Extrem energiereiche kosmische Strahlung schlägt auf der Erde ein

Die stärkste kosmische Strahlung seit mehr als drei Jahrzehnten ist auf den Antennenanlagen des Telescope Array in Millard County im US-Bundesstaat Utah eingeschlagen. Forscher wurden direkt an das sogenannte Oh-My-God-Teilchen erinnert.
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Außergewöhnliches Ereignis

Letzteres wurde im Jahr 1991 gemessen und erreichte eine Stärke von 320 Exa-Elektronenvolt. Daran kam die nun erfolgte Messung zwar nicht ganz heran, mit 240 Exa-Elektronenvolt reichte diese aber in eine durchaus vergleichbare Größenklasse, wie aus einem Bericht im Journal Nature hervorgeht.

Der genaue Ursprung der turbogeladenen Teilchen aus dem Weltraum bleibt bisher allerdings ein Rätsel. Einige Forscher vermuten, dass es durch unbekannte physikalische Prozesse erzeugt worden sein könnte. "Es ist erstaunlich, denn man muss sich vorstellen, was eine so hohe Energie erzeugen kann", sagt Clancy James, Astronom an der Curtin University in Perth, Australien.


Gefährlich werden kann uns die Strahlung nicht - denn es handelt sich nicht gerade um einen massiven Partikelstrom, sondern lediglich um einzelne Teilchen, die sich aus irgendeinem Grund in unsere Ecke des Universums verirrt haben. Wissenschaftler gehen davon aus, dass auf jedem Quadratkilometer Erdoberfläche bestenfalls einmal im Jahrhundert ein einzelnes Teilchen ankommt, dessen Energie bei mehr als 100 Exa-Elektronenvolt liegt. Das ist immerhin millionenfach mehr als das, was Menschen in ihren großen Teilchenbeschleunigern erreichen.

Suche nach der Quelle

Der aktuelle Fund wurde durch Toshihiro Fujii, Astronom an der Osaka Metropolitan University in Japan, entdeckt. Dieser stolperte vor einiger Zeit über einige bizarre Signal-Ausschläge, als er routinemäßig die Daten des Telescope Array in Utah überprüfte.

"Ich dachte, es handele sich um einen Fehler oder eine Störung in der Software", sagt Fujii. "Ich war wirklich überrascht." Aber die Messungen stimmten mit denen überein, die von ultrakosmischer Strahlung erzeugt werden. Die Wissenschaftler, mit denen er das Ereignis auswertete, gaben dem Teilchen den Spitznamen "Amaterasu", nach einer japanischen Sonnengöttin.

Eine Quelle fanden sie bisher aber nicht. Man kann zwar ermitteln, aus welcher Richtung das Teilchen gekommen sein muss. Doch Fujii und sein Team errechneten die Quelle des Strahls in einer leerraumähnlichen Region, in der sich nur wenige Galaxien befinden. Und auch die Suche nach einem passenden Ereignis wie einer Sternenexplosion in der unmittelbaren Umgebung führte nicht zum Erfolg. "Es gab nichts", sagt Fujii.

Zusammenfassung
  • Stärkste kosmische Strahlung seit 30+ Jahren in Utah gemessen
  • 240 Exa-Elektronenvolt, fast wie "Oh-My-God-Teilchen"
  • Ursprung der kosmischen Teilchen bleibt unklar
  • Einzelne Teilchen, keine Gefahr für Menschen
  • Pro Jahrhundert trifft kaum ein Teilchen die Erde
  • Astronom Fujii entdeckte Strahlung in Daten des Telescope Arrays
  • "Amaterasu" benannt, Quelle in leerer Region vermutet

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