Microsoft-Bugs öffnen Angreifern Zugang zu Kamera und Mikro in Macs

Durch Fehler, die bei Microsoft passieren, können Mac-Nutzer von Kri­mi­nel­len ausspioniert werden. Eine kürzlich entdeckte Sicherheitslücke in Microsoft-Apps für MacOS ermöglicht es Angreifern, heimlich auf Kameras und Mikrofone in den Geräten zuzugreifen.
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Unsplash / Taan Huyn

Diverse MS-Apps betroffen

Die Schwachstelle betrifft verschiedene beliebte Microsoft-Anwendungen wie Outlook und Teams und nutzt die bestehenden Berechtigungen dieser Apps, um ohne Wissen oder Zustimmung der Nutzer auf deren Kamera und Mikrofon zuzugreifen. Der Angriff basiert auf dem Einschleusen bösartiger Bibliotheken in die Microsoft-Apps, um die von den Nutzern gewährten Berechtigungen zu übernehmen, teilten die Sicherheitsforscher der Cisco Talos-Gruppe mit, die die Bugs analysierten.

Das Betriebssystem MacOS verwendet ein Framework namens Transparency Consent and Control (TCC), das die Berechtigungen für Apps verwaltet, um auf sensible Funktionen wie Kamera, Mikrofon und Standortdienste zuzugreifen. Normalerweise müssen Apps eine spezielle Berechtigung erhalten, um überhaupt eine Anfrage an TCC zu stellen und Zugriff auf dessen Funktionen zu erhalten. Die Sicherheitslücke ermöglicht es jedoch, dass bösartige Software die bereits von Microsoft-Apps erhaltenen Berechtigungen ausnutzt.


"Wir haben acht Schwachstellen in verschiedenen Microsoft-Anwendungen für MacOS identifiziert, durch die ein Angreifer das Berechtigungsmodell des Betriebssystems umgehen kann, indem er die vorhandenen App-Berechtigungen ohne zusätzliche Bestätigung des Nutzers verwendet", erklärten die Forscher. Dadurch könnten Hacker unter anderem das Mikrofon aktivieren und Audioaufnahmen machen oder sogar Fotos aufnehmen, ohne dass der Nutzer es bemerkt.

Zu zögerlich

Microsoft hat auf die Entdeckung reagiert und Updates für die Microsoft Teams- und OneNote-Apps für MacOS veröffentlicht. Dennoch bleiben andere Anwendungen wie Excel, PowerPoint, Word und Outlook weiterhin anfällig für den Angriff. Die Forscher kritisieren, dass Microsoft das Problem als "geringes Risiko" einstuft, obwohl die Lücke schwerwiegende Folgen haben könnte.

Zudem stellen die Experten infrage, warum Microsoft die Validierung von Bibliotheken deaktiviert hat, da keine zusätzlichen Bibliotheken geladen werden sollten. Dies könnte die Nutzer unnötigen Risiken aussetzen, indem die Sicherheitsmechanismen des Betriebssystems umgangen werden. Auch Apple könnte Verbesserungen am TCC-System vornehmen, um die Sicherheit weiter zu erhöhen, so die Forscher. Sie schlagen vor, dass das System den Nutzer warnen sollte, wenn Drittanbieter-Plug-ins in Apps geladen werden, die bereits Berechtigungen erhalten haben.

Zusammenfassung
  • Sicherheitslücke in Microsoft-Apps für MacOS entdeckt
  • Mac-Nutzer durch Microsoft-Apps ausspionierbar
  • Angreifer können auf Kamera und Mikrofon zugreifen
  • Microsoft-Apps nutzen bestehende Berechtigungen aus
  • Cisco Talos-Gruppe identifiziert acht Schwachstellen
  • Microsoft stuft Problem als geringes Risiko ein
  • Updates für Teams und OneNote veröffentlicht, andere Apps anfällig

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