Verdreckte Stratosphäre: Starlink & Co. befeuern Umweltkatastrophe
Die gigantischen Satelliten-Konstellationen von Systemen wie Starlink & Co. sind nicht nur aus Sicht von Astronomen schlicht rücksichtslosem Gewinnstreben geschuldet. Sie treiben auch eine bisher kaum wahrgenommene Umweltkatastrophe voran.
Mit den Forschungsflugzeugen WB-57 und ER-2 erreichten die Wissenschaftler Höhen von bis zu 19 Kilometern, was fast der doppelten Flughöhe von Verkehrsflugzeugen entspricht. Mit empfindlichen Sensoren in den Bugspitzen wurde hier die chemische Zusammensetzung der Luft erforscht. Die Forscher fanden dabei Spuren von Lithium, Aluminium, Kupfer und Blei.
Die festgestellten Konzentrationen lagen weit über dem, was durch natürliche Quellen wie kosmischen Staub und Meteoriten beim Auftreffen auf die Atmosphäre verursacht werden könnte. Tatsächlich spiegelten die Konzentrationen dieser Schadstoffe das Verhältnis der chemischen Verbindungen wider, die in den bei der Satellitenherstellung verwendeten Legierungen enthalten sind, heißt es in einem Paper der Wissenschaftler.
"Wir finden dieses von Menschenhand geschaffene Material in einem Bereich der Atmosphäre, den wir für unberührt halten", erklärte Dan Cziczo, Professor für Erd-, Atmosphären- und Planetenwissenschaften an der Purdue University in Indiana. "Und wenn sich in der Stratosphäre - dieser stabilen Region der Atmosphäre - etwas verändert, dann verdient das eine genauere Betrachtung."
Weiterhin können die Metall-Partikel und ihre Oxide die Albedo der Erde verändern, also die Fähigkeit des Planeten, Licht zu reflektieren. Das wiederum hätte Auswirkungen auf das Klima, die sich bisher noch gar nicht genau abschätzen lassen. Es ist durchaus denkbar, dass der Treibhauseffekt dadurch noch verstärkt wird.
Die bisher gefundenen Konzentrationen stammen im Wesentlichen noch aus Zeiten, in denen ein relativ mäßiger Raumfahrtverkehr stattfand. Allerdings nimmt die Zahl der Satellitenstarts immer weiter zu und vor allem Systeme wie Starlink werden jeweils tausende Flugkörper in den Orbit befördern, die nach einigen Jahren Betrieb in der Atmosphäre verglühen und zu einer weitergehenden Verschmutzung der Stratosphäre mit kaum kalkulierbaren Folgen beitragen.
Siehe auch:
Wo sind all die Satelliten hin?
Ein Forscherteam der US-Raumfahrtbehörde NASA hat in der letzten Zeit die chemische Zusammensetzung der Stratosphäre genauer untersucht. Dabei handelt es sich um die Luftschichten in 10 bis 50 Kilometern Höhe, die bisher eigentlich als weitgehend unberührt galten. Denn ein Austausch mit den inzwischen stark verschmutzten tieferen Atmosphäreschichten findet hier nur bedingt statt.Mit den Forschungsflugzeugen WB-57 und ER-2 erreichten die Wissenschaftler Höhen von bis zu 19 Kilometern, was fast der doppelten Flughöhe von Verkehrsflugzeugen entspricht. Mit empfindlichen Sensoren in den Bugspitzen wurde hier die chemische Zusammensetzung der Luft erforscht. Die Forscher fanden dabei Spuren von Lithium, Aluminium, Kupfer und Blei.
Die festgestellten Konzentrationen lagen weit über dem, was durch natürliche Quellen wie kosmischen Staub und Meteoriten beim Auftreffen auf die Atmosphäre verursacht werden könnte. Tatsächlich spiegelten die Konzentrationen dieser Schadstoffe das Verhältnis der chemischen Verbindungen wider, die in den bei der Satellitenherstellung verwendeten Legierungen enthalten sind, heißt es in einem Paper der Wissenschaftler.
"Wir finden dieses von Menschenhand geschaffene Material in einem Bereich der Atmosphäre, den wir für unberührt halten", erklärte Dan Cziczo, Professor für Erd-, Atmosphären- und Planetenwissenschaften an der Purdue University in Indiana. "Und wenn sich in der Stratosphäre - dieser stabilen Region der Atmosphäre - etwas verändert, dann verdient das eine genauere Betrachtung."
Unkalkulierbare Klima-Wirkung
Ein besonderes Problem ist dabei beispielsweise Aluminiumoxid, das beim Verglühen von Legierungen von Satelliten entsteht. Denn dieses ist dafür bekannt, Ozon-Moleküle zu zerstören. Eine Anreicherung des Materials in der Stratosphäre, in der sich auch die fragile Ozonschicht befindet, könnte erneut dabei mitwirken, diesen Schutz gegen die lebensgefährliche UV-Strahlung der Sonne zu beschädigen. Und das gerade in einem Moment, in dem sich die Ozonschicht noch von den ozonabbauenden Stoffen in Kühlschränken und Aerosolsprays erholen muss.Weiterhin können die Metall-Partikel und ihre Oxide die Albedo der Erde verändern, also die Fähigkeit des Planeten, Licht zu reflektieren. Das wiederum hätte Auswirkungen auf das Klima, die sich bisher noch gar nicht genau abschätzen lassen. Es ist durchaus denkbar, dass der Treibhauseffekt dadurch noch verstärkt wird.
Die bisher gefundenen Konzentrationen stammen im Wesentlichen noch aus Zeiten, in denen ein relativ mäßiger Raumfahrtverkehr stattfand. Allerdings nimmt die Zahl der Satellitenstarts immer weiter zu und vor allem Systeme wie Starlink werden jeweils tausende Flugkörper in den Orbit befördern, die nach einigen Jahren Betrieb in der Atmosphäre verglühen und zu einer weitergehenden Verschmutzung der Stratosphäre mit kaum kalkulierbaren Folgen beitragen.
Zusammenfassung
- Forscherteam der NASA untersucht Stratosphäre.
- Spuren von Lithium, Aluminium, Kupfer und Blei gefunden.
- Konzentrationen der Schadstoffe übersteigen natürliche Quellen.
- Schadstoffe entsprechen chemischen Verbindungen in Satelliten-Legierungen.
- Aluminiumoxid, das beim Verglühen von Satelliten entsteht, zerstört Ozon-Moleküle.
- Metall-Partikel können Albedo der Erde verändern und Klima beeinflussen.
- Zunehmende Satellitenstarts könnten zu weiterer Verschmutzung der Stratosphäre führen.
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