Erstmals entdeckt: Der größte Berg im Sonnensystem ist mit Eis bedeckt

Ein kalter Wintertag, auf dem Gipfel eines Berges bildet sich am Morgen eine dünne Schicht Wassereis: Was wir von der Erde kennen, ist jetzt erstmals am Äquator des Mars beobachtet worden. Auf Olympus Mons, dem größten Vulkan im Sonnensystem, wurde Raureif entdeckt.
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Unerwartete Entdeckung: Raureif am Mars-Äquator

Der Mars hat vor Milliarden Jahren den Großteil seines Wassers verloren, heute wirkt die rote Welt wie eine Wüste. Doch in den letzten Jahren wurden große Vorkommen unter anderem tief unter der Oberfläche entdeckt, auch die Polkappen enthalten Wassereis. Der Äquator unseres Nachbarplaneten galt bisher aber als trocken, doch auch das stimmt so nicht, wie eine neue Entdeckung der ESA zeigt.

"Wir dachten, dass sich am Äquator des Mars kein Frost bilden kann, da die Mischung aus Sonneneinstrahlung und dünner Atmosphäre die Temperaturen sowohl an der Oberfläche als auch auf den Berggipfeln relativ hochhält", so Adomas Valantinas, Doktorand an der Universität Bern und Hauptautor einer neuen Studie.

ESA: Frostige Vulkane in den Tropen des Mars entdeckt

Sein Team hat in Daten des ExoMars Trace Gas Orbiter (TGO) und der ESA-Sonde Mars Express Wassereis auf Olympus Mons und anderen Vulkanen entdeckt, das sich am Marsmorgen bildet und dann schnell wieder abschmilzt. Es ist der erste Nachweis von Wasser nahe dem Mars-Äquator.

ESA entdeckt Wassereis am Mars-Vulkan Olympus MonsESA entdeckt Wassereis am Mars-Vulkan Olympus MonsESA entdeckt Wassereis am Mars-Vulkan Olympus MonsESA entdeckt Wassereis am Mars-Vulkan Olympus Mons

Doch wie konnte das Eis den Blicken der Forscher bisher entgehen? Dafür gibt es laut Valantinas zwei einfache Gründe. Die meisten Sonden, die den Mars umfliegen, sind mit der Sonne synchronisiert und nehmen die Marsoberfläche nur am Nachmittag auf - Mars Express und TGO können ganztags operieren. Außerdem entsteht der Raureif an den Bergspitzen am Äquator nur im Marswinter, was das Zeitfenster der Entdeckung zusätzlich einschränkt. "Wir haben in der Nähe des Äquators nach etwas anderem gesucht, aber nicht erwartet, Wasser auf den Vulkanen des Mars zu finden", so das Team.

So bildet sich das Eis

Der Mechanismus, der für eisige Bergspitzen auf dem Mars sorgt, ist auch von der Erde bekannt. Am Marsmorgen steigt Wind an den Hängen der Berge auf und bringt relativ feuchte Luft von der Oberfläche in höhere Lagen - im Fall des Olympus Mons auf fast 21 Kilometer. Dort kondensiert die Feuchtigkeit und setzt sich als Reif ab. "Der Frost, den wir auf den Vulkanen des Mars sehen, scheint sich besonders in den schattigen Regionen der Calderas abzusetzen, wo die Temperaturen kälter sind", erläutern die Forscher.

Zusammenfassung
  • Der Mars verlor vor Milliarden Jahren den Großteil seines Wassers
  • Große Wasservorkommen wurden tief unter der Oberfläche und an Polkappen entdeckt
  • Neue Entdeckung zeigt, dass sich am Mars-Äquator doch Frost bilden kann
  • Auf dem Olympus Mons wurde erstmals Raureif am Mars-Äquator entdeckt
  • ExoMars TGO und Mars Express fanden Wassereis, das am Marsmorgen entsteht
  • Der Raureif bildet sich nur im Marswinter und schmilzt schnell wieder ab
  • Frost entsteht durch aufsteigende feuchte Luft, die an Bergspitzen kondensiert

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