"Project Ghostbusters":
So spionierte Facebook die Konkurrenz aus
Der Social Media-Konzern Meta gilt bereits als gigantischer Datensammler, der für die Optimierung seiner Dienste riesige Mengen an Informationen über Nutzer erfasst. Wie sich nun zeigte, genügte dies dem Betreiber von Facebook, WhatsApp und Co. aber nicht.
"Wann immer jemand eine Frage zu Snapchat stellt, lautet die Antwort in der Regel, dass wir keine Analysen über sie haben, weil ihr Datenverkehr verschlüsselt ist", schrieb Facebook-Chef Mark Zuckerberg im Jahr 2016 in einer E-Mail an drei Facebook-Führungskräfte. Die Nachricht wurde im Zuge des Kartellverfahrens gegen Meta entsiegelt. Er setzte fort: "Es scheint wichtig zu sein, einen neuen Weg zu finden, um verlässliche Analysen über sie zu erhalten... Ihr solltet herausfinden, wie man das macht."
Daraus entstand dann das Project Ghostbusters, dessen Kern ein hauseigenes Spionage-Tool war, mit dem Datenanalysen von Snapchat abgegriffen worden sein sollen. Die hier entstandenen Werkzeuge sollen später auch eingesetzt worden sein, um sich ein genaueres Bild über YouTube und Amazon zu verschaffen.
Dass Onavo eher ein Spionage- als ein Datenschutz-Tool war, wurde durchaus bereits vor Jahren bekannt. Der Dienst wurde 2019 eingestellt, nachdem Apple ihn aus dem App Store geworfen hatte. Im aktuellen Kartellverfahren dürfte es daher vor allem darum gehen, inwieweit die oberste Konzernführung inklusive Zuckerberg in die Sache eingebunden war. Die Meta-Anwälte spielen deren Rolle natürlich herunter: Die jetzt auftauchenden Behauptungen der Kläger seien unbegründet und irrelevant, es gäbe hier auch nichts Neues, was nicht schon bekannt sei. Inwiefern dies stimmt, dürfte sich allerdings erst im Laufe des Verfahrens zeigen.
Siehe auch:
Snapchat im Visier
Über öffentlich gewordene Gerichtsakten wird nun eine geheime Initiative namens "Project Ghostbusters" bekannt. Der Name nimmt Bezug auf das Gespenst, das im Icon des Dienstes Snapchat zu finden ist. Zu einer Zeit vor mehreren Jahren, als man Snapchat bei Facebook noch als ernsthaften möglichen Konkurrenten einstufte, sollten mehr Informationen eingeholt werden, berichtete das US-Magazin Gizmodo."Wann immer jemand eine Frage zu Snapchat stellt, lautet die Antwort in der Regel, dass wir keine Analysen über sie haben, weil ihr Datenverkehr verschlüsselt ist", schrieb Facebook-Chef Mark Zuckerberg im Jahr 2016 in einer E-Mail an drei Facebook-Führungskräfte. Die Nachricht wurde im Zuge des Kartellverfahrens gegen Meta entsiegelt. Er setzte fort: "Es scheint wichtig zu sein, einen neuen Weg zu finden, um verlässliche Analysen über sie zu erhalten... Ihr solltet herausfinden, wie man das macht."
Daraus entstand dann das Project Ghostbusters, dessen Kern ein hauseigenes Spionage-Tool war, mit dem Datenanalysen von Snapchat abgegriffen worden sein sollen. Die hier entstandenen Werkzeuge sollen später auch eingesetzt worden sein, um sich ein genaueres Bild über YouTube und Amazon zu verschaffen.
Wenig privates VPN
Dazu wurden "Kits" entwickelt, die auf iOS- und Android-Geräten installiert werden können, um den Datenverkehr für bestimmte Apps abzufangen, wie aus den Akten hervorgeht. Eine zentrale Rolle spielte dem Vernehmen nach aber auch der VPN-Dienst Onavo, den Facebook zwischen 2016 und 2019 anbot und der zumindest in dieser Hinsicht recht wenig privat war.Dass Onavo eher ein Spionage- als ein Datenschutz-Tool war, wurde durchaus bereits vor Jahren bekannt. Der Dienst wurde 2019 eingestellt, nachdem Apple ihn aus dem App Store geworfen hatte. Im aktuellen Kartellverfahren dürfte es daher vor allem darum gehen, inwieweit die oberste Konzernführung inklusive Zuckerberg in die Sache eingebunden war. Die Meta-Anwälte spielen deren Rolle natürlich herunter: Die jetzt auftauchenden Behauptungen der Kläger seien unbegründet und irrelevant, es gäbe hier auch nichts Neues, was nicht schon bekannt sei. Inwiefern dies stimmt, dürfte sich allerdings erst im Laufe des Verfahrens zeigen.
Zusammenfassung
- Meta als großer Datensammler bekannt
- "Project Ghostbusters" gegen Snapchat gerichtet
- Zuckerberg wollte verlässliche Analysen über Snapchat
- Spionage-Tool für Datenabgriff von Snapchat entwickelt
- Tools auch zur Analyse von YouTube und Amazon genutzt
- "Kits" fingen Datenverkehr auf iOS- und Android-Geräten ab
- VPN-Dienst Onavo als Spionage-Tool entlarvt
Siehe auch:
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