Betrug mit KI und Deepfake:
So banal sind die kriminellen Maschen

Wenn es um den möglichen Missbrauch neuer KI-Technologien durch Kriminelle geht, werden immer wieder kinoreife Geschichten als drohendes Szenario aufgebaut. Die Wirklichkeit ist hingegen sehr viel banaler, wie sich jetzt zeigt.
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Immer wieder gab es Warnungen, dass beispielsweise mit Deepfakes Politiker imitiert und Falschaussagen verbreitet werden. Oder dass Betrüger die Gesichter prominenter Persönlichkeiten in Pornos einbauen. Wie sich nun aber herausstellt, nutzen Kriminelle die Technologie in der Praxis, um KI-generierte Reiseziele an urlaubsreife Nutzer zu verkaufen und einfach mit deren Überweisungen durchzubrennen. Das zeigt ein Bericht des Magazins FutureZone.

Die Masche ist dabei denkbar simpel. Interessierten Usern wird durch ein vermeintliches Online-Reisebüro eine Beratung angeboten. In einem Video-Chat bekommt man es mit einer Deepfake-Verkäuferin zu tun, die ebenso gefälschte Bilder und Videos von attraktiv wirkenden Reisezielen präsentiert. "Es wurden Urlaubsreisen an Orte verkauft, die gar nicht existieren, sondern rein mittels Deepfake-Videos generiert wurden", zitiert das Magazin Thorsten Behrens, Projektleiter bei der Verbraucherschutz-Organisation Watchlist Internet.


Vorsicht bei Anzahlung

In den meisten Fällen ködern die betrügerischen Anbieter ihre Opfer über Social Media-Anzeigen, denn diese lassen sich oft relativ günstig und zielgruppengerecht ausspielen. Vorsichtig solle man werden, wenn auf diesem Weg besonders günstig wirkende Angebote offeriert werden, bei denen man dann mehr als 30 Prozent der Kosten als Anzahlung überweisen soll.

Behrens empfiehlt außerdem, nicht einfach den schönen Bildern der Anbieter zu vertrauen, sondern sich mit den Mitteln des Internets selbst ein Bild zu machen. Hierfür würde sich beispielsweise Google Street View anbieten, womit man zumindest nachsehen kann, ob ein bestimmtes Hotel auch wirklich an der genannten Adresse zu finden ist. Und auch die umgekehrte Bildersuche der Suchmaschine kann hilfreich sein. Damit ließe sich etwa ein Fall enttarnen, bei dem Bilder eines echten Hotels einfach per KI-Bildbearbeitung in eine andere Region verlegt wurden.

Zusammenfassung
  • Kriminelle nutzen KI, um Urlaube zu verkaufen, die es nicht gibt.
  • Anbieter locken mit Angeboten und verlangen Anzahlung.
  • Deepfakes werden eingesetzt, um Nutzer zu täuschen.
  • Vorsicht bei zu günstigen Angeboten mit Anzahlungen.
  • Nachsehen, ob Hotel an genannter Adresse existiert.
  • Umgekehrte Bildersuche kann helfen, Fälschungen zu enttarnen.

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