Zahl der Balkonkraftwerke hat sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt

Für den Betrieb von Balkonkraftwerken soll es demnächst per Gesetz deutliche Erleichterungen geben. Doch schon die Diskussion um die neuen Regelungen und die Vorzüge dieser kleinen Solar-Anlagen hat für einen ordentlichen Boom gesorgt.
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Seit dem Jahresbeginn hat sich die Zahl der installierten Photovoltaik-Anlagen im Mini-Format bereits verdoppelt. Das berichtet die Nachrichtenagentur DPA unter Berufung auf die Daten im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, in dem alle entsprechenden Stromerzeuger registriert sein müssen. Die Balkonkraftwerke werden in dieser Datenbank als "Steckerfertige Erzeugungsanlagen" geführt.

Aktuell gibt es von ihnen bundesweit 230.000 Stück. Allein im Zeitraum von Januar bis heute wurden fast 137.000 neue Anlagen registriert. Mehr als die Hälfte der aktuell genutzten Systeme kam also während der letzten Monate dazu. Und es ist anzunehmen, dass die Entwicklung mindestens so weitergeht, wenn die kommenden Fördermaßnahmen, die mit dem Solarpaket der Bundesregierung kommen sollen, praktische Wirkung entfalten. Dann nämlich soll die Anmeldung einfacher werden, es kann mehr Leistung installiert werden und Zähler dürfen dann der Einfachheit halber bei Einspeisungen zumindest in einem gewissen Umfang einfach rückwärtslaufen.


Großstädte hinken hinterher

Die Verbreitung der Anlagen ist dabei im Bundesgebiet höchst unterschiedlich. Während insbesondere sich die südlichen Bundesländer gern als Solarzone präsentieren und die Windkraft-Nutzung auf den Norden abschieben wollen, sind sie bei den Balkonkraftwerken keineswegs führend. Gemessen an der Bevölkerung sind die meisten Klein-Solaranlagen in Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz, auf tausend Einwohner kommen hier immerhin 5 entsprechende Systeme. Dahinter folgen Schleswig-Holstein mit 4,2 und Niedersachsen mit 3,8.

Ausgerechnet die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin, wo man die Balkon-Anlagen wohl besonders häufig vermuten würde, sind in der Liste die Schlusslichter. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass viele Interessenten schlicht am Widerstand von Vermietern oder Eigentümergemeinschaften scheitern. Auch hier kann die kommende Gesetzgebung helfen - denn die Installation darf dann nur noch untersagt werden, wenn wirklich triftige Gründe dagegensprechen - die vermeintliche Schönheit oder Einheitlichkeit einer Fassade gehört nicht dazu.

Zusammenfassung
  • Zahl der installierten Balkonkraftwerke hat sich seit Jahresbeginn verdoppelt.
  • Mehr als die Hälfte der aktuellen Systeme wurden in letzten Monaten installiert.
  • Verbreitung der Anlagen im Bundesgebiet unterschiedlich.
  • Vielerorts Widerstand von Vermietern oder Eigentümergemeinschaften.
  • Neue Gesetzgebung soll Installation erleichtern und Widerstand erschweren.
  • Mecklenburg-Vorpommern führend bei Klein-Solaranlagen.
  • Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin Schlusslichter.

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