Einstein hatte recht: Weit entfernte Supernovae laufen in Zeitlupe

Immer wieder wird mit kruden Thesen nach einem Punkt gesucht, an dem Albert Einstein mit seinen berühmten Theorien falsch gelegen haben könnte. Von der Wissenschaft wird er hingegen immer wieder bestätigt - so auch in einem aktuellen Fall.
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1500 explodierende Sterne

In diesem geht es um einen weiteren Punkt der speziellen Relativitätstheorie, der sich der Vorstellungskraft der meisten Menschen schlicht entzieht: Es geht um die Zeitdilatation aus der speziellen Relativitätstheorie - also die Tatsache, dass die Zeit in sich unterschiedlich schnell bewegenden Systemen auch unterschiedlich schnell vergeht. Oder kurz: Je schneller die Bewegung wird, umso langsamer vergeht die Zeit.

Dies konnte ein Forscherteam nun anhand der Beobachtung von über 1500 Supernovae im gesamten Universum erneut bestätigen. "Einstein hat wieder einmal recht", sagte Geraint Lewis von der University of Sydney, einer der Autoren des jetzt veröffentlichten Papers. Um dies nachzuprüfen, analysierten die Wissenschaftler Daten aus dem Dark Energy Survey (DES). Im Rahmen des Dark Energy Surveys werden seit Jahren Informationen über bestimmte explodierende Sterne, sogenannte Typ-1a-Supernovae, über Milliarden von Jahren der kosmischen Geschichte hinweg gesammelt.


Immer weiter, immer schneller

Die aktuellen kosmologischen Modelle gehen davon aus, dass es eine beschleunigte Ausdehnung des Universums gibt und Objekte, die sich weiter von uns entfernt befinden, auch schneller von uns entfernen. Das bedeutet letztlich aber eben auch, dass die Zeitdilatation stärker auf die beobachteten Supernovae hätte einwirken müssen, je weiter DES ins Universum blickte. "Wenn wir etwas anderes gesehen hätten, würde das zeigen, dass mit der Grundlage der Kosmologie etwas grundlegend nicht stimmt", erklärte Tamara Davis von der University of Queensland.

Die Beobachtung bestätigt allerdings den einsteinschen Effekt: Eine Supernova, die in der kosmischen Nachbarschaft beobachtet werden kann, weist nicht nur eine geringere Rotverschiebung in ihrem Licht auf - was auf eine vergleichsweise geringe Bewegung von uns weg hindeutet. Die beobachteten Prozesse laufen auch schneller ab als bei einer Sternenexplosion in weiter Entfernung und höherer Rotverschiebung.

Daten passen einfach

Man kann also sagen, dass aus den Beobachtungsdaten zu erkennen ist, dass man sich eine sehr weit entfernte Supernova quasi in Zeitlupe anschauen kann - denn sie bewegt sich so viel schneller von uns weg, dass das langsamere Vergehen der Zeit in ihrem Bezugssystem von uns aus sichtbar ist.

Besonders revolutionär ist das Ergebnis der Beobachtung damit nicht. "Ich will nicht zynisch sein, wenn ich sage, dass es nicht überraschend ist", so Nicole Lloyd-Ronning von der University of New Mexico. Aber, fügt sie hinzu, "es ist eine Bestätigung der Physik, die wir zu kennen glauben". Die Daten passen also sowohl zur Annahme des sich beschleunigt ausdehnenden Universums als auch zur speziellen Relativitätstheorie.

Zusammenfassung
  • Einstein wird regelmäßig auf Fehler in seinen Theorien geprüft
  • Wissenschaft bestätigt Einsteins spezielle Relativitätstheorie erneut
  • Forscherteam beobachtete über 1500 Supernovae im Universum
  • Daten aus dem Dark Energy Survey (DES) wurden analysiert
  • Universum expandiert beschleunigt, entfernte Objekte entfernen sich schneller
  • Zeitdilatation bestätigt: Entfernte Supernovae erscheinen in Zeitlupe

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