Fairphone: Neuer Chef will "faires Smartphone" viel günstiger machen

Die niederländische Firma Fairphone hat einen neuen Chef. Der Manager, welcher zuvor bei Mobilfunkanbietern Karriere machte, will nun dafür sorgen, dass das faire Smartphone künftig nur noch 400 statt 700 Euro kostet.
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Fairphone

Fairphones kosten bisher um die 700 Euro

Die Smartphones der Marke Fairphone sind in den letzten Jahren immer besser geworden. Sie bieten inzwischen eine gute Ausstattung, leichte Reparierbarkeit, eine höhere Umweltverträglichkeit und werden unter fairen Bedingungen aus möglichst auch fair gewonnenen (Recycling-)Materialien gefertigt. Mit 699 Euro kostet aber auch das Fairphone 5 noch immer vergleichsweise viel.

Reinier Hendricks, der jetzt neuer CEO von Fairphone ist und zuvor unter anderem für die Mobilfunker Vodafone und KPN arbeitete, will nun an der Preisschraube drehen - um das faire Smartphone günstiger zu machen. Gleichzeitig sollen Ausstattung und Qualität weiter besser werden. Für Hendricks geht es vor allem darum, die Stückzahlen zu steigern, in dem man ein besseres Produkt bietet und dieses besser vermarktet.


Derzeit arbeitet Fairphone nach Angaben des neuen Firmenchefs gegenüber dem Handelsblatt an einer neuen Marketing-Strategie, mit der man eine breitere Masse von potenziellen Kunden mit einfacheren Botschaften erreichen will. Man müsse die Zielgruppe über die Enthusiasten hinaus erweitern, so seine Argumentation. Mit einer weiteren internationalen Expansion will man zudem die Zahl der Käufer weiter steigern und in mehr Ländern mit Einzelhändlern und Telekommunikationsanbietern kooperieren.

Außerdem sollen die Geräte selbst noch besser werden. Man könne mit den bisher verfügbaren Modellen rund 80 Prozent dessen abdecken, was die Kunden von den normalen Smartphones anderer Hersteller erwarteten. Dies reiche aber nicht, so Hendricks. Fairphone hat deshalb die Kooperation mit Google als Betriebssystem- und Qualcomm als Plattform-Lieferant zuletzt weiter vertieft.

Mit all diesen Maßnahmen will der Fairphone-Chef vor allem ein Ziel erreichen: er will den "400-Euro-Markt" ansprechen. Gemeint sind damit wahrscheinlich Mittelklasse-Smartphones wie die Galaxy A-Serie von Samsung, die sich jedes Jahr zig Millionen Mal verkaufen und damit den Löwenanteil der Geräte ausmachen, die der koreanische Smartphone-Marktführer absetzt. Profit erwartet der Fairphone-CEO wohl erst nach einigen Jahren, weshalb man im letzten Jahr Investorenkapital eingesammelt hatte, da das Unternehmen zuletzt zwar einen kleinen Gewinn einfuhr, aber keine Investitionen wagen konnte.

Zusammenfassung
  • Neuer Fairphone-Chef plant "Preissenkung" auf 400 Euro
  • Smartphones bieten gute Ausstattung und Reparierbarkeit
  • Reinier Hendricks will Stückzahlen durch bessere Produkte steigern
  • Neue Marketing-Strategie soll mehr Kunden ansprechen
  • Internationaler Vertrieb und Kooperationen werden ausgebaut
  • Verbesserung der Geräte durch vertiefte Kooperation mit Google und Qualcomm
  • Zielmarkt sind Mittelklasse-Smartphones mit hohen Verkaufszahlen

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