Riesige Mengen an flüssigem Wasser auf dem Mars gefunden

Der Mars war einmal voller flüssigem Wasser, doch über Milliarden Jahre ist es verschwunden. Jetzt wollen Wissenschaftler einen großen Teil wiedergefunden haben. Eine bahnbrechende Entdeckung. An das wichtige Element kommen wir Menschen aber erst einmal nicht heran.
Wissenschaft, Weltraum, Raumfahrt, Mars, Planet

Riesige Wasservorkommen im Marsinneren entdeckt

Analysen sprechen dafür, dass die Marsatmosphäre vor rund 3,6 Milliarden Jahren fast so dicht war wie die Erdatmosphäre heute. Damals konnte flüssiges Wasser über den roten Planeten fließen. Heute ist die Atmosphäre unseres Nachbarplaneten rund 150 Mal dünner und das flüssige Wasser scheint verschwunden. Jetzt sorgen Wissenschaftler für eine Sensation: riesige Mengen Wasser wurden im Inneren des Mars gefunden.

Grundlage für den Sensationsfund sind Verfahren, mit denen auch auf der Erde Flüssigkeiten wie Ölfelder unter der Oberfläche aufgespürt werden. Die nötigen seismologischen Daten konnten bei der Marsmission Inside gewonnen werden, die 2018 auf dem Planeten gelandet war und während ihrer Mission rund 1.300 Marsbeben registriert hatte. Die Ausbreitung dieser Wellen in der Oberfläche des Planeten lassen direkte Rückschlüsse über ihre Beschaffenheit zu. NASA Mission InSightSchnittansicht der Daten des Mars-Landers InSight (Keane/Rodriguez) Wie ein Team der University of California (UC) Berkeley und der Scripps Institution of Oceanography der UC San Diego im Fachmagazin PNAS schreiben, lassen sich Hinweise in diesen Daten am besten mit einer Schlussfolgerung erklären: in porösem Gestein in der mittleren Kruste des Mars in rund 11,5 bis 20 km Tiefe lagert ein riesiger Schatz an flüssigem Wasser.

NASA Mission InSightNASA Mission InSightNASA Mission InSightNASA Mission InSight

Unter der Annahme, dass die am InSight-Standort gemessenen Daten repräsentativ für den Mars sind, entsprechen 10 km Kruste demnach 1 bis 2 km Wasser. "Das ist mehr als die Wasservolumina, die als Füllung der hypothetischen alten Marsozeane angenommen werden", so die Wissenschaftler.

Für zukünftige Marsmissionen ist dieser Sensationsfund zeitnah aber nicht von Relevanz, dafür liegen die großen Wasservorkommen zu tief. Auf der Erde ist die tiefste jemals erreichte Bohrung die Kola-Bohrung in Russland mit 12,2 Kilometern. Ein solches Vorhaben auf dem Mars zu realisieren, ist echte Zukunftsmusik.

Zusammenfassung
  • Mars war früher wasserreich, jetzt scheint es verschwunden
  • Wasser in Marskruste in 11,5 bis 20 km Tiefe entdeckt
  • InSight-Mission lieferte 2018 wichtige seismologische Daten
  • Gefundenes Wasser hat Volumen alter Marsozeane
  • Zugang zu Marswasser für Missionen derzeit unmöglich

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