Digitale Stores sollen Kunden informieren, dass man nur Lizenz kauft

Kalifornien führt ein neues Gesetz ein, das digitale Stores zwingt, Klartext zu reden: Nämlich, dass man beim Kauf von Spielen, Filmen und E-Books als Kunde nur eine Lizenz erwirbt und das Produkt nicht besitzt. Die Regelung soll ab 2025 für mehr Transparenz sorgen.
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Lizenz statt Eigentum: Kalifornien schafft Klarheit

Wer ein Spiel in einem digitalen Store kauft, kann mitunter (irgendwann) eine böse Überraschung erleben, weil das vermeintlich gekaufte Spiel plötzlich verschwindet: Denn man erwirbt dabei nicht wirklich das Spiel, sondern lediglich eine Lizenz zur Nutzung. Um diesen oft übersehenen Unterschied deutlich zu machen, hat Kalifornien ein neues Gesetz verabschiedet, das digitale Stores zu mehr Transparenz verpflichtet.

Das als AB 2426 bekannte Gesetz wurde diese Woche von Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnet und soll ab dem 1. Januar 2025 in Kraft treten, wie The Verge berichtet. Es verbietet digitalen Marktplätzen die Verwendung von Begriffen wie "kaufen" oder "erwerben", es sei denn, sie informieren die Kunden klar darüber, dass sie lediglich eine Lizenz erwerben und kein uneingeschränktes Eigentumsrecht am digitalen Gut.

Das Gesetz wurde teilweise als Reaktion auf den Fall des Rennspiels The Crew von Ubisoft ins Leben gerufen. Nachdem Ubisoft die Server des Spiels abgeschaltet hatte, begann das Unternehmen, Lizenzen für das Spiel zu entziehen - ein Vorgang, der viele Spieler überraschte und verärgerte.


Auswirkungen auf Gaming-Branche

Die neue Regelung betrifft eine Vielzahl von digitalen Plattformen, darunter den Microsoft Store, Steam, den PlayStation Store und den Nintendo eShop. Diese Unternehmen bzw. Plattformen werden gezwungen sein, ihre Verkaufspraktiken zu überdenken und wohl auch, Benutzeroberflächen sowie Wording anzupassen.

Verbraucher auf der ganzen Welt verdienen es zu verstehen, dass, wenn sie Geld für digitale Filme, Musik, Bücher und Spiele ausgeben, diese sogenannten 'Käufe' ohne Vorankündigung verschwinden können. Es gibt noch wichtige Arbeit zu leisten, um die digitalen Rechte der Verbraucher zu sichern, aber AB 2426 ist ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung.
Aaron Perzanowski, Professor an der University of Michigan, gegenüber Polygon

Grenzen der Regelung

Es ist wichtig zu betonen, dass das Gesetz die grundlegende Praxis des Lizenzverkaufs nicht ändert. Unternehmen können weiterhin Lizenzen statt Eigentumsrechte verkaufen. Die Regelung zielt lediglich darauf ab, Verbraucher besser über die Natur ihrer Käufe zu informieren.

Zudem gilt das Gesetz nicht für Abonnement-basierte Dienste, kostenlose Downloads wie Demos sowie Unternehmen, die "permanente Offline-Downloads" digitaler Güter anbieten. Diese Ausnahmen könnten einige Unternehmen möglicherweise dazu veranlassen, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken, um strengere Regelungen dieser Art zu umgehen.

Was denkt ihr über dieses neue Gesetz? Haltet ihr das für einen wichtigen Schritt zu mehr Transparenz oder seht ihr darin eher einen symbolischen Akt ohne große Auswirkungen?

Zusammenfassung
  • Kalifornien verabschiedet neues Gesetz für mehr Transparenz in digitalen Stores
  • Ab 1. Januar 2025 tritt das Gesetz AB 2426 in Kraft
  • Digitale Produkte dürfen nicht mehr als "gekauft" beworben werden
  • Ziel ist es, Klarheit über den Erwerb von Nutzungsrechten zu schaffen
  • Reaktion auf Fälle wie das Verschwinden von Ubisofts The Crew
  • Betroffen sind Plattformen wie Steam, PlayStation Store, Microsoft Store
  • Das Gesetz ändert nicht die Praxis des Lizenzverkaufs, nur die Kommunikation

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