Magic: The Gathering-Macher - KI-Lügen haben kurze Beine

Generative KIs sind heute nicht ungewöhnlich und es ist nicht weiter schlimm, wenn man sich bei Texten und Bildern entsprechend helfen lässt. Wenn man aber für aufwendige Kunst bekannt ist und den KI-Einsatz leugnet, dann hat man sich den Shitstorm verdient.
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Wizards of the Coast

KI in Wizards of the Coast-Artwork

Wizards of the Coast, die Macher des beliebten Sammelkartenspiels Magic: The Gathering (MtG) sowie der Rollenspielinstitution Dungeons & Dragons, ist für beeindruckende Artworks und auch kreative Storys bekannt. Im vergangenen Dezember hat man hierzu auch öffentlich beteuert, dass man von Künstlern, Autoren und anderen kreativen Mitarbeitern verlangt, bei der Erstellung ihrer Werke keine generativen KI-Tools zu verwenden.

Doch vor einigen Tagen veröffentlichte Wizards of the Coast auf Twitter/X ein Bild, in dem man mehrere Magic: The Gathering-Karten in einem Steampunk-Setting präsentierte. Das Bild sah tatsächlich gut aus, doch MtG-Fans schauten genauer hin und entdeckten rasch mehrere Unstimmigkeiten bzw. Fehler, wie sie bei KI-Generierung typisch sind.

Die Sache wäre wahrscheinlich schnell aus der Welt gewesen, wenn Wizards of the Coast gleich zugegeben hätte, dass hier eine KI geholfen hat. Doch das Unternehmen leugnete das und blieb bei dieser Darstellung: "Wir verstehen die Verwirrung der Fans, da der Stil sich von dem der Karten unterscheidet, aber wir bleiben bei unserer vorherigen Aussage. Diese Kunst wurde von Menschen und nicht von KI erstellt", schrieb das Unternehmen auf Twitter (via PC Gamer).

Daraufhin drohten Künstler, die für und mit Wizards of the Coast arbeiten, künftig darauf zu verzichten. Zähneknirschend musste das Unternehmen dann einen Rückzieher machen und zugeben, dass man geschwindelt hat: "Nun, wir haben vorhin einen Fehler gemacht, als wir sagten, dass ein von uns veröffentlichtes Marketingbild nicht mit KI erstellt wurde."

Doch selbst diese Entschuldigung war nicht 100-prozentig überzeugend, man schob die Schuld auf moderne Tools von Photoshop und Co.: "Wie ihr, unsere fleißige Community, bemerkt habt, haben sich offenbar einige KI-Komponenten, die jetzt in branchenüblichen Tools wie Photoshop auftauchen, in unsere Marketingkampagne eingeschlichen, selbst wenn ein Mensch die Arbeit zur Erstellung des Gesamtbildes geleistet hat."

Zusammenfassung
  • Generative KIs in Kunstwerken sind heute üblich
  • Wizards of the Coast leugnete KI-Nutzung
  • MtG-Fans entdeckten KI-typische Fehler in Artwork
  • Unternehmen blieb zunächst bei Dementi
  • Künstler drohten mit Boykott von Wizards of the Coast
  • Firma gab schließlich KI-Einsatz zu
  • Schuld wurde auf moderne Grafiktools geschoben

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