Musiker fordern Verbot von Gesichtserkennung bei Konzerten

Eine Vielzahl von amerikanischen Künstlern ruft zum Boykott von Spielstätten auf, bei denen Technologie zur Gesichtserkennung verwendet wird. Sie warnen davor, dass dadurch die Privatsphäre von Konzertbesuchern beeinträchtigt wird und Diskriminierung droht.
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Wie das US-Magazin Rolling Stone berichtet, haben mehr als 100 amerikanische Musiker und andere Künstler eine Boykotterklärung der Organisation Fight for the Future unterzeichnet, die eine Verbot sämtlicher Gesichtserkennungstechnologien bei Live-Veranstaltungen fordert. Dem Aufruf haben sich auch einige kleinere Veranstaltungsorte angeschlossen, die zusichern, niemals derartige Technologien bei ihren Events einzusetzen.

Bekannte Bands schließen sich Verbotsforderung an

Zu den Unterzeichnern der Boykotterklärung gehören unter anderem die Musiker Tom Morello und Zack de la Rocha von Rage Against The Machine, die Musiker Boots Riley und Speedy Ortiz sowie die Bands Anti-Flag, Wheatus und Downtown Boys. Eine vollständige Liste der Unterzeichner der Erklärung lässt sich auf dieser Website einsehen.


Im Grunde fordern die Unterzeichner ein Verbot von Gesichtserkennung bei Konzerten und anderen Live-Events, weil durch die Technologie mehr Probleme entstehen, als sie Nutzen bringt. Die Systeme würden nicht 100 Prozent perfekt funktionieren und die Privatsphäre der Menschen werde verletzt. Außerdem steige die Gefahr von Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe oder anderer Eigenschaften bestimmter Menschen, heißt es.

Gerade in den USA gibt es einige prominente Beispiele, in denen bestimmte Personen von der Teilnahme an Konzerten oder anderen Veranstaltungen ausgeschlossen wurden, weil die jeweiligen Veranstaltungsorte sie per Gesichtserkennung identifizierten.

So konnten einige Rechtsanwälte nicht an Konzerten im weltbekannten Madison Square Garden oder der nicht weniger bekannten Radio City Music Hall in New York teilnehmen, weil ihnen der Zutritt verwehrt wurde. Die Betreiber der beiden Spielstätten hatten die Anwälte von der Teilnahme ausgeschlossen, weil sie oder ihre Kanzleien an Klagen oder Verfahren gegen die Betreiber beteiligt sind oder waren.

Bei der jüngsten Tour der Pop-Musikerin Taylor Swift wurde die Gesichtserkennung aber auch verwendet, um Personen den Zutritt zu den Konzerten zu verwehren, die zuvor als Stalker identifiziert wurden. Nach Meinung der Unterzeichner der Boykotterklärung rechtfertigt dieser vergleichsweise kleine Beitrag zur Sicherheit aber nicht die oben erwähnten Gefahren für die Allgemeinheit.

Zusammenfassung
  • Künstler fordern Boykott von Spielstätten mit Gesichtserkennungstechnologie.
  • Mehr als 100 Musiker und Künstler unterzeichnen Boykotterklärung.
  • Gefahr für Privatsphäre und Diskriminierung.
  • Beispiele von Konzerten, bei denen Zutritt verwehrt wurde.
  • Taylor Swift nutzt Gesichtserkennung zur Stalker-Bekämpfung.
  • Gefahren rechtfertigen Nutzen nicht.
  • Mehr Probleme als Nutzen durch Technologie.

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