Aufruhr um Firefox-Tracking ohne Einwilligung:
Datenschützer alarmiert

Mozilla gerät wegen einer neuen Tracking-Funktion in Firefox in die Kri­tik. Das als datenschutzfreundlich beworbene Feature soll Nutzerdaten ohne Einwilligung sammeln. Datenschützer haben nun DSGVO-Be­schwer­de eingereicht.
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Firefox: Datenschutzfunktion sorgt für Kontroverse

Mozilla, bekannt für seinen Browser Firefox, steht vor einem Dilemma. Eine neue Funktion namens "Privacy Preserving Attribution" (PPA), die als datenschutzfreundliche Werbemessung beworben wird, sorgt für Kritik. Der Grund: Die standardmäßig aktivierte Funktion ermöglicht es dem Browser, das Nutzerverhalten zu tracken - und das ohne explizite Zustimmung der Anwender.

Die mit Firefox 128 im Juli 2024 eingeführte Funktion soll eine Balance zwischen den Interessen der Werbetreibenden und dem Datenschutz der Nutzer herstellen. Statt, dass einzelne Websites Daten sammeln, übernimmt der Browser selbst diese Aufgabe. Er erfasst Informationen über Werbeinteraktionen und stellt den Websites auf Anfrage anonymisierte, gebündelte Daten zur Verfügung.


Datenschutzverein reicht Beschwerde ein

Der europäische Datenschutzverein Noyb hat bei der österreichischen Datenschutzbehörde (DSB) Beschwerde gegen Mozilla eingereicht. Felix Mikolasch, Datenschutzjurist bei Noyb, kritisiert:

Indem es Firefox in ein Instrument zur Werbemessung verwandelt, folgt Mozilla dem Narrativ, dass die Werbeindustrie ein Recht auf das Tracking von Nutzer:innen hat. Mozilla mag zwar gute Absichten gehabt haben, es ist aber unwahrscheinlich, dass die 'datenschutzfreundliche Werbemessung' Cookies und andere Tracking-Tools ersetzen wird. Es handelt sich nur um ein neues, zusätzliches Tracking-Tool.
Felix Mikolasch, Datenschutzjurist bei Noyb

Kritikpunkte an Mozillas Vorgehen

Besonders problematisch sieht Noyb die Tatsache, dass die Funktion ohne Information oder Einwilligung der Nutzer aktiviert wurde. Sie wird nicht einmal in Mozillas Datenschutzrichtlinien erwähnt. Die Möglichkeit zur Deaktivierung findet sich in einem Untermenü der Browser-Einstellungen.

Die Ähnlichkeit zu Googles umstrittener "Privacy Sandbox" ist auffällig. Auch hier sollte der Browser selbst zum Tracking-Tool werden, um Drittanbieter-Cookies zu ersetzen. Google ist von diesem Ziel mittlerweile abgerückt, nachdem die Initiative auf massive Kritik gestoßen war.

Imageproblem für Mozilla

Für Mozilla, das sich bisher als datenschutzfreundliche Alternative zu Google-basierten Browsern positionierte, ist die Situation besonders heikel. Der Vorwurf, stillschweigend eine Tracking-Funktion eingeführt zu haben, könnte natürlich am Image des Unternehmens kratzen.

Die Datenschützer haben klare Forderungen an Mozilla gerichtet. Sie verlangen, dass das Unternehmen seine Nutzer umfassend und transparent über sämtliche Datenverarbeitungsprozesse in Kenntnis setzt. Zudem soll die betreffende Funktion, die Anlass zur Kritik gab, in der Standardeinstellung deaktiviert sein. Eine weitere Forderung ist die Löschung aller unrechtmäßig verarbeiteten Daten.

So deaktiviert man die Funktion:

  1. Auf die Menüschaltfläche rechts oben in Firefox klicken
  2. "Einstellungen" auswählen
  3. Zu "Datenschutz & Sicherheit" navigieren
  4. Bereich "Werbeeinstellungen für Websites"
  5. Standardmäßig gesetzten Haken entfernen

Was haltet ihr von Mozillas Vorgehen? Seht ihr die neue Funktion als Verbesserung oder als Rückschritt für den Datenschutz? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren - wir sind gespannt auf eure Sichtweisen!

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Zusammenfassung
  • Mozilla wegen neuer Tracking-Funktion in Firefox kritisiert
  • Datenschützer reichen Beschwerde gegen "Privacy Preserving Attribution" ein
  • Die Funktion sammelt Nutzerdaten ohne explizite Zustimmung
  • Mozilla versuchte, Werbeinteressen und Datenschutz zu vereinen
  • Datenschutzverein Noyb kritisiert die Aktivierung der Funktion ohne Nutzerinformation
  • Sieht Parallelen zu Googles "Privacy Sandbox"

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