neue Epyc 9005-Serie umfasst 27 Modelle
  • Zen 5-Architektur ermöglicht bis zu 17% mehr IPC
  • Unterstützung für DDR5-6400 Speicher und 128 PCIe 5
  • Erster 5 GHz Epyc-Prozessor zielt auf KI-Workloads ab
  • AMD will mit Epyc 5 Marktanteil im Server-Segment steigern

Siehe auch:


AMDs Aktienkurs
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!