Industriespionage: Foxconn-Werk sollte mit Samsung-Daten entstehen
Die südkoreanische Justiz muss sich mit einem ziemlich dreisten Fall von Industrie-Spionage befassen: Ein ehemaliger Samsung-Manager soll interne Daten gestohlen haben, die seinem neuen Arbeitgeber Foxconn beim Aufbau eines Chipwerkes helfen sollten.
Der Beschuldigte Choi Jinseog wechselte laut eines Berichts der Nachrichtenagentur Reuters im Jahr 2018 zu dem großen Auftragshersteller. Nachdem er den Vertrag unterschrieben hatte, soll er Quellen bei seinem bisherigen Arbeitgeber angezapft haben, um nicht nur in Form seiner selbst bei Foxconn Fuß zu fassen. Laut der Klageschrift soll Samsung Electronics ein Schaden von über 200 Millionen Dollar entstanden sein, was allerdings vor allem auf den geschätzten Kosten dessen basiert, was die Entwicklung der gestohlenen Informationen an Ressourcen benötigte.
Choi, der sich seit Ende Mai dieses Jahres in Haft befindet, hat über seinen Anwalt alle Vorwürfe bestritten. Allerdings weist die Klageschrift durchaus viele Details auf und ist keineswegs nur eine vage Anschuldigung. Demnach lief die ganze Aktion über die Beratungsfirma Jin Semiconductor, die ihren Sitz in Singapur hat und dem Beschuldigten gehört. Dieses Unternehmen soll im August 2018 von Foxconn den Zuschlag zu einem Beratervertrag bekommen haben, mit dem es bei Planung und Bau der Chipfabrik maßgeblich einbezogen werden sollte.
Die Staatsanwaltschaft wirft Chois Unternehmen außerdem vor, von einem Mitarbeiter von HanmiGlobal, der den Bau und die Grundrisse der Abwasseraufbereitungsanlage und anderer untergeordneter Einrichtungen für den Chip-Herstellungsprozess überwachte, illegal Baupläne für Samsungs chinesisches Werk erhalten zu haben. Der Anklageschrift zufolge muss noch geklärt werden, wie die Informationen über die Raumaufteilung erlangt wurden.
Chois Anwalt stellte die Anschuldigungen hingegen als absurd dar. "Es gibt öffentliche internationale technische Standards für die Einrichtung von Reinräumen - das ist nichts, was nur Samsung hat", sagte er. Und auch ein Fabriklayout sei kein besonderes Geheimnis. "Man kann einen Schnappschuss von Google Maps machen und die Experten wissen, was sich in welchem Gebäude befindet", führte er aus. Konkret werden sich wohl keine Vergleiche ziehen lassen - denn das Foxconn-Werk, um das es in der Sache ging, wurde am Ende nie gebaut.
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Choi, der sich seit Ende Mai dieses Jahres in Haft befindet, hat über seinen Anwalt alle Vorwürfe bestritten. Allerdings weist die Klageschrift durchaus viele Details auf und ist keineswegs nur eine vage Anschuldigung. Demnach lief die ganze Aktion über die Beratungsfirma Jin Semiconductor, die ihren Sitz in Singapur hat und dem Beschuldigten gehört. Dieses Unternehmen soll im August 2018 von Foxconn den Zuschlag zu einem Beratervertrag bekommen haben, mit dem es bei Planung und Bau der Chipfabrik maßgeblich einbezogen werden sollte.
Reinraum-Wissen
Choi soll sich im Zuge dessen nicht nur bei Samsung und dessen Auftragnehmern illegal Informationen über den Bau entsprechender Fabriken beschafft haben. Er habe auch diverse Mitarbeiter abgeworben, die an entsprechenden Projekten beteiligt waren. Dabei ging es beispielsweise um Informationen über die Einrichtung und das Management von Reinräumen, die einen kritischen Teil der Infrastruktur von Halbleiter-Werken darstellen.Die Staatsanwaltschaft wirft Chois Unternehmen außerdem vor, von einem Mitarbeiter von HanmiGlobal, der den Bau und die Grundrisse der Abwasseraufbereitungsanlage und anderer untergeordneter Einrichtungen für den Chip-Herstellungsprozess überwachte, illegal Baupläne für Samsungs chinesisches Werk erhalten zu haben. Der Anklageschrift zufolge muss noch geklärt werden, wie die Informationen über die Raumaufteilung erlangt wurden.
Chois Anwalt stellte die Anschuldigungen hingegen als absurd dar. "Es gibt öffentliche internationale technische Standards für die Einrichtung von Reinräumen - das ist nichts, was nur Samsung hat", sagte er. Und auch ein Fabriklayout sei kein besonderes Geheimnis. "Man kann einen Schnappschuss von Google Maps machen und die Experten wissen, was sich in welchem Gebäude befindet", führte er aus. Konkret werden sich wohl keine Vergleiche ziehen lassen - denn das Foxconn-Werk, um das es in der Sache ging, wurde am Ende nie gebaut.
Zusammenfassung
- Samsung-Manager soll interne Daten gestohlen haben, um neuem Arbeitgeber Foxconn zu helfen.
- 200 Millionen Dollar Schaden für Samsung Electronics.
- Choi Jinseog bestreitet die Vorwürfe über seinen Anwalt.
- Choi soll Mitarbeiter abgeworben und Informationen über Reinräume und Fabriklayout erhalten haben.
- Foxconn-Werk wurde nie gebaut, Vergleich schwer möglich.
- Anwalt: Technische Standards nicht nur bei Samsung, Fabriklayout kein Geheimnis.
- Staatsanwaltschaft ermittelt noch, wie Raumaufteilung erlangt wurde.
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