Europas PayPal-Konkurrent Wero startet mit rudimentären Funktionen

Die europäischen Banken wollen endlich ein eigenes Zahlungssystem etablieren, das sich gegen PayPal, die großen Kreditkarten-Anbieter und die Bezahldienste von Apple und Google behaupten kann. Das nun gestartete Wero klingt dabei auch durchaus vielversprechend.

Sparkasse geht voran

Mit Wero sollen Nutzer über ihr Smartphone Geld ebenso schnell und einfach transferieren können, wie man es seit Jahren von PayPal kennt. Statt der langen IBAN wird nur die Handynummer oder die E-Mail-Adresse des Empfängers benötigt. Und da das System direkt von den beteiligten Banken betrieben wird, sollen übermittelte Beträge auch binnen Sekunden auf dem Girokonto gebucht und verfügbar sein.

Zum Start ist Wero hierzulande bei den Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken verfügbar. Sparkassen-Kunden erhalten beispielsweise bereits ein Update ihrer Banking-App, in das der neue Dient integriert ist - auch wenn der Start noch holprig zu sein scheint. Auch die Deutsche Bank-Gruppe, zu der auch die Postbank gehört, und die ING gehören mit zur European Payments Initiative (EPI), die hinter Wero steht. Allerdings werden diese das System erst später unterstützen - wohl aber noch im Laufe dieses Jahres.


Vorerst stehen aber nur die direkten Überweisungen zwischen Wero-Nutzern zur Verfügung. Im kommenden Jahr soll das Bezahlsystem dann auch für Zahlungen in Online-Shops integriert werden können. 2026 wollen die Teilnehmer außerdem den stationären Einzelhandel ins Boot holen. Das Ziel besteht außerdem darin, zukünftig Banken in ganz Europa mit an Bord zu haben.

Potenzial ist da

Zum heutigen Start von Wero ist außerhalb Deutschlands auch die belgische KBC mit dabei. Demnächst sollen auch einige Finanzhäuser aus den Niederlanden und aus Frankreich folgen. Die Wero-Transfers zwischen einem Sparkassen- und einem KBC-Kunden sollen letztlich ebenso schnell und einfach funktionieren, wie unter Wero-Usern der gleichen Bank.

Abzuwarten bleibt, wie es beispielsweise mit der Commerzbank oder N26 weitergeht. Diese sind bisher nicht Mitglied der EPI und werden entsprechend auch das Wero-System nicht anbieten. Das könnte sich allerdings schnell ändern, wenn Wero erfolgreich und dann ein deutlicher Konkurrenzvorteil wird.

Vergleich: Die besten Tagesgeldkonten
Zusammenfassung
  • Europäische Banken wollen ein eigenes Zahlungssystem namens Wero etablieren
  • Wero ermöglicht schnelle Geldtransfers per Smartphone mit Handynummer oder E-Mail
  • Beträge werden sofort auf dem Girokonto gebucht und verfügbar sein
  • Zum Start ist Wero bei Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken verfügbar
  • Deutsche Bank-Gruppe und ING unterstützen Wero später im Jahr
  • Wero-Transfers sind vorerst nur zwischen Wero-Nutzern möglich
  • 2026 soll Wero auch im stationären Einzelhandel verfügbar sein
  • KBC aus Belgien ist außerhalb Deutschlands zum Start mit dabei
  • Commerzbank und N26 sind bisher nicht Mitglied der EPI und unterstützen Wero nicht

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