KI-Sprachmodell Llama 2: Streit um "Open Source-Schwindel" von Meta
Mitte Juli hatte Mark Zuckerberg mit seinem Meta-Konzern einen großen Auftritt im Rahmen von Microsofts Partnerkonferenz Inspire. Zuckerberg stellte das neue KI-Sprachmodell Llama 2 vor und bewarb es als "Open Source". Das war allerdings scheinbar nur für Marketingzwecke.
Dahinter steckt eine Kontroverse um die Lizenz, die Meta seinem KI-Sprachmodell Llama 2 verpasst hat. Nun müsste man denken, dass Meta eine Open-Source-konforme Lizenz verwendet - das macht der Konzern aber nicht.
Zu dem Thema haben sich jetzt eine Reihe von Open-Source-Verfechtern geäußert. So hinterfragt Erica Brescia, Geschäftsführerin der Open-Source-freundlichen Risikokapitalfirma RedPoint, die Vorstellung von Llama 2:
"Kann mir bitte jemand erklären, wie Meta und Microsoft rechtfertigen können, Llama 2 als Open Source zu bezeichnen, wenn es keine von der OSI (Open Source Initiative) genehmigte Lizenz verwendet oder der OSD [Open Source Definition] entspricht? Stellen sie absichtlich die Definition von OSS (Open-Source-Software) infrage?"
Ähnlich stimmte auch Amanda Brock, CEO von OpenUK, in den Streit ein. Brock erklärte, die Llama 2-Community-Lizenz sei "keine von der OSI genehmigte Lizenz, sondern eine bedeutende Freigabe von Open Technology ... Dies ist ein Schritt, um KI aus den Händen einiger weniger in die Hände vieler zu bringen, die Technologie zu demokratisieren und durch Transparenz Vertrauen in ihre Nutzung und Zukunft zu schaffen." Und für viele Entwickler ist das vielleicht schon genug. Infografik Künstliche Intelligenz: Die größten Befürchtungen bezüglich KI
Der geschäftsführende Direktor der OSI, Stefano Maffulli, erklärte: "Ich freue mich zwar, dass Meta den Zugang zu leistungsstarken KI-Systemen erweitert, bin aber besorgt über die Verwirrung, die einige stiften, die Llama 2 als Open Source feiern: Wäre es das, gäbe es keine Einschränkungen für die kommerzielle Nutzung (Punkte 5 und 6 der Open-Source-Definition). So wie es ist, erlauben die von Meta angewandten Bedingungen nur eine gewisse kommerzielle Nutzung."
Maffulli fügte hinzu: "Open Source bedeutet, dass Entwickler und Nutzer selbst entscheiden können, wie und wo sie die Technologie einsetzen; sie haben die Hoheit über die Technologie, die sie verwenden. Oberflächlich betrachtet heißt es in der Lizenz von Llama: 'Du kannst das nicht verwenden, wenn du Amazon, Google, Microsoft, ByteDance, Alibaba bist oder dein Startup so groß wird."
Stephen O'Grady, Open-Source-Lizenzierungsexperte und Mitbegründer von RedMonk, erklärt es so: "Stellen Sie sich vor, Linux wäre Open Source, es sei denn, Sie arbeiten bei Facebook."
Die Beispiele der Kritik an der Benennung von Llama 2 als Open Source nehmen von Tag zu Tag zu. Wie seht ihr das?
Siehe auch:
"Open Source" - nichts als leere Worte?
Denn jetzt ist Streit über diese Benennung als "Open Source" entbrannt. Das Online-Magazin The Register hat sich mit dem Streit befasst und schreibt: "Meta kann Llama 2 Open Source nennen, soviel es will, aber das bedeutet nicht, dass es das auch ist. Für 'Zuck' ist es nur eine weitere Marketingphrase. Für die Entwickler sind es die Regeln der Straße."Dahinter steckt eine Kontroverse um die Lizenz, die Meta seinem KI-Sprachmodell Llama 2 verpasst hat. Nun müsste man denken, dass Meta eine Open-Source-konforme Lizenz verwendet - das macht der Konzern aber nicht.
Zu dem Thema haben sich jetzt eine Reihe von Open-Source-Verfechtern geäußert. So hinterfragt Erica Brescia, Geschäftsführerin der Open-Source-freundlichen Risikokapitalfirma RedPoint, die Vorstellung von Llama 2:
"Kann mir bitte jemand erklären, wie Meta und Microsoft rechtfertigen können, Llama 2 als Open Source zu bezeichnen, wenn es keine von der OSI (Open Source Initiative) genehmigte Lizenz verwendet oder der OSD [Open Source Definition] entspricht? Stellen sie absichtlich die Definition von OSS (Open-Source-Software) infrage?"
Ähnlich stimmte auch Amanda Brock, CEO von OpenUK, in den Streit ein. Brock erklärte, die Llama 2-Community-Lizenz sei "keine von der OSI genehmigte Lizenz, sondern eine bedeutende Freigabe von Open Technology ... Dies ist ein Schritt, um KI aus den Händen einiger weniger in die Hände vieler zu bringen, die Technologie zu demokratisieren und durch Transparenz Vertrauen in ihre Nutzung und Zukunft zu schaffen." Und für viele Entwickler ist das vielleicht schon genug. Infografik Künstliche Intelligenz: Die größten Befürchtungen bezüglich KI
Ausnahmen sind die Regel
Wie The Register anmerkt, verbietet die Community-Vereinbarung von Meta außerdem die Verwendung von Llama 2 zum Trainieren anderer Sprachmodelle; und wenn die Technologie in einer App oder einem Dienst mit mehr als 700 Millionen monatlichen Nutzern verwendet wird, ist eine spezielle Lizenz von Meta erforderlich. Sie steht auch nicht auf der Liste der Open-Source-Initiative für Open-Source-Lizenzen.Der geschäftsführende Direktor der OSI, Stefano Maffulli, erklärte: "Ich freue mich zwar, dass Meta den Zugang zu leistungsstarken KI-Systemen erweitert, bin aber besorgt über die Verwirrung, die einige stiften, die Llama 2 als Open Source feiern: Wäre es das, gäbe es keine Einschränkungen für die kommerzielle Nutzung (Punkte 5 und 6 der Open-Source-Definition). So wie es ist, erlauben die von Meta angewandten Bedingungen nur eine gewisse kommerzielle Nutzung."
Maffulli fügte hinzu: "Open Source bedeutet, dass Entwickler und Nutzer selbst entscheiden können, wie und wo sie die Technologie einsetzen; sie haben die Hoheit über die Technologie, die sie verwenden. Oberflächlich betrachtet heißt es in der Lizenz von Llama: 'Du kannst das nicht verwenden, wenn du Amazon, Google, Microsoft, ByteDance, Alibaba bist oder dein Startup so groß wird."
Stephen O'Grady, Open-Source-Lizenzierungsexperte und Mitbegründer von RedMonk, erklärt es so: "Stellen Sie sich vor, Linux wäre Open Source, es sei denn, Sie arbeiten bei Facebook."
Die Beispiele der Kritik an der Benennung von Llama 2 als Open Source nehmen von Tag zu Tag zu. Wie seht ihr das?
Zusammenfassung
- Mark Zuckerberg stellte KI-Sprachmodell Llama 2 als "Open Source" vor.
- Streit über Benennung als Open Source entbrannt.
- Open-Source: Keine Einschränkungen für kommerzielle Nutzung.
- Lizenz Llama 2: "Du kannst das nicht verwenden, wenn dein Startup zu groß wird."
- Kritik an Benennung als Open Source nimmt zu.
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