PlayStation Portal: Erste Tests wundern sich, was Sony eigentlich will

Sony veröffentlicht dieser Tage sein Quasi-Handheld PlayStation Portal. Dabei handelt es sich um eine Kreuzung aus Controller und Display, was durchaus etwas an Nintendos Switch erinnert. Doch hier enden die Gemeinsamkeiten auch schon, wie die ersten Tests feststellen.
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Sony

PlayStation Portal ist nur per WLAN plus PS5 nutzbar

Denn bei PlayStation Portal handelt es sich um ein überaus merkwürdiges Gerät oder besser gesagt: mit einem merkwürdigen Einsatzgebiet. Denn das Sony-Gerät soll in erster Linie im eigenen Netzwerk in Verbindung mit einer PlayStation 5 genutzt werden, also zum Streamen von Games in den eigenen vier Wänden. Klassisch mobil und ohne WLAN kann Portal nicht verwendet werden. Entsprechend wundern sich auch die ersten Tester, was sich der japanische Hersteller dabei gedacht hat - und wer das Ding eigentlich kaufen soll.

The Verge

So wundert sich auch Antonio G. Di Benedetto von The Verge gleich zu Beginn: "Warum gibt es PlayStation Portal? Nachdem ich ein paar Tage damit verbracht habe, bin ich mir bislang nicht sicher." Die Haptik und das Gerätedesign sind ziemlich exakt das, was man sich erwartet: "Die Portal-Hardware ist im Wesentlichen das, was man bekommt, wenn man ein Acht-Zoll-LCD zwischen die zwei Hälften eines Standard-DualSense-Controllers klemmt."

Der erste Eindruck (es ist noch kein vollwertiger Test) der bekannten Technik-Seite ist, "dass dieses Gerät vor allem für eingefleischte PlayStation-Fans gedacht ist, die ein einfaches, dediziertes Gerät zum Streamen von Spielen zu Hause haben wollen." Ein Preis von 200 Dollar sei auch zu viel des Guten für ein Gerät mit einem so speziellen Einsatzgebiet, zumal eine 400 bis 500 Dollar teure Konsole zwingend erforderlich ist.

PlayStation Portal - Pre-Order-Trailer zur PS5-"Verlängerung"

Engadget

Ähnliche Fragezeichen hat auch Engadget, dort fasst man bereits in der Headline zusammen, dass Portal ein "verwirrendes Handheld für niemanden außer Sony-Fans" sei. "Sony hat anscheinend nichts aus dem Erfolg von Nintendo Switch und Steam Deck gelernt. Oder aus seinen eigenen tragbaren Systemen wie der Vita und der PSP", schreibt Devindra Hardawar. Portal sei ein Gerät, das von der Qualität deiner Netzwerkverbindung lebt und auch stirbt.

Denn obwohl man theoretisch ein WLAN nutzt, um sich mit seiner Konsole zu verbinden, gibt es hier viel, das schiefgehen kann. Und das wird es, meint Hardawar: "Ich mag keine Hardware, der ich nicht trauen kann, und das PlayStation Portal gehört zu den unzuverlässigsten Geräten, die ich kenne. Selbst wenn du ein exzellentes Heimnetzwerk hast, ist es schwer vorherzusagen, wie gut es funktionieren wird." Ein Fazit von Engadget: "Die Nachteile sind so offensichtlich, dass es unklar ist, warum sich jemand Portal zulegen sollte." Sony PlayStation Portal Remote PlayerPlayStation Portal setzt eine WLAN-Verbindung voraus - nicht einmal Bluetooth ist an Bord

Kotaku

Die Stabilität des WLAN ist für Portal auch entscheidend, denn andere Tester hatten weniger Probleme, darunter auch Kotaku: "Es gibt zwar einige Verbesserungen, die ich in den kommenden Wochen und Monaten gerne sehen würde, aber ich bin von der Zeit, die ich bisher mit Portal verbracht habe, ziemlich beeindruckt. Ich habe mit einer einzigen Ladung etwa sechs Stunden gespielt und habe immer noch einen Balken Akkulaufzeit vor mir."

Polygon

Weniger freundlich sieht Polygon das Gerät, das man ebenfalls als PSP abkürzen könnte - das man aber eben nicht als Standalone-Gerät ohne Internetverbindung unterwegs nutzen kann: "Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass PlayStation Portal die zweite Generation der Vita ist. Aber mit dieser Einschätzung liegt man völlig falsch. Es ist eigentlich nur ein Gerät, mit dem man Spiele über Sonys Remote Play-Funktion spielen kann. Ausschließlich. Das war's. Das ist alles, was es kann. Und es ist ziemlich gut darin, diese eine Sache zu tun. Aber das können inzwischen viele andere Geräte auch!"

Russ Frushtick bezeichnet Portal als "gutes Gerät für eine bizarr eingeschränkte Zielgruppe" und vermutet, dass es ein Testlauf für einen Vita-Nachfolger sein könnte: "Es würde mich nicht schockieren, wenn Sony am Ende des Lebenszyklus der PS5 die Konsole schrumpft, einen Bildschirm und einen Controller darauf setzt und die Unterstützung aller Spiele im Handheld-Format verspricht. Ich bin mir sicher, dass meine Vita-liebenden Kumpels und ich ganz vorn in der Schlange stehen werden, wenn das passiert. Aber bis dahin sollten wir alle unser Geld sparen."
Zusammenfassung
  • Sony bringt PlayStation Portal heraus
  • Ähnlich Nintendo Switch, aber nur für PS5-Streaming
  • Keine klassische mobile Nutzung möglich
  • Kritik: Hoher Preis, limitierte Funktionen
  • Abhängigkeit von stabiler Internetverbindung
  • Portal: Unzuverlässig und für wenige interessant
  • Könnte Test für Vita-Nachfolger sein

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