Google: Android-Developer, macht euch bereit für RISC-V!
Noch ist die alternative Prozessor-Architektur RISC-V weitgehend ein Nischenthema. Das kann sich aber schnell ändern. So ruft Google die Entwickler-Community um sein Android-Betriebssystem jetzt auf, sich für die neue Hardware-Plattform bereitzumachen.
Hingegen kann jeder nach eigenem Ermessen RISC-V-Prozessoren entwickeln. Es handelt sich um einen offenen Standard, dessen Spezifikationen über eine BSD-Lizenz zugänglich gemacht werden. Und auch wenn die bisher real produzierten Chips dieser Art technisch noch weit hinter modernen x86- und Arm-Designs anzusiedeln sind, gibt es doch erhebliche Fortschritte und die Leistungsfähigkeit der Hardware steigt schnell an.
Der inzwischen erreichte Stand der Entwicklung genügt Google nun, der aufstrebenden CPU-Architektur Android "Tier-1"-Support zu gewähren. Damit wird RISC-V dem dominierenden Arm-Design faktisch gleichgestellt. Im Zuge dessen wurde unter anderem der Geräteemulator "Cuttlefish" in Betrieb genommen, mit dem Google-Entwickler und ihre Kollegen an einem RISC-V-Android-Build arbeiten können, ohne entsprechende Hardware in der Hand zu haben.
Wenn man allerdings erst einmal bei Google so weit ist, die eigene Software des gesamten Android-Systems RISC-V-fähig gemacht zu haben, sollte die App-Entwicklung nicht mehr das Problem darstellen. Da hier der meiste Code ohnehin nur in die Android-RunTime geschickt wird, die dann lauffähigen Maschinen-Code baut, läuft die meiste vorhandene Software sicherlich mit minimalen Anpassungen. Ausnahmen bilden hier vor allem einige spezielle Bibliotheken und Spiele.
Siehe auch:
- Google fordert Entwickler auf, sich auf RISC-V-Hardware vorzubereiten
- RISC-V bietet mehr Flexibilität als x86 oder ARM
- RISC-V ist ein offener Standard und technisch aufholend
- Google gewährt RISC-V "Tier-1"-Support in Android
- Google hat den Geräteemulator "Cuttlefish" in Betrieb genommen
- Emulatoren für Entwickler und weitere Entwicklertools sollen folgen
- Vorhandene Software sollte mit geringen Anpassungen auf RISC-V laufen
Hoch auf Tier-1
Das Interesse an RISC-V ist in der Tech-Branche durchaus groß. Das ist auch wenig verwunderlich. Denn aktuell kann man im Grunde nur nehmen, was Intel und AMD in Form von x86-Chips liefern, oder man begibt sich in die Abhängigkeit ARMs, was immerhin etwas mehr Flexibilität verspricht.Hingegen kann jeder nach eigenem Ermessen RISC-V-Prozessoren entwickeln. Es handelt sich um einen offenen Standard, dessen Spezifikationen über eine BSD-Lizenz zugänglich gemacht werden. Und auch wenn die bisher real produzierten Chips dieser Art technisch noch weit hinter modernen x86- und Arm-Designs anzusiedeln sind, gibt es doch erhebliche Fortschritte und die Leistungsfähigkeit der Hardware steigt schnell an.
Der inzwischen erreichte Stand der Entwicklung genügt Google nun, der aufstrebenden CPU-Architektur Android "Tier-1"-Support zu gewähren. Damit wird RISC-V dem dominierenden Arm-Design faktisch gleichgestellt. Im Zuge dessen wurde unter anderem der Geräteemulator "Cuttlefish" in Betrieb genommen, mit dem Google-Entwickler und ihre Kollegen an einem RISC-V-Android-Build arbeiten können, ohne entsprechende Hardware in der Hand zu haben.
Tools kommen bald
Der nächste Schritt besteht nun darin, den Android-Emulator für App-Entwickler zum Laufen zu bringen. "Bis 2024 ist geplant, Emulatoren öffentlich verfügbar zu machen, mit einem vollständigen Funktionsumfang, um Anwendungen für verschiedene Geräteformfaktoren zu testen", teilte Google jetzt mit. Auch verschiedene andere Entwicklertools sollen im kommenden Jahr folgen.Wenn man allerdings erst einmal bei Google so weit ist, die eigene Software des gesamten Android-Systems RISC-V-fähig gemacht zu haben, sollte die App-Entwicklung nicht mehr das Problem darstellen. Da hier der meiste Code ohnehin nur in die Android-RunTime geschickt wird, die dann lauffähigen Maschinen-Code baut, läuft die meiste vorhandene Software sicherlich mit minimalen Anpassungen. Ausnahmen bilden hier vor allem einige spezielle Bibliotheken und Spiele.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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