Highlight

Astronomen fangen 8 Milliarden Jahre altes, starkes Radio-Signal auf

Eine bahnbrechende Entdeckung versetzt derzeit die astronomische Gemeinschaft in Aufregung: Ein mysteriöser und gewaltiger Ausbruch von Radiowellen hat die Erde erreicht, nachdem er 8 Milliarden Jahre durch den Weltraum gereist ist.
Stern, Magnetar, FRB, Radioblitz
Pixabay

Mysteriöse Fast Radio Bursts

Das Signal, bekannt als FRB 20220610A, ist eine der entferntesten und energiereichsten Radiowellen-Emissionen, die jemals beobachtet wurden. Sogenannte Fast Radio Bursts (FRBs) sind kurze, intensive Ausbrüche, die Wissenschaftler weiterhin vor Rätsel stellen. Ihre Herkunft ist nach wie vor unbekannt, wobei Theorien von Neutronensternen bis hin zu exotischen kosmischen Objekten reichen.

Die Entdeckung von FRB 20220610A bietet Forschern nun eine einzigartige Möglichkeit, einen Blick in die ferne Vergangenheit des Universums zu werfen. Durch fortschrittliche Forschungstechniken hoffen Forscher um Stuart Ryder, Astronom an der Macquarie University, die Quelle der FRBs zu entschlüsseln und so tiefere Einblicke in die grundlegenden Prozesse des Universums zu gewinnen. Die vollständige Studie zu diesem Ereignis wurde in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.


Fast Radio Bursts (FRBs) sind kurze, heftige Radiowellen-Impulse, die nur Millisekunden andauern. Seit ihrer Entdeckung im Jahr 2007 faszinieren sie Wissenschaftler weltweit durch ihre rätselhafte Natur. Die Quellen mancher dieser Signale setzten in dem Bruchteil einer Sekunde so viel Energie frei, wie unsere Sonne in 30 Jahren.

Forscher vermuten, dass diese mächtigen Ausbrüche mit Magnetaren in Verbindung stehen könnten, den hochenergetischen Überresten von Supernova-Explosionen. Um die Herkunft von FRB 20220610A zu bestimmen, nutzen die Astronomen den Australian Square Kilometre Array Pathfinder (ASKAP). "Die Radioteleskope von ASKAP ermöglichten es uns, die genaue Quelle des Ausbruchs zu lokalisieren", erklärte Ryder. Ergänzend nutzte das Team das Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte, um die Ursprungs-Galaxie zu identifizieren. Überraschenderweise ist diese älter und weiter entfernt als alle zuvor aufgezeichneten FRB-Quellen.

Lücken-Rätsel

Diese kurzen kosmischen Ausbrüche könnten Wissenschaftlern auch dabei helfen, das Gewicht des Universums zu bestimmen. Zwischen der beobachtbaren Materie und der Menge, die laut kosmologischen Berechnungen existieren sollte, klafft eine Lücke.

Hier kommen die FRBs ins Spiel: Sie können ionisierte Materie im Weltraum "erspüren" und damit die zwischen den Galaxien verteilte Materie messbar machen. Die aktuelle Entdeckung bestätigt die sogenannte Macquart-Relation, eine Methode zur Erfassung dieser versteckten Materie, die 2020 vom Astronomen Jean-Pierre Macquart entwickelt wurde.

"Diese Entdeckung bestätigt die Macquart-Relation sogar für Signale, die aus der halben Entfernung des Universums zu uns gelangen", so Ryder. Damit wird die Untersuchung von FRBs zu einem vielversprechenden Werkzeug, um das Rätsel der fehlenden Materie zu lösen.

Zusammenfassung
  • Radiowellen-Ausbruch FRB 20220610A erreicht die Erde nach 8 Mrd. Jahren
  • FRB 20220610A ist eine der energiereichsten Emissionen, die beobachtet wurden
  • Fast Radio Bursts sind kurze, intensive Radiowellen-Impulse
  • Forscher nutzen ASKAP, um die Quelle von FRB 20220610A zu lokalisieren
  • Ursprungs-Galaxie älter und weiter entfernt als bisherige FRB-Quellen
  • FRBs helfen, das Gewicht des Universums zu bestimmen
  • Macquart-Relation bestätigt durch aktuelle Entdeckung von FRB 20220610A

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!