Spotify will kleine Künstler mit wenigen Streams nicht mehr bezahlen

Der marktführende Musik-Streamer Spotify erhöht nicht nur die Preise für die Kunden, sondern wird zukünftig unbekannteren Künstlern kein Geld mehr bezahlen. Das sieht eine Änderung des Ausschüttungs­mo­dells vor, das im neuen Jahr in Kraft treten soll.
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Im Grundsatz gleich

Grundsätzlich soll das bisherige Tantiemensystem, das als Streamshare bezeichnet wird, beibehalten werden. Es soll aber einige Änderungen geben. Dabei ist ein Punkt besonders bemerkenswert und dürfte für einigen Widerspruch sorgen: Musiker, die nur auf geringe Abrufzahlen kommen, sollen gar kein Geld mehr erhalten und der eingesparte Betrag wird auf die größeren Künstler umgelegt.

Spotify wolle dies durch eine Einführung eines neuen Schwellenwertes hinbekommen, berichtete das Fachmagazin Music Business Worldwide. Nach Schätzungen des Unternehmens betrifft diese Grenze allerdings lediglich 0,5 Prozent des gesamten Tantiemenpools.

Aktuell bekommen Musiker für jeden Song, der länger als 30 Sekunden läuft, einen Betrag von 0,003 Dollar. Der neue Schwellenwert würde dazu führen, dass jene Titel nicht mehr gewertet werden, die ohnehin nur auf Stream-Zahlen kommen, die ihren Künstlern bestenfalls einige Cent eingebracht hätten. Wenn man nun annimmt, dass die wirtschaftliche Existenz eines Musikers nicht von der Frage entschieden wird, ob er im Jahr nun ein oder zwei Dollar auf Spotify verdient, relativiert sich die anfängliche Aufregung sicher schnell.

Strafe für Betrüger

Ein zweiter Punkt in den Tantiemenänderungen betrifft die Anbieter sogenannter "White-Noise-Tracks". Hierbei handelt es sich um einfache Klänge, die entspannend im Hintergrund gespielt werden - etwa Meeresrauschen. Um Einnahmen zu generieren, werden diese häufig in Form vieler aneinanderhängender 31-Sekunden-Tracks hochgeladen, da ja nach 30 Sekunden der Stream gezählt wird. Hier soll die Mindestspielzeit hochgesetzt werden - man verdient als Anbieter weiterhin etwas, nimmt aber den richtigen Künstlern weniger vom Gesamtpool weg.

In einem dritten Schritt beabsichtigt Spotify stärker gegen Betrug vorzugehen. Wenn ein Label oder ein anderer Uploader dabei erwischt werden, dass sie mit Bots die Stream-Zahlen künstlich hochtreiben, soll es finanzielle Strafen geben. Ihnen werden also nicht nur die ergaunerten Tantiemen wieder aberkannt, sondern es kann generelle Kürzungen auch bei den regulär generierten Einnahmen geben.

Zusammenfassung
  • Spotify erhöht Preise und ändert Ausschüttungs-Modell für Künstler
  • Künstler mit geringen Stream-Zahlen erhalten zukünftig kein Geld mehr
  • Einführung eines neuen Schwellenwertes für die Ausschüttung
  • Mindestspielzeit für "White-Noise-Tracks" wird erhöht
  • Stärkeres Vorgehen gegen Stream-Betrug mit finanziellen Strafen
  • Änderungen sollen im neuen Jahr in Kraft treten
  • Betroffen sind lediglich 0,5 Prozent des Tantiemenpools

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