Festplatten werden teurer:
Hersteller vom Nachfrageboom überrascht

Die Preise von Festplatten steigen derzeit. Nach Western Digital hat auch Seagate mitgeteilt, dass Kunden bei allen neuen Produktions-Aufträgen mit höheren Kosten rechnen müssten. Wann und wie sich dies auch auf SSDs auswirkt und bei Privatkunden ankommt, ist noch unklar.
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Seagate informiert Kunden

Seagate ist einer von noch drei verbliebenen Herstellern von klassischen Festplatten. Jetzt hat das Unternehmen ein Schreiben an seine Kunden verschickt, nach dem mit sofortiger Wirkung die Preise für neue Aufträge, aber auch für alle Änderungen von Aufträgen, bei denen die bereits vereinbarten Abnahmemengen noch einmal erhöht werden, steigen. Das berichtet das britische Magazin The Register.

Western Digital informierte seine Kunden bereits vor einigen Wochen über einen solchen Schritt. Hintergrund dessen ist eine enorme Nachfragesteigerung. Vor allem die Betreiber von Datenzentren mussten zuletzt deutlich mehr Storage-Kapazitäten installieren, um die gigantischen Datenmengen, die beim Training von KI-Algorithmen anfallen, verarbeiten zu können.


Problematisch ist dabei vor allem, dass diese steigende Nachfrage auf eine Situation trifft, in der die Hersteller ihre Produktionskapazitäten immer weiter zurückgefahren haben. Denn der Bedarf an Festplatten sank eigentlich seit Jahren, weil viele Nutzer auf SSDs setzten, deren Kapazitäten ebenso schnell wuchsen, wie die Preise fielen.

Absehbares Problem

Die Festplattenproduktion wurde in den letzten zwei Jahren um bis zu 20 Prozent gekürzt, weil die Bestellungen während der Pandemie zurückgingen - und jetzt sind die Hersteller nicht auf einen plötzlichen Anstieg der Nachfrage vorbereitet. Darauf hatte Seagate-Gründer Finis Conner allerdings auch schon Ende letzten Jahres hingewiesen.

Den Marktforschern von Trendforce zufolge ist in diesem Quartal und möglicherweise das ganze Jahr hindurch mit anhaltenden Lieferengpässen bei Festplattenprodukten mit hoher Kapazität zu rechnen. Es wird erwartet, dass die Festplattenpreise im zweiten Quartal dieses Jahres weiter steigen werden, wobei die Preiserhöhungen auf 5 bis 10 Prozent geschätzt werden. Dabei handelt es sich wohlgemerkt um die Herstellerpreise - wie sich die Situation im Endkunden-Bereich entwickeln wird, zeigt sich jeweils erst mit einiger Verzögerung.

Zusammenfassung
  • Festplattenpreise steigen, Seagate und Western Digital erhöhen Kosten
  • Unklar, wann höhere Preise SSDs und Privatkunden erreichen
  • Seagate informiert Kunden über Preisanstieg bei neuen und geänderten Aufträgen
  • Hintergrund ist eine gestiegene Nachfrage durch Datenzentren für KI-Training
  • Produktionskapazitäten wurden um bis zu 20% gekürzt, Hersteller nicht vorbereitet
  • Trendforce erwartet anhaltende Lieferengpässe und Preisanstiege im laufenden Jahr
  • Endkunden werden Preiserhöhungen erst mit Verzögerung spüren

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