Microsoft, Google & Co. tracken Nutzer gern auch nach einem Opt-out
Nutzer können sich kaum vor dem Tracking durch die großen Tech-Konzerne schützen. Denn diese ignorieren die vorhandenen Opt-out-Entscheidungen der Anwender schlicht, wie eine heikle Untersuchung nun zeigt.
Die Untersuchung analysierte im März den Datenverkehr von mehr als 7.000 stark frequentierten Webseiten. In 55 Prozent der Fälle wurden dabei Werbe-Cookies gesetzt, obwohl Nutzer ausdrücklich widersprochen hatten. Grundlage der Bewertung ist unter anderem der sogenannte Global Privacy Control (GPC), ein Standard, der Websites signalisiert, dass ein Nutzer kein Tracking wünscht. Das kalifornische Datenschutzgesetz CCPA verpflichtet Unternehmen, solche Opt-out-Signale zu respektieren.
Besonders kritisch fällt die Bewertung für Google aus: In 87 Prozent der untersuchten Fälle sei das Opt-out-Signal ignoriert worden. Laut WebXray sei dies technisch leicht nachweisbar, da Server trotz entsprechender Kennzeichnung aktiv Cookies setzten. Auch Microsoft und Meta schnitten schlecht ab: Microsoft soll in etwa der Hälfte der Fälle gegen die Vorgaben verstoßen haben, Meta sogar in 69 Prozent der geprüften Seitenaufrufe. Bei Meta kritisieren die Prüfer insbesondere Tracking-Codes, die ohne jede Rücksicht auf Nutzereinstellungen automatisch aktiviert würden.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die sogenannten Consent-Management-Plattformen (CMP), also Cookie-Banner. Diese sollen Nutzern Kontrolle über ihre Daten geben, versagen laut Audit jedoch häufig. Selbst von Google zertifizierte Systeme hätten hohe Fehlerquoten von bis zu 91 Prozent gezeigt.
Die betroffenen Unternehmen wiesen die Vorwürfe zurück. Google sprach von einem "grundlegenden Missverständnis" der Funktionsweise seiner Produkte. Meta und Microsoft betonten ebenfalls, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und Datenschutz ernst zu nehmen. Laut WebXray ließen sich viele der Probleme technisch einfach lösen, etwa durch das konsequente Unterdrücken von Cookies bei erkannten Opt-out-Signalen. Ohne strengere Durchsetzung der Regeln dürften Verstöße jedoch weiterhin an der Tagesordnung bleiben.
Siehe auch:
Cookies werden einfach gesetzt
Eine unabhängige Datenschutzprüfung wirft großen Technologiekonzernen wie Microsoft, Meta und Google massive Verstöße gegen kalifornisches Datenschutzrecht vor. Laut der Analyse des Unternehmens WebXray könnten dadurch potenziell Milliardenstrafen anfallen, da Nutzerentscheidungen zum Tracking häufig ignoriert würden, berichtet das US-Magazin 404media.Die Untersuchung analysierte im März den Datenverkehr von mehr als 7.000 stark frequentierten Webseiten. In 55 Prozent der Fälle wurden dabei Werbe-Cookies gesetzt, obwohl Nutzer ausdrücklich widersprochen hatten. Grundlage der Bewertung ist unter anderem der sogenannte Global Privacy Control (GPC), ein Standard, der Websites signalisiert, dass ein Nutzer kein Tracking wünscht. Das kalifornische Datenschutzgesetz CCPA verpflichtet Unternehmen, solche Opt-out-Signale zu respektieren.
Besonders kritisch fällt die Bewertung für Google aus: In 87 Prozent der untersuchten Fälle sei das Opt-out-Signal ignoriert worden. Laut WebXray sei dies technisch leicht nachweisbar, da Server trotz entsprechender Kennzeichnung aktiv Cookies setzten. Auch Microsoft und Meta schnitten schlecht ab: Microsoft soll in etwa der Hälfte der Fälle gegen die Vorgaben verstoßen haben, Meta sogar in 69 Prozent der geprüften Seitenaufrufe. Bei Meta kritisieren die Prüfer insbesondere Tracking-Codes, die ohne jede Rücksicht auf Nutzereinstellungen automatisch aktiviert würden.
Unternehmen sind sich keiner Schuld bewusst
WebXray-Gründer Timothy Libert, früher selbst bei Google tätig, sieht darin ein strukturelles Problem. Unternehmen hätten kaum Anreize, sich strikt an Regeln zu halten, da Geldstrafen oft einkalkuliert würden. "In gewisser Weise haben Strafen Steuern ersetzt", erklärte er. Ziel der Untersuchung sei es daher auch, Aufsichtsbehörden einen genaueren Einblick in die tatsächlichen Abläufe zu geben - in der Hoffnung, dass die gesetzlichen Regelungen entsprechend nachgeschärft werden.Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die sogenannten Consent-Management-Plattformen (CMP), also Cookie-Banner. Diese sollen Nutzern Kontrolle über ihre Daten geben, versagen laut Audit jedoch häufig. Selbst von Google zertifizierte Systeme hätten hohe Fehlerquoten von bis zu 91 Prozent gezeigt.
Die betroffenen Unternehmen wiesen die Vorwürfe zurück. Google sprach von einem "grundlegenden Missverständnis" der Funktionsweise seiner Produkte. Meta und Microsoft betonten ebenfalls, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und Datenschutz ernst zu nehmen. Laut WebXray ließen sich viele der Probleme technisch einfach lösen, etwa durch das konsequente Unterdrücken von Cookies bei erkannten Opt-out-Signalen. Ohne strengere Durchsetzung der Regeln dürften Verstöße jedoch weiterhin an der Tagesordnung bleiben.
Zusammenfassung
- Audit: Große Tech-Konzerne ignorieren oft Opt-out-Signale beim Tracking
- WebXray prüfte über 7.000 Websites, 55 Prozent setzten trotz Widerspruch Cookies
- Google missachtete GPC-Signale in 87 Prozent der geprüften Fälle
- Meta lag bei 69 Prozent Verstößen, Microsoft bei etwa der Hälfte
- CMP-Cookie-Banner versagen oft, teils mit Fehlerquoten bis zu 91 Prozent
- Konzerne weisen Vorwürfe zurück, ohne strengere Kontrolle bleibt es so
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