Umbau des Strommarktes: Deutschland landet im unteren Mittelfeld
Auch wenn gern so getan wird, als würde Deutschland als einzige Region der Welt eine Energiewende voranbringen: Wenn man es realistisch betrachtet, reicht es schon im europäischen Vergleich gerade einmal für das untere Mittelfeld.
Schlechtere Noten erhalten lediglich Griechenland, die Schweiz und Polen, das an letzter Position landet. Gleichauf mit Deutschland sind Italien und Spanien, alle anderen Länder schneiden besser ab. Ganz vorn liegen die nordeuropäischen Länder, die in mehreren Bereichen führend sind. Spitzenreiter ist Norwegen.
In die Wertung fließen dabei nicht nur konkrete Maßnahmen von Unternehmen und der Politik ein. Als Faktoren spielen auch die Unterstützung der Bevölkerung für eine Energiewende und die Fähigkeit der Gesellschaften, neue Technologien und Geschäftsmodelle praktisch umzusetzen, eine Rolle.
Auch Deutschlands Weg, sich von fossilen Brennstoffen in den Heizungen zurückzuziehen, verläuft extrem schleppend. So kommen hierzulande auf tausend Haushalte beispielsweise nur 38, in denen effiziente Wärmepumpen zum Einsatz kommen. Ausgerechnet in den kälteren Regionen Skandinaviens sieht das ganz anders aus: In Norwegen heizen 625 von 1000 Haushalten mit Wärmepumpe, in Schweden 503 und in Finnland 438.
Allerdings merken die Autoren der Studie an, dass sich das wirtschaftspolitische Klima in Deutschland merklich gewandelt hat und die Attraktivität für Investoren in dem Bereich stark zugenommen habe. Hinzu kommt, dass das Wachstum der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen ordentlich angezogen hat.
Siehe auch:
- DE im unteren Mittelfeld der Energiewende
- ETRI: DE erreicht Wert 3 von 5
- Nordeuropäische Länder führend
- Bewertung inkl. Bevölkerungssupport
- DE: Geringe Verbreitung von Smart Metern
- Wärmepumpen: DE weit hinter Skandinavien
- Investorenklima in DE verbessert
Nur wenige sind schlechter als Deutschland
Das zeigt die aktuelle Bestandsaufnahme im Energy Transition Readiness Index (ETRI), der jährlich vom britischen Fachverband Association for Renewable Energy and Clean Technology durchgeführt wird. In diesem werden 14 europäische Länder mit Indexwerten zwischen 1 und 5 (bester) gelistet. Deutschland erreichte in diesem Jahr eine schwache 3.Schlechtere Noten erhalten lediglich Griechenland, die Schweiz und Polen, das an letzter Position landet. Gleichauf mit Deutschland sind Italien und Spanien, alle anderen Länder schneiden besser ab. Ganz vorn liegen die nordeuropäischen Länder, die in mehreren Bereichen führend sind. Spitzenreiter ist Norwegen.
In die Wertung fließen dabei nicht nur konkrete Maßnahmen von Unternehmen und der Politik ein. Als Faktoren spielen auch die Unterstützung der Bevölkerung für eine Energiewende und die Fähigkeit der Gesellschaften, neue Technologien und Geschäftsmodelle praktisch umzusetzen, eine Rolle.
Wenig Smart Meter und Wärmepumpen
Deutschland kommt im Vergleich in diversen Einzelbereichen schlecht weg, die in den letzten Jahren zwar breit diskutiert wurden, bei denen es aber nur schleppende Fortschritte gibt. So ist der Anteil der Haushalte, die mit Smart Metern ausgestattet sind, ziemlich gering - die modernen Stromzähler sind aber für eine ordentliche Steuerung der Stromnetze notwendig. Bei unseren Nachbarn in Dänemark liegt die Verbreitung inzwischen bei 100 Prozent.Auch Deutschlands Weg, sich von fossilen Brennstoffen in den Heizungen zurückzuziehen, verläuft extrem schleppend. So kommen hierzulande auf tausend Haushalte beispielsweise nur 38, in denen effiziente Wärmepumpen zum Einsatz kommen. Ausgerechnet in den kälteren Regionen Skandinaviens sieht das ganz anders aus: In Norwegen heizen 625 von 1000 Haushalten mit Wärmepumpe, in Schweden 503 und in Finnland 438.
Allerdings merken die Autoren der Studie an, dass sich das wirtschaftspolitische Klima in Deutschland merklich gewandelt hat und die Attraktivität für Investoren in dem Bereich stark zugenommen habe. Hinzu kommt, dass das Wachstum der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen ordentlich angezogen hat.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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