Songtext-Klau durch KI-Bots? Musikfirmen verklagen Amazon-Startup

Eine Gruppe von Plattenfirmen hat Klage gegen die von Amazon mitfinanzierte Firma Anthropic eingereicht, weil diese eine KI unerlaubt mit einer Vielzahl von Songtexten trainiert und damit gegen Urheberrechte verletzt haben soll.
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KI-Bot Claude gibt Songtexte gern als seine aus

Anthropic muss sich seit Kurzem mit dem Vorwurf auseinandersetzen, den hauseigenen Chatbot ohne Zustimmung mit urheberrechtlich geschützten Musiktexten gefüttert zu haben. Die Musikfirmen Universal, ABKCO und Concord gehen davon aus, dass Anthropic seinen Chatbot mit einer kaum überschaubaren Zahl von Songtexten diverser Urheber trainiert hat - ohne dabei irgendwelche Rücksicht auf deren Rechte zu nehmen.

In ihrer Klage, die laut dem Guardian scheinbar den ersten Fall darstellt, in dem Musikverlage wegen Songtexten gegen einen Anbieter von Lösungen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz vorgehen, werfen die Unternehmen Anthropic vor, die Lyrics von mindestens 500 Titeln für das Training von "Claude" verwendet haben, ohne dafür eine Erlaubnis einzuholen oder eine Lizenz zu erwerben.


Claude liefert Texte bekannter Leute

Als Beispiele nennt die Klageschrift unter anderem Musikstücke der Beach Boys, der Rolling Stones, von Bruno Mars und von Beyoncé. Anthropic soll die Texte einfach im Rahmen der Sammlung riesiger Datenmengen aus dem Internet abgegriffen haben, mit denen dann der Chatbot "Claude" bzw. das dahinter stehende Large Language Model (LLM) trainiert wurde.

Claude liefert nach Angaben von Universal Music & Co auf Nachfrage sogar die Songtexte einfach in vollem Umfang als Antwort. Allerdings tut der Chatbot dies auch dann, wenn man gar nicht explizit nach dem Text zu dem jeweiligen Titel gefragt hat. Offenbar reagiert Claude auf vielerlei verschiedene Anfragen unter Umständen mit den Songtexten als Antwort.

Statt selbst etwas zu "generieren", spuckt der Bot laut den Klägern die unveränderten Texte auch dann aus, wenn man ihn über eine Anfrage bittet, ein Gedicht oder einen Songtext, eine kurze Geschichte oder Akkordfolgen zu verfassen, die im Stil eines bestimmten Künstlers gehalten sind. Als Beispiel wurde für diesen Fall genannt, dass der Bot den Text des Titels American Pie von Don McLean ausspuckt, wenn man ihn bittet, einen Song über den Tod von Buddy Holly zu schreiben.

Anthropic kommentierte den Fall bisher nicht. Es ist das erste Mal, dass Musikverlage gegen die Anbieter von KI-Systemen wegen Songtexten vorgehen. Es sei allgemein bekannt, dass das Urheberrecht die Verwendung von geschützten Inhalten durch Dritte untersagt, wenn dafür keine Erlaubnis vom jeweiligen Rechteinhaber eingeholt werde, erklärten die Anwälte der Klageseite.

Anthropic steht im Wettbewerb mit anderen KI-Anbietern wie OpenAI und Microsoft. Das junge Unternehmen hatte im September verkündet, dass Amazon bis zu vier Milliarden Dollar investieren will. Zu den anderen Geldgebern von Anthropic gehört außerdem auch der Internetgigant und Suchmaschinenbetreiber Google. Universal & Co wollen mit ihrer Klage Schadenersatz und eine Unterlassung erstreiten.

Zusammenfassung
  • Plattenfirmen verklagen Amazon-finanzierte Firma Anthropic
  • Anthropic soll KI mit geschützten Songtexten trainiert haben
  • Erste Klage von Musikverlagen gegen KI-Anbieter wegen Songtexten
  • Chatbot "Claude" liefert auf Nachfrage komplette Songtexte
  • Anthropic hat bisher keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgegeben
  • Anthropic konkurriert mit KI-Anbietern wie OpenAI und Microsoft
  • Universal & Co. fordern Schadenersatz und eine Unterlassung.

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