Medien-Manager: Trump Media ist "Betrug", Aktienkäufer sind "Trottel"

Ende März führte das Unternehmen hinter Donald Trumps Truth Social den Börsengang durch und man kann von einem regelrecht furiosen Start sprechen. Allerdings gab es schnell Zweifel, ob das ansatzweise nachhaltig ist. Nun geht ein Topmanager hart damit ins Gericht.

Truth-Social-Höhenflug trotz hoher Verluste

Denn bereits wenige Tage nach dem Börsengang, der vermeintlich Milliarden in die Kassen von Donald Trump gespült hat (der Ex-Präsident darf seine eigenen Aktien allerdings erst nach einer Sperrzeit von sechs Monaten verkaufen), wurde bekannt, dass Truth Social hohe Verluste schreibt. Der Erfolg der Aktie dürfte deshalb vielmehr mit Trump-Fans zusammenhängen, die Anteile vor allem aus einem Grund kaufen: Weil diese mit dem Namen ihres Idols Donald Trump verknüpft sind.

Das sieht auch Barry Diller so, denn in einem Interview mit CNBC ging der Vorsitzende der InterActiveCorp (IAC) mit Trump Media hart ins Gericht. "Ich meine, das ist lächerlich", sagte Diller auf die Frage nach dem Unternehmen, das sich im Mehrheitsbesitz des ehemaligen US-Präsidenten befindet. "Das Unternehmen hat keine Einnahmen."

Diller legte auch weiter nach: "Es ist ein Betrug, so wie alles, in das er je verwickelt war, eine Art Schwindel ist", sagte der Chef des Medienunternehmens, dem zahlreiche Online-Dienste gehören (in Deutschland und Österreich ist man etwa mit MyHammer vertreten).


"Meme Stock" für "Trottel"

Der 82-Jährige verglich den Börsengang mit dem "Meme Stock"-Rausch von 2021: Damals erlebten die Kurse von GameStop und der Kinokette AMC Entertainment ungewöhnliche Höhenflüge. Diese waren aber alles andere als nachhaltig, da man hier von einer cleveren Kurs-"Manipulation" durch Social-Media-Nutzer sprechen konnte.

Im Fall von Trump Media sieht Diller aber Fans des Ex-Präsidenten als Käufer und den Grund für einen künstlichen Höhenflug: "Ich halte sie für Trottel. Ich meine, wer würde ein Unternehmen kaufen, das buchstäblich nur 30 Dollar Umsatz macht? Wer kann das schon bewerten?", so Diller. "Sie kaufen es aus anderen Gründen, genauso wie sie Kinos gekauft haben, als es (während der Pandemie) kein Kinogeschäft gab, oder GameStop, was auch immer."

Eine Trump-Sprecherin reagierte auf die Aussagen Dillers und meinte: "Es ist nicht verwunderlich, dass eingefleischte Trump-Hasser und linke Anhänger in die Luft gehen, nachdem Truth Social ein öffentliches Unternehmen geworden ist, das sich auch heute noch weigert, politische Äußerungen zu unterdrücken, die den Narrativen widersprechen, die sie durchsetzen wollen."

Zusammenfassung
  • Truth Socials Börsengang Ende März war zunächst erfolgreich
  • Topmanager kritisiert Nachhaltigkeit des Unternehmens
  • Trumps Firma schreibt hohe Verluste nach Börsenstart
  • Barry Diller nennt Truth Social in CNBC-Interview lächerlich
  • Diller bezeichnet Trumps Geschäfte als Betrug und Schwindel
  • Vergleich mit Meme Stock-Phänomen und künstlichem Hype
  • Trump-Sprecherin kontert Kritik als Angriff von Trump-Gegnern

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