Micron läutet PCIe-6.0-Ära ein:
SSD mit über 26 GB/s in Entwicklung
Micron stellt die erste PCIe-6.0-SSD mit über 26 GB/s Lesegeschwindigkeit in Aussicht. Die neue Technologie soll das Ökosystem für PCIe 6.0 ankurbeln und KI-Anwendungen unterstützen. Doch bis zur Marktreife scheint es noch ein weiter Weg zu sein.
Auf der Fachkonferenz "FMS: The Future of Memory and Storage" im Silicon Valley hat Micron Technology seine neueste Entwicklung präsentiert: Die nach eigenen Angaben erste SSD der Branche, die den kommenden PCIe-6.0-Standard nutzt. Mit sequenziellen Lesegeschwindigkeiten von über 26 GB/s soll das noch namenlose Laufwerk neue Maßstäbe im Bereich des Datentransfers setzen.
Zum Vergleich: Die derzeit schnellsten PCIe-5.0-SSDs erreichen Lesegeschwindigkeiten von knapp 15 GB/s. Microns neue SSD könnte somit fast doppelt so schnell Daten lesen wie aktuelle Spitzenmodelle. Allerdings schweigt sich das Unternehmen bisher über Schreibgeschwindigkeiten und IOPS-Werte aus, die für die Gesamtleistung einer SSD ebenfalls von großer Bedeutung sind.
Die Serienproduktion des G9-NAND hat bereits begonnen. Unter anderem kommt er in der Micron 2650 SSD zum Einsatz. Diese nutzt allerdings noch PCIe 4.0 und erreicht "nur" 7.000 MB/s Lesegeschwindigkeit. Es ist davon auszugehen, dass die angekündigte PCIe-6.0-SSD ebenfalls auf diesem Speicher aufbauen wird.
Die Micron 2650 SSD setzt bereits auf den neuen 3D-TLC-NAND
Es ist zu beachten, dass es sich bei Microns Ankündigung um eine Technologiedemonstration handelt. Bis PCIe-6.0-SSDs tatsächlich in Serie gehen und in Rechenzentren eingesetzt werden können, wird es voraussichtlich noch bis 2025 dauern. Nicht nur die SSDs selbst, sondern auch andere Systemkomponenten wie Prozessoren und Mainboards müssen den neuen Standard unterstützen.
Micron ist nicht das einzige Unternehmen, das an PCIe-6.0-Produkten arbeitet. Auf dem Flash Memory Summit (FMS) zeigen auch andere Hersteller Komponenten für den neuen Standard. Allgemein ist zu erkennen, dass die gesamte Branche sich auf den Leistungssprung vorbereitet.
Wie seht ihr die Zukunft der Datenspeicherung? Glaubt ihr, dass solch schnelle SSDs auch im Consumer-Bereich Einzug halten werden, oder bleibt dies vorerst den Rechenzentren vorbehalten? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren.
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Siehe auch:
- Micron präsentiert erste PCIe-6.0-SSD mit über 26 GB/s Lesegeschwindigkeit
- Neue SSD soll KI-Anwendungen und Rechenzentren revolutionieren
- PCIe-6.0 verdoppelt Bandbreite gegenüber PCIe-5.0
- Vergleich: Aktuelle PCIe-5.0-SSDs erreichen bis zu 15 GB/s
- Microns G9-NAND, 50% schneller als Vorgänger, ermöglicht hohe Geschwindigkeiten
- Serienproduktion von G9-NAND läuft, Einsatz in PCIe-4.0-SSD Micron 2650
- Markteinführung der PCIe-6.0-SSDs frühestens 2025 erwartet
PCIe 6.0: Doppelte Bandbreite
Der PCIe-6.0-Standard verspricht eine Verdopplung der Bandbreite gegenüber dem aktuellen PCIe-5.0-Standard. Eine einzelne Lane soll theoretisch 8 GB/s in jede Richtung übertragen können. Bei einer typischen x4-Anbindung, wie sie bei SSDs üblich ist, ergibt sich daraus eine Brutto-Bandbreite von 32 GB/s. Microns angekündigte Lesegeschwindigkeit von über 26 GB/s netto deutet auf eine effiziente Ausnutzung hin.Zum Vergleich: Die derzeit schnellsten PCIe-5.0-SSDs erreichen Lesegeschwindigkeiten von knapp 15 GB/s. Microns neue SSD könnte somit fast doppelt so schnell Daten lesen wie aktuelle Spitzenmodelle. Allerdings schweigt sich das Unternehmen bisher über Schreibgeschwindigkeiten und IOPS-Werte aus, die für die Gesamtleistung einer SSD ebenfalls von großer Bedeutung sind.
Technische Grundlagen
Um solche Transferraten zu erreichen, benötigt es nicht nur eine schnelle Schnittstelle, sondern auch leistungsfähige Controller und Speicherchips. Micron hat kürzlich seine neunte Generation TLC-3D-NAND (G9) vorgestellt, die mit einem Interface von 3,6 GB/s arbeitet - 50 Prozent schneller als die Vorgängergeneration. Diese Chips verfügen über 276 Speicherebenen und sollen laut Micron eine 73 Prozent höhere Bitdichte als vergleichbarer TLC-NAND mit einem Tbit Speichervolumen besitzen.Die Serienproduktion des G9-NAND hat bereits begonnen. Unter anderem kommt er in der Micron 2650 SSD zum Einsatz. Diese nutzt allerdings noch PCIe 4.0 und erreicht "nur" 7.000 MB/s Lesegeschwindigkeit. Es ist davon auszugehen, dass die angekündigte PCIe-6.0-SSD ebenfalls auf diesem Speicher aufbauen wird.
Die Micron 2650 SSD setzt bereits auf den neuen 3D-TLC-NAND
Einsatz in Rechenzentren
Micron positioniert die neue SSD-Technologie klar für den Einsatz in Rechenzentren und zur Unterstützung von KI-Workloads. Die enorme Bandbreite könnte besonders beim Training großer KI-Modelle und der Verarbeitung riesiger Datensätze von Vorteil sein. Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die hohen Transferraten in realen Anwendungsszenarien auswirken werden.Es ist zu beachten, dass es sich bei Microns Ankündigung um eine Technologiedemonstration handelt. Bis PCIe-6.0-SSDs tatsächlich in Serie gehen und in Rechenzentren eingesetzt werden können, wird es voraussichtlich noch bis 2025 dauern. Nicht nur die SSDs selbst, sondern auch andere Systemkomponenten wie Prozessoren und Mainboards müssen den neuen Standard unterstützen.
Herausforderungen und Ausblick
Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Arbeiten am PCIe-6.0-Standard noch in vollem Gange sind. Ursprünglich waren Konformitätstests für März dieses Jahres geplant, doch wurde eine vorläufige Testphase von der Peripheral Component Interconnect Special Interest Group (PCI-SIG) erst im zweiten Quartal 2024 angestoßen. Noch ist unklar, ob diese Verzögerungen den Zeitplan für die Markteinführung der ersten PCIe-6.0-Produkte beeinflussen.Micron ist nicht das einzige Unternehmen, das an PCIe-6.0-Produkten arbeitet. Auf dem Flash Memory Summit (FMS) zeigen auch andere Hersteller Komponenten für den neuen Standard. Allgemein ist zu erkennen, dass die gesamte Branche sich auf den Leistungssprung vorbereitet.
Wie seht ihr die Zukunft der Datenspeicherung? Glaubt ihr, dass solch schnelle SSDs auch im Consumer-Bereich Einzug halten werden, oder bleibt dies vorerst den Rechenzentren vorbehalten? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren.
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Stefan TrunzikLeitender Redakteur bei WinFuture.de
IT-Journalist seit 2003, der Hardware, Spiele und Gadgets selbst im Alltag testet. Sein Fokus liegt auf Kaufberatung und Verbraucherthemen.
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