Schaut viel mehr Naturdokus - das ist gut für die Umwelt

Auf den Streaming-Diensten und schon länger im Fernsehen haben Naturdokus einen festen Platz und erfreuen sich durchaus großer Beliebtheit. Das ist nicht nur gut, weil Menschen gut unterhalten werden - auch die Umwelt trägt einen Nutzen davon.
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Forscher stellten fest, dass in der Vergangenheit mehrere naturkundliche Produktionen wie "Planet Erde II", "Blauer Planet II", "Sieben Welten" und "Ein Planet" die Zuschauer für die Tiere in den Sendungen sensibilisiert haben. Das geht aus den Studiendaten hervor, die im Journal Annals of Botany veröffentlicht wurden. Allerdings ist es nicht so trivial, dass Menschen eine solche Doku sehen und plötzlich beginnen, sich für die Umwelt zu engagieren.

Längerfristig und im großen Maßstab sind jedoch durchaus Effekte zu erkennen. Denn die Dokumentationen schaffen es, eine größere Menge an Menschen für die Naturschutz-Erfordernisse zu sensibilisieren. Selbst wenn nur ein Teil in recht bescheidenem Umfang aktiv wird, kann sich dies aufgrund der erreichten Masse spürbar auswirken.


Um ein genaueres Bild zu erhalten, untersuchten die Forscher jetzt die Effekte der Dokumentation "Green Planet", in der Pflanzen im Fokus stehen. Denn in den meisten anderen Filmen dreht sich meist alles um Tiere, bedrohte Pflanzen erhalten so kaum Aufmerksamkeit. Die Forscher mutmaßen, ob "Green Planet" das Interesse an den Pflanzen weckte, indem sie das Online-Verhalten der Menschen zum Zeitpunkt der Ausstrahlung im Fernsehen untersuchten. Zunächst notierten sie die Arten, die in der Sendung auftauchten und den Zeitpunkt, zu dem jede einzelne auf dem Bildschirm erschien. Dann extrahierten sie Google Trends und Wikipedia-Seitenzugriffe für dieselben Arten vor und nach der Ausstrahlung der Episoden der Dokumentation.

Tiere haben mehr Glück

Die Forscher stellten fest, dass "Green Planet" einen erheblichen Einfluss auf das Bewusstsein und das Interesse der Zuschauer an den porträtierten Pflanzenarten hatte. Etwa 28,1 % der Suchbegriffe, die die in der BBC-Dokumentation erwähnten Pflanzen repräsentieren, erreichten in der Woche nach der Ausstrahlung der entsprechenden Folge einen Spitzenwert in der Popularität im Vereinigten Königreich, gemessen mit Google Trends. Auch die Wikipedia-Daten zeigten dies. Fast ein Drittel (31,3 %) der Wikipedia-Seiten, die sich auf die in "Green Planet" erwähnten Pflanzen bezogen, verzeichneten in der Woche nach der Ausstrahlung erhöhte Besucherzahlen.

Entsprechende Produktionen können den Forschern zufolge also der sogenannten "Pflanzenblindheit" entgegenwirken. Dabei handelt es sich um einen Effekt, der dafür sorgt, dass die Situation von Tieren oft sehr viel mehr Beachtung erfährt als die von Pflanzen - weil sie einfach häufiger und ausführlicher in den einschlägigen Dokus behandelt werden. Und das entscheidet letztlich auch, für wessen Schutz sich Menschen engagieren.

Zusammenfassung
  • Naturdokus sind populär und fördern Umweltschutz.
  • Forscher untersuchten Wirkung von "Green Planet".
  • 28,1 % Suchbegriffe zu Pflanzen erfuhren Popularitätsspitzen.
  • 31,3 % Wikipedia-Seiten zu Pflanzen erhielten mehr Aufrufe.
  • "Pflanzenblindheit" wird durch Dokus bekämpft.
  • Mehr Beachtung für Pflanzen fördert Umweltschutz.
  • Menschen engagieren sich nach Doku-Konsum für Schutz.

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